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Gartenmauer gestalten: Klinker, Naturstein oder Beton – Beispiele für die perfekte Gartenmauer

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Von: Franziska Irrgeher

Ein Apfel-Spalier wächst an einer Ziegelmauer entlang.
Gartenmauern schützen vor unerwünschten Blicken und werten den Garten optisch auf. © Andrea Warnecke/dpa

Gartenmauern müssen nicht nur als Grenzen dienen, sie können auch gut aussehen. Von Kosten bis Design und Bau – die wichtigsten Infos zu Gartenmauern.

Bei Gartenmauern denken viele an Relikte aus dem Mittelalter. Dabei sind die massiven Bauten heute beliebter denn je und im Gegensatz zu früher nicht nur dem Adel vorenthalten. So schmücken Gartenmauern inzwischen zahlreiche Einfamilienhäuser und sind mit dem richtigen Design und der entsprechenden Pflege nicht nur ein Garant für mehr Privatsphäre, sondern auch optisch ein Hingucker.

Gartenmauer – gesetzliche Vorschriften

Das eigene Grundstück bietet einem viel Freiheit – aber auch einige Verpflichtungen! Das gilt auch für die Gartenmauer. Wenngleich es je nach Gemeinde voneinander abweichende Bestimmungen gibt, so lassen sich ein paar Grundsätze dennoch festhalten. Gartenmauern, die lediglich eine symbolische Grenze zwischen mehreren Grundstücken darstellen, sollten etwa 40 Zentimeter bis 90 Zentimeter hoch sein.

Dient die geplante Gartenmauer auch als Sichtschutz, darf sie je nach Ort nicht höher als 170 Zentimeter oder 190 Zentimeter sein. Dabei kann die Mauer nicht punktgenau auf der Grundstücksgrenze verlaufen, sondern muss mindestens 50 Zentimeter Abstand zum Nachbargrundstück betragen.

Gartenmauer: Wie teuer ist eine Gartenmauer?

Der Preis hängt, wie so oft, von verschiedenen Faktoren ab. Der Wichtigste ist sicherlich die Fläche, welche eingemauert werden soll. Die meisten Anbieter arbeiten nämlich nach Quadratmeterpreis, der je nach Material zwischen 100 Euro bis 130 Euro liegt. Entsprechend gilt: Je höher die Gartenmauer und je größer das Grundstück – umso kostspieliger ist das Ganze letztlich auch. Wer handwerklich begabt ist, kann auch selbst Hand anlegen und somit einen Großteil der Kosten für Personal, Anfahrt und Einkauf einsparen. Die Materialkosten betragen etwa 30 Prozent des angesetzten Preises und liegen entsprechend zwischen 30 und 50 Euro pro Quadratmeter Mauer.

Gartenmauer – diese Materialien sind dafür geeignet

Folgende Materialien sind in der Gartengestaltung besonders beliebt:

Gartenmauer aus Kunststoff

Kunststoffmauern sind eher eine Rarität, werden aber immer beliebter. Das liegt vor allem an ihrem vergleichsweisen niedrigen Eigengewicht sowie der großen Variabilität in puncto Design und Farbe. Ob Anthrazit, Pink oder Weiß, bei Kunststoff sind der eigenen Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Zudem gibt es verschiedene, bereits fertig zugeschnittene Modelle, die lediglich miteinander verknüpft werden müssen. Moderne Klickelemente erlauben entsprechend viel Flexibilität und so kann die Gartenmauer aus Kunststoff bei Bedarf auch relativ problemlos umgestellt werden.

Gartenmauer aus Naturstein

Naturstein lässt sich vielseitig einsetzen und ist seit jeher das beliebteste Element für Gartenmauern. Auch heute noch sind Natursteinmauern um viele Schlösser, Burgen und Ruinen herum aufgestellt. Hinsichtlich des Designs kann Naturstein entweder als Quadermauerwerk, Wechselmauerwerk oder Schichtenmauerwerk installiert werden.

Allerdings sollte das Mauern von Naturstein in der Regel lieber dem Profi überlassen werden. Neben Erfahrung mit Verputzen, Verkleiden und Gestalten, hat der Profi zudem die richtige Herangehensweise an schweres Heben. Eine etwas einfach handhabbare Alternative ist Hohlstein. Hohlstein hat ein geringeres Eigengewicht lässt sich einfacher verputzen und flexibler gestalten.

Gartenmauer aus Holz

Totholz kennen die meisten vermutlich eher als Zaun. Dabei lässt sich mit Holz auch hervorragend eine massivere Gartenmauer bauen. Häufig dient Holz auch zum Verkleiden einer sich dahinter befindenden Steinmauer oder Mauer aus Beton. Durch die hohe Flexibilität des beliebten Materials werden besonders bei größeren Gartenflächen auch kreative Designs mit Sitzecken, Pflanzen-Arrangements und aufregender Beleuchtung möglich. Noch ein Pluspunkt: Holz gibt es in vielen verschiedenen Nuancen, Mustern und Arten. Wer Inspiration sucht, wird online oder vielleicht auch bei den Nachbarn schnell fündig.

Gartenmauer aus Granit

Mauersteine aus Granit sind ästhetisch, pflegeleicht und überaus beständig. Ob Frost, Niederschlag oder auch Tausalz im Winter, sie halten auch extremen Wetterbedingungen gut Stand und können dementsprechend Jahrzehnte halten, ohne an Ästhetik einzubüßen. Optisch überzeugt Granit mit vergleichsweise großer Variabilität und reicht von grauen Nuancen bis hin zu weißen und gelblichen Tönen.

