Zu sehen ist eine Steinfigur, die auf einer Mauer sitzt. Sie ähnelt einem Drachen, hat Flügel und stützt ihren Kopf in der linken Hand auf.
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Ein Gargoyle beschützt den Garten vor bösen und unerwünschten Gästen (Symbolbild).

Unheimliche Gartendeko

Gargoyles im Garten: Die Gartendekoration, die Sie vor unerwünschtem Besuch schützt

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Der Legende nach vertreiben die Steinfiguren, die früher Wasserspeier waren, unerwünschten und bösen Besuch. Auch aus Ihrem Garten.

München – Die Gargoyles scheinen Gärtnerinnen und Gärtner auf ihrem Spaziergang durch den Garten zu beobachten. Und das ist auch gut so, denn darin liegt neben ihrem schmückenden Charakter ihre Hauptaufgabe. Die Geschichte der Gargoyles geht bis ins 6. Jahrhundert zurück und seither gelten sie als Wächter, die das Böse abwehren. Dringt also ein ungewollter Gast in den Garten, hat der Gargoyle ihn bereits im Blick und wehrt sein Eindringen ab.

Gargoyles im Garten: Das steckt hinter den steinernen Wasserspeiern

Gargoyles heißen im Deutschen meist nur Wasserspeier. Diese Bezeichnung verweist schon auf ihren ursprünglichen Nutzen. In der Antike erschufen Menschen die Figuren als architektonisches Element, das dazu diente, Wasser von Dach des Gebäudes auf die Straße zu leiten. Diese Aufgabe übernahm aber pro Haus nicht nur ein Wasserspeier, sondern gleich mehrere, die gleichmäßig verteilt waren. Die Wasserspeier konnten dabei die unterschiedlichsten Formen haben:

  • Hundeköpfe
  • Löwenköpfe
  • Theatermasken
  • dämonische Wesen und Fratzen
  • Teufelsköpfe

Besonders an sakralen Gebäuden sind die kleinen und großen Figuren, Fratzen und Mischwesen zu finden. Dabei hatten sie im Mittelalter nicht mehr ausschließlich die Funktion eines Wasserspeiers, sondern sollten das Böse und den Teufel abhalten. Sie sahen zu der Zeit selbst möglichst schrecklich und furchteinflößend aus, um das Böse zu spiegeln und so fern von Kirchen und anderen Glaubensgebäuden zu halten. In dieser Zeit entwickelte sich auch ihr Ruf als Beschützer. Besonders bekannt sind zum Beispiel die Gargoylen der Notre Dame in Paris.

Besonders bekannt sind die Gargoyles der Kirche Notre Dame in Paris (Symbolbild).

Gargoyles im Garten: Folgende Formen der Figuren gibt es noch heute

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Gestalt und Form der Gargoyles. Zunehmend bekamen sie menschliche Gestalt, teilweise sogar mit humoristischen Ansätzen. Mit Erfindung der klassischen Regenrinne verschwanden die Gargoyles auf dem Alltag immer mehr, doch im Garten blieben sie als Gestaltungselement erhalten. Auch in modernen Geschichten und Romanen hielten sie, ähnlich wie Alraunen und andere Hexenkräuter, Einzug.

Mittlerweile gibt es sie aus den unterschiedlichsten Materialien. Zu Stein hat sich Metall und Ton gesellt. In Gärten finden sich die Wasserspeier aber meist noch aus Stein. Bei der Pflege der Steinfiguren ist es wichtig, dass sie nicht im Wasser stehen. Denn gefrierendes Wasser ist nicht nur für Wasserstellen von Vögeln im Garten ein Problem. Auch dem Stein setzt der Frost zu und macht ihn im schlechtesten Fall kaputt. Daher sollte der Gartenwächter immer einen trockenen Standort haben.

Im Garten übernimmt der Gargoyle übrigens noch immer ihre ursprüngliche Wächterfunktion. Sie speien zwar meist kein Wasser, unerwünschte Gäste soll die Steinfigur aber dennoch mit ihren bösen Blicken abhalten. Daher sollten Gartenfreunde diesen Gartenschmuck so platzieren, dass der Gargoyle den Garten gut überblicken kann. Neben der Planung von Pflanzen müssen Gartenfreunde also auch die Gartendekoration gut durchdenken*. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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