Man sieht eine grün strahlende Kirschlorbeerhecke (Symbolbild).
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Dieser Kirschlorbeer wartet auf seinen Schnitt: Die Heckenpflanze ist sehr beliebt, da sie guten Sichtschutz bietet und auch im Winter ihre Blätter nicht verliert (Symbolbild).

Eine neue Frisur für die Hecke

Heckenpflege: Heckenpflanzen und der beste Schnitt – Tipps für eine gesunde Hecke

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Eine Hecke braucht meist nicht viel Pflege, aber dafür die richtige. Denn wer Kirschlorbeer und Zypresse einfach schneidet, kann gesetzliche Probleme bekommen.

  • Das richtige Werkzeug für den Pflegeschnitt ist leicht gefunden. Zur Auswahl stehen manuell betriebene, elektrische oder benzinbetriebene Heckenschere.
  • Hochwüchsig, buschig oder Konifere: Diese Heckenpflanzen gibt es und diese sind besonders pflegeleicht.
  • Mit ein paar Tipps gelingt der richtige Heckenschnitt.

Bermersheim vor der Höhe – Ob als Zierde oder als Blickschutz: Hecken gehören zur Gartengestaltung meist genauso dazu wie der geliebte Rasen. Zeitgleich ist dann aber auch die Heckenpflege unerlässlich. Dabei sieht je nach Hecke der Pflegeschnitt anders aus, denn Kirschlorbeer, Zypresse oder Thuja unterscheiden sich als Heckenpflanzen. Aber in welchem Zeitraum benötigt die Hecke einen Schnitt? Welche Vorgaben macht der Naturschutz den Gärtnerinnen und Gärtner? Und zuallererst: Welches Werkzeug bekommt Hecken am besten in den Griff.

Heckenpflege: Handsäge und Handheckenschere – Das richtige Werkzeug auswählen

Zuerst sei die klassische Handsäge genannt, die bei der Gartengestaltung unterstützt. Wer nur kleinere Äste von etwa vier bis zehn Zentimetern Dicke durchsägen möchte, kann sich getrost auf die Handsäge verlassen. Es gibt vier Arten der Handsäge:

  • Fuchsschwanz
  • Japansäge
  • Astsäge
  • Bügelsäge

Sie unterscheiden sich laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) teilweise in ihren Einsatzgebieten im Garten: So ist die Japansäge besonders effektiv bei Schnitten oberhalb der Kopfhöhe und auf Höhe der Augen. Die Bügelsäge hingegen gilt beispielsweise als Allrounder, der auch in den höheren Lagen zum Beispiel beim Kirschlorbeer oder der Zypresse noch gut dünnere Äste bewältigt.

Bei etwas dickeren Ästen kommt dann die Handheckenschere zum Einsatz. Mit einer manuellen Heckenschere geht zwar mehr Zeit ins Land, bis die Hecke fertig geschnitten ist – sie ist aber auch leiser und besser für den ökologischen Fußabdruck. Weiterer Vorteil: Handheckenscheren sind deutlich preiswerter als motorisierte Modelle und verlangen mehr körperliche Anstrengung – das Fitnessprogramm ist also, wie auch beim manuellen Rasenmäher, schon inklusive. Handheckenscheren sind besonders bei noch jungen Hecken empfehlenswert. Dann sind die Heckenpflanzen noch kleiner und besser handhabbar.

Heckenpflege: Manuelle oder elektrische Heckenschere?

Heckenscheren für den Garten sollten folgende Vorgaben erfüllen:

  • Sie sollten ein Zeichen für geprüfte Sicherheit tragen (GS)
  • Die Schwertlänge sollte in etwa der Breite der Hecke entsprechen
  • Sie benötigen beidseitig geschliffene Messer
  • Eine Schnellstoppfunktion sowie Sicherheitsschaltung müssen vorhanden sein

Bei höheren Hecken bietet sich der Griff zur elektrischen oder benzinbetriebenen Heckenscheren an. Benzinbetriebene Heckenscheren lohnen sich erst, wenn Gärtnerinnen und Gärtner eine größere Fläche vor sich haben. Die Geräte sind sonst in der Anschaffung zu teuer – das benötigte Öl ist oft nicht preiswert. Außerdem sind das Gewicht und der Geräuschpegel, ähnlich wie beim Rasenmäher, nicht zu unterschätzen.

Wer einen kleinen Garten und weniger Schnittfläche bei der Gartengestaltung hat, sollte zur elektrischen Heckenschere greifen. Sie ist sehr leistungsfähig und wiegt weniger als eine benzinbetriebene Heckenschere. Ihr größter Nachteil ist allerdings das Stromkabel: Beim Heckenschnitt verwickelt es sich im Geäst und ist schnell durchgeschnitten.

Heckenpflege: Die richtige Schnitthecke finden

Kirschlorbeer, Zypresse oder doch Buche? Heckenpflanzen gibt es viele, aber welche ist die richtige? Bevor die Heckenart ins Spiel kommt, muss klar sein, ob eine Schnitthecke oder eine Mischhecke heranwachsen soll.

Schnitthecken bestehen meist nur aus einer einzigen Heckenart, die in einer geraden Linie wächst und regelmäßig nach einem Schnitt verlangt. Hier bieten sich besonders die bekannte Hainbuche an: Sie ist anspruchslos und verträgt trockene und heiße Zeiten gut. Zudem finden Vögel in ihr auch im Winter Unterschlupf, da sie ihre Blätter nicht abwirft. Starke Beischnitte sind bei der Gartengestaltung für die Hainbuche kein Problem. Schon Hildegard von Bingen (81, † 1179) aus Bermersheim vor der Höhe wusste um die heilende Wirkung der Hainbuche und nutzte erwärmte Hainbuchenspäne zur Behandlung von weißen Flecken auf der Haut.