Wer sich eine Mauer aus Granit wünscht, sollte dabei keinesfalls das Fundament vergessen. So versinken die einzelnen Steine nicht im Boden und die Mauer bleibt langfristig stabil. Ansonsten lassen sich Granitsteine auch gut auf Pflastersteinen oder Terrassenplatten installieren, hierfür braucht es aber deutlich mehr Mörtel.

Gartenmauer umweltfreundlich gestalten

Nachhaltiges Design spielt auch bei der Gartenmauer eine zunehmend wichtige Rolle. Recyclingmauern sind daher der Trend der Stunde und bieten Privatsphäre, Sichtschutz und Sicherheit, ohne die Umwelt unnötig zu belasten. Hier steht nicht unbedingt die Optik im Vordergrund. Recyclingmauern können etwa aus alten Ziegeln, Rohren, Dachziegeln und vielen anderen Resten bestehen, stabil sollte die Mauer in jedem Fall sein.

Wer es ästhetischer möchte, kann eine Gabionenwand errichten. Bei der Gabionenwand werden filigrane Metall- oder Holzelemente aufgestellt, welche dann mit Normalstein aufgefüllt werden. Zum einen lässt sich die Gabionenwand flexibel planen, zum anderen ist sie eine kostengünstige und schnell aufgestellte Alternative. Sie muss nicht verputzt werden und auch das zeitaufwändige Mauern fällt weg. Wird die Gartenmauer irgendwann nicht mehr gebraucht, können die Steine ganz einfach wiederverwendet werden.

Gartenmauer: Farbe aussuchen

Wer die Wahl hat, hat die Qual – wie so oft, trifft dieses Motto auch bei der Gartenmauer zu. Neben den Materialien spielt vor allem die Farbauswahl eine wichtige Rolle für das gesamte Ambiente. Während Natursteine in dezenten Farben zu fast jedem Design passen, sollte bei Kunststoffmauern und Holz ein bisschen mehr Zeit in das Design investiert werden. In der Natur vorkommende Farbtöne wie Braun, Grün und Khaki fügen sich in der Regel stimmig in vielseitige Dekors ein. Damit die Planung einfach geht, gibt es inzwischen einige Online-Portale, die praktische Tools bieten, die bei der Garten-Planung helfen.

Gartenmauer dekorieren

Wenn die Gartenmauer nicht nur praktisch, sondern auch schön sein soll, kommen Dekorationselemente ins Spiel. Gerade im Garten bieten sich hier natürlich vor allem Blumen und Pflanzen an. Dabei gilt es, trotz großer Gestaltungsfreiheit, auch einige Verordnungen einzuhalten. Gerade bei höherwachsenden Pflanzen sollte beispielsweise darauf geachtet werden, dass sie nicht zu nah am Nachbargrundstück gepflanzt werden und hinüber wachsen könnten.

Gartenmauern am Hang

Neben geraden Gartenmauern gibt es auch die Möglichkeit, mithilfe der Gartenmauer den Hang abzufangen. Böschung oder Hang im Garten sollten immer abgefangen werden, ansonsten kann das Material weggespült werden. Um den Hang zu befestigen, sollte man aber einiges beachten, damit die Konstruktion auch effektiv ist.

Bis 120 cm Höhe dürfen Gartenbesitzer ihre Mauern am Hang selbst bauen, über dieser Höhe muss ein Fachmann beauftragt werden, die Stabilität der Mauer muss zudem garantiert sein. Ob eine Schwergewichtsmauer oder auch eine Drainage nötig ist, kann am besten vom Fachmann vor Ort beurteilt werden. Im Gegensatz zu normalen Gartenmauern, sollten Mauern am Hang eher nicht von einem Hobbygärtner selbst gebaut werden.

Gartenmauer selber bauen

Wenn es um normale Mauern geht, dann können Hobby-Handwerker durchaus ihre eigene Gartenmauer bauen und dabei einiges an Geld sparen. An erster Stelle sollte dabei dennoch Sicherheit stehen, denn nicht alle Materialien können einfach selbst zugeschnitten werden. Die meisten Fachgeschäfte für Gartenequipment bieten neben einem großen Sortiment daher auch zahlreiche hilfreiche Services, wie das Zuschneiden von Naturstein oder Holzlatten an. Auch sollte, gerade bei schwereren Materialien, stets auf Hilfe zurückgegriffen werden. Wer sich eigenhändig an das Projekt Gartenmauer machen möchte, findet auch online zahlreiche Anleitungen zu verschiedenen Mauer-Konzepten.

Gartenmauer richtig pflegen

Eine schöne Gartenmauer zieht nicht nur so manchen Blick auf sich, auch verschiedene Tierarten und Pflanzen machen es sich gerne zwischen den einzelnen Bauelementen gemütlich. Damit diese nicht die Bausubstanz beeinträchtigen, sollte die Gartenmauer entsprechend gepflegt werden. Dazu gehört das regelmäßige Entfernen von Moos sowie die Reinigung mit Wasser und Bürste. Hartnäckiger Schmutz kann mit Spezialreinigern beseitigt werden, während hohle Innenräume mittels Hochdruckreiniger von Unkraut, Rückständen und unerwünschten Krabbeltieren befreit werden. Letzteres jedoch nur, wenn sich in der Mauer keine geschützten Tierarten angesiedelt haben. Auch sollte kein Hochdruckreiniger bei Trockenmauern verwendet werden, ebensowenig bei bepflanzten Mauern und bei empfindlichem Fugenmaterial.

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