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Heckenscheren im Test: Elektrisch, mit Akku oder Benzin – alles, was Sie über Heckenscheren wissen müssen  

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Von: Anna Katharina Küsters

Der Betrachter schaut einem Mann von hinten über die linke Schulter. Der Mann hält eine akkubetriebene Heckenschere in den Händen und schneidet damit eine grüne Hecke vor ihm (Symbolbild).
Eine höhere Akkuspannung macht eine Heckenschere stärker. Das ist praktisch, wenn Gehölze radikal zurückgeschnitten werden sollen (Symbolbild). © Kai Remmers/picture alliance/dpa

Eine Hecke braucht regelmäßige Pflege. Diese beinhaltet auch den Rückschnitt mit der richtigen Heckenschere. Welche passend ist, entscheidet die Art und Größe der Hecke.

München – Neben Rasenmäher oder Rasentraktor, Rasentrimmer sowie Vertikutierer ist die Heckenschere eins der meistgenutzten Gartengeräte im eigenen Garten. Hecken schützen, geben Struktur und bieten Vögeln und anderen Lebewesen Unterschlupf. Meist dauert es aber mehrere Jahre, bis die Hecke die gewünschte Größe und Form hat – Jahre, in denen von Zeit zu Zeit auch ein Heckenschnitt ansteht. Dabei ist die Wahl der Heckenschere nicht unerheblich. Sie entscheidet, wie viel Mühe Gärtnerinnen und Gärtner mit dem Schnitt haben und ob das Ergebnis den Vorstellungen entspricht.  

Heckenscheren: Diese Heckenscheren gibt es

Noch bevor es im Garten anfängt zu blühen und der Rasenmäher, Rasentrimmer oder Vertikutierer ihren ersten Auftritt haben, ist der erste Heckenschnitt fällig. Doch die unterschiedlichen Heckenpflanzen haben unterschiedliche Ansprüche, auch an die Heckenschere. Laut dem Hagebaumarkt unterscheiden Gartenfreunde zwischen folgenden Heckenscheren-Typen:

Alle Typen haben ihre Vor- und Nachteile, aber auch ihre eigenen Einsatzgebiete. Eine mechanische Heckenschere eignet sich besonders gut für kleinere Hecken und Sträucher. Bei diesen Gartengeräten müssen Gartenfreunde selbst Hand anlegen und habe keine elektrische Unterstützung. Gerade feine Schnitte, bei denen Präzision und Fingerspitzengefühl gefragt sind, meistern Gärtnerinnen und Gärtner mit der mechanischen Heckenschere besonders gut. Zwar ist es auf Dauer anstrengend, den Heckenschnitt ausschließlich aus eigener Kraft zu bewältigen, Kosten für Benzin oder Strom fallen bei diesem Heckenscheren-Typ jedoch weg.  

Heckenscheren: Die mechanische Heckenschere und ihre Messerschliffe

Bei mechanischen Heckenscheren unterscheiden Expertinnen und Experten bei den Messern zudem zwischen geradem Flachschliff und Wellenschliff. Scheren mit Flachschliff zeichnen sich durch ihren besonders sauberen Schnitt und ihre leichte Handhabung aus. Gartenfreunde können die Heckenscheren mit der kräftigen Klingenspitze gut schleifen. Scheren mit Wellenschliff erzeugen ein besonders ebenmäßiges Schnittbild und haben aufgrund der Wellenform eine größere Schnittfläche. Der Heckenschnitt nimmt bei dieser Schere also nicht so viel Zeit in Anspruch.

Eine besondere Art der mechanischen Heckenschere ist zum Beispiel die japanische Heckenschere. Sie ist besonders leicht und eignet sich für den Schnitt von fingerdicken Ästen. So lassen sich Sträucher und Gehölze wie beispielsweise Obstbäume gut formen und gestalten. Neben dem Rasenmäher, Rasentraktor, Rasentrimmer und Vertikutierer bekommen so Rasen und Hecke einen neuen Schnitt.

Heckenscheren: Elektrische, akkubetriebene und benzinbetriebene Heckenscheren

Wer etwas mehr Unterstützung möchte oder mehr Fläche zu bewältigen hat, sollte über eine elektrische Heckenschere nachdenken. Mit diesen Geräten lassen sich auch größere Hecken von allen Seiten gut schneiden. Es muss eine Steckdose in der Nähe sein und Gartenfreunde dürfen sich nicht vom Stromkabel stören lassen. Denn die Sorge, mitten im Schnitt aus Versehen das Kabel durchzuschneiden, ist beim Rasenmäher und der elektrischen Heckenschere nicht unbegründet.

Akkubetriebene Heckenscheren kommen ohne Strom und Kabel aus und ermöglichen Gärtnerinnen und Gärtnern einen größeren Bewegungsspielraum. Die Geräte sind oft handlich und laden zu größeren Heckenschnitten von beispielsweise Kirschlorbeer ein. Die Akkuladekapazitäten und die Akkuladezeit sind die einzigen Komponenten, die einschränkend wirken können. Zu empfehlen ist bei großen Projekten die zeitliche Aufteilung auf mehrere Tage oder die Anschaffung eines zusätzlichen Akkus.