Auch der Weißdorn lässt sich gut als Schnitthecke einsetzen: Nach einem radikalen Rückschnitt treibt er wieder aus. Der Feldahorn benötigt zwei Mal im Jahr einen Rückschnitt, verträgt aber gut schattige Bedingungen im Garten. Er wächst als Baum oder Strauch. Ebenfalls Arten, die schnell wachsen und nicht gewünschte Blicke draußen halten, sind die Zypresse, Thuja beziehungsweise Lebensbaum und Kirschlorbeer.

Heckenpflege: Die richtige Mischhecke finden

Eine Mischhecke hingegen beinhaltet mehrere Heckenarten wie Kirschlorbeer und Zypresse, die versetzt in Reihen im Garten wachsen. Mischhecken sind grundsätzlich etwas pflegeintensiver, die Pflege der einzelnen Arten variiert aber in ihrer Intensität. Der Schlehdorn ist beispielsweise eine pflegeleichte Variante: Der dicht wachsende Strauch bietet optimalen Sichtschutz und zugleich noch dunkelblaue, essbare Früchte. Sehr bekannt ist auch die Vogelbeere oder Eberesche, die mit ihren roten Beeren das Heckenbild schmücken. Grundsätzlich gilt, dass sich heimische Arten wunderbar als Hecken eignen: Die Heckenpflanzen bieten Vögeln, Insekten und anderen Tieren Unterschlupf und sind in der Regel robuster.

Heckenpflege: Der richtige Schnitt – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Vor dem Schnitt der Heckenpflanzen im Garten sollten Gärtnerinnen und Gärtner zuerst überlegen, wann sie ihre Hecke schneiden wollen. Zwar gilt meist der 24. Juni, also der Johannistag, als allgemein bekannter Heckenschnitt-Termin. Besser ist es jedoch, die Hecke zwei Mal im Jahr zu schneiden. Zum einen bietet sich ein Schnitt Ende Februar an. Die Äste treiben noch nicht aus und die Hecke lässt sich bei der Gartengestaltung auf die gewünschte Form zurückschneiden. Im Sommer dann folgt der zweite Schnitt, der aber weniger stark sein sollte. So wachsen Hecken dichter und gleichmäßiger.

Außerdem ist der Naturschutz zu beachten. Das Bundesnaturschutzgesetz sieht laut der Landwirtschaftskammer zwischen dem 1. März und dem 30. September ein Fäll- und Beseitigungsverbot vor: Bäume, Hecken und andere Gehölze dienen oft als Nistplatz und Rückzugsort für Tiere, denen das Gesetz so Schutz bietet. Da viele Kommunen jedoch eigene Baumschutzsatzungen haben, sind die konkret geschützten Baum- und Heckenarten für den jeweiligen Ort in der Kommunalverwaltung hinterlegt. Im Sommer sind ausdrücklich nur leichte Formschnitte erlaubt.

Heckenpflege: Der richtige Schnitt und die richtige Form

Als oberste Faustregel beim Heckenschnitt gilt, dass die Hecke nicht unten schmaler sein sollte als oben. Ansonsten verliert der untere Teil schnell seine Blätter, da der breitere, obere Teil nach unten hin Schatten wirft. Zwei Stöcke zu Seiten der Hecke mit einer gespannten Schnur zeigen, wo der richtige Schnitt der Heckenpflanze hin muss.

Bei Heckensträuchern, Heckengehölzen und Nadelgehölzen bedarf es unterschiedlich starker Rückschnitte, die bei der Gartengestaltung zu beachten sind. Zu den Heckensträuchern gehört zum Beispiel der Liguster, eine beliebte Heckenpflanze, deren Hauptäste kurz vor dem Laubaustrieb Ende Februar bis auf 30 Zentimeter über dem Boden zurückgeschnitten werden können. Im nächsten Frühjahr steht dann der nächste Rückschnitt des bis dahin gewachsenen Austriebes an: Mindestens ein Drittel seiner Länge sollte ab. Manche Heckenpflanzen wie der Buchsbaum brauchen allerdings einige Jahre, bis die Verjüngung der Hecke ein schönes Ergebnis hervorbringt.

Heckenpflege: Heckengehölze und Nadelgehölze verjüngen

Auch Ahorn und Hainbuche vertragen als Heckenpflanzen im Garten einen radikalen Rückschnitt. Bevor Gärtnerinnen und Gärtner zur Heckenschere greifen, sollten sie die Hecke laut dem Naturschutzbund Deutschland gründlichst auf Vogelnester untersuchen. Beim Verjüngen der Hecken ist es ratsam, im ersten Jahr bereits im Frühjahr mit einer Baumsäge die Äste auf der Oberseite und an einer der beiden Flanken zurückzuschneiden. Im zweiten Jahr folgt dann die verbliebene Seite. So steckt die Hecke den Rückschnitt besser weg, da sie an einer Seite immer genügend Blätter behält.

Nadelgehölze hingegen vertragen einen radikalen Schnitt nicht gut, daher sollten Gärtnerinnen und Gärtner zum Beispiel beim Pflegeschnitt von Scheinzypressen und Thujas an den Seiten nur bis zum Nadelansatz zurückschneiden.

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