Eine benzinbetriebene Heckenschere bringt ähnliche Herausforderungen mit sich. Es muss immer genügend Treibstoff in greifbarer Nähe sein, um ein kontinuierliches Arbeiten mit der Heckenschere zu gewährleisten. Zudem sind die benzinbetriebenen Geräte meist sehr schwer aufgrund des Benzinmotors, laut und verbreiten nach längerem Arbeiten einen unangenehmen Geruch. Laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) sind mit dieser Schere auch dicke Äste gut zu bewältigen und ein schnelles Arbeiten möglich. Sie sind also besonders für professionelle Gartenarbeiten brauchbar.

Heckenscheren: Der Heckenschnitt entscheidet über die Schwertlänge und Schnittstärke

Ist die Entscheidung für ein Modell gefallen, müssen Gärtnerinnen und Gärtner noch die richtige Schwertlänge und Schnittstärke wählen. Die Schwertlänge legt fest, wie lange jeder einzelne Scherenschnitt maximal sein kann. Der TÜV Süd empfiehlt eine Schwertlänge beziehungsweise Schnittlänge ab 500 Millimetern für große Flächen. Bei Präzisionsschnitten reichen 400 Millimeter aus. Die Schnittstärke hingegen verdeutlicht den Messerabstand. Besonders dicke Äste sollten mit einer Schere mit hoher Schnittstärke abgetrennt werden.

Zudem gibt es wie für Rasenmäher, Rasentraktoren, Rasentrimmer und Vertikutierer einiges an Zubehör für Heckenscheren. Mit einem Teleskopstiel an der Heckenschere sind beispielsweise auch Schnitte über Kopf möglich. Mit manchen Aufsätzen gelangen Gärtnerinnen und Gärtner sogar in eine Höhe von fünf Metern. Der Heckenscherenaufsatz ist meist mit einem Winkel ausgestattet, sodass der obere Teil der Pflanzen mit dem Stiel zum Abwinkeln leichter zu erreichen ist. Auch mit sogenannten Hochentastern erreichen Gartenfreunde hochwachsende Äste. Es ist ein multifunktionales Gerät, das sich aus einem Teleskopstiel und einer passenden Heckenschere oder Motorsäge zusammensetzt, erschwert teils jedoch präzises Arbeiten. Auch ein sogenannter Schnittgutsammler zum Befestigen an Heckenscheren erleichtert den Heckenschnitt und das spätere Aufräumen.

Heckenschere: Regelmäßiges Schleifen bleibt bei der Pflege nicht aus

Eine Heckenschere bedarf wie ein Rasenmäher, Rasentraktoren, Rasentrimmer und Vertikutierer der regelmäßigen Pflege, wenn sie eine lange Nutzungsdauer haben soll. Wichtig sind zum Beispiel das Schärfen und Putzen der Messer. Gärtnerinnen und Gärtner müssen beim Schleifen von mechanischen Heckenscheren als Erstes die Schere auseinanderklappen und säubern. Danach sollten laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) die Scherenblätter mit angefeuchteter Stahlwolle abgerieben werden. Mit einer Metallpfeile oder Diamantenpfeile folgt dann der Vorschliff. Die Pfeile sollte dabei mindestens eine 300er-Körnung haben. Beim Feinschliff muss dann ein Gerät mit 600er-Körnung genutzt werden. Am besten halten Gartenfreunde die Pfeile bei der Arbeit in einem Winkel von 25 Grad. Für elektrische Heckenscheren empfiehlt sich ein Blick in die jeweilige Anleitung, um den bestmöglichen Schliff zu gewährleisten.

Beim Säubern einer elektrischen Heckenschere ist ein Harzlösemittel sinnvoll. Gärtnerinnen und Gärtner sollten die Schnittfläche mit diesem Pflegespray komplett einsprühen und das Gerät kurz anmachen. So verteilt sich die Flüssigkeit und nach kurzer Zeit lösen sich Harz, Dreck und Rost. Bei benzinbetriebenen Heckenscheren sollten Gartenfreunde bei der Reinigung zudem den Tank entleeren und den Vergaser leer fahren. Die Ansaugöffnung für frische Luft kann bei Bedarf gereinigt werden und auch die Zündkerze und der Luftfilter sollte regelmäßig überprüft werden.

Heckenscheren: So viel kostet eine Heckenschere

Der Preis einer Heckenschere hängt sehr vom Modell und den individuellen Ansprüchen ab. Akkubetriebene Geräte sind zum Beispiel etwa schon ab 40 Euro zu kaufen, können aber auch über 200 Euro kosten. Wer nur kurzfristig eine Heckenschere benötigt, kann diese auch gut in einem Baumarkt ausleihen. Auch Rasentraktoren, Rasentrimmer und Vertikutierer sind dort auszuleihen. Dort gibt es neben hydraulischen Heckenscheren als Aufsatz für Bagger und Traktoren teils auch eine Schleifstation, die bei der Heckenscherenpflege hilft. 

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