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Nützlinge im Garten: Wie Sie Nützlinge im Garten ansiedeln und Schädlinge in Schach halten

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist ein Marienkäfer auf einem Grashalm (Symbolbild).

Marienkäfer sollen Glück bringen und sind im Garten willkommene Nützlinge (Symbolbild). © Silke Heyer/picture alliance/dpa

Welche Tiere als Nützlinge oder Schädlinge gelten, hängt immer vom Betrachter ab. Viele Tiere, die einen schlechten Ruf haben, haben einen großen Nutzen für den Garten.

Dessau-Roßlau – In jedem Garten gibt es kleine Helfer, die auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen sind. Diese Gartenbewohner nehmen uns eine Menge Arbeit ab und halten beispielsweise Blattläuse in Schach, ohne dass wir es bemerken. Wer einen üppigen und gesunden Garten haben möchte, sollte also dafür sorgen, dass diese kleinen Nützlinge wie Wespen, Regenwürmer und Marienkäfer sich dort wie zuhause fühlen. 

Nützlinge: Das bedeutet der Begriff Nützlinge

Nützlinge sind Organismen, die für den Menschen schädliche Tiere vernichten. Natürlich ist es aus ökologischer Sicht wenig sinnvoll, Organismen als nützlich und schädlich zu betiteln, da jeder Organismus seine Aufgabe und seinen Nutzen im Ökosystem hat. Jedoch scheinen uns einige Tiere im Gartenalltag hilfreicher als andere: Ihre Lebensweise unterstützt Gärtnerinnen und Gärtner ungefragt bei der Gartenarbeit, indem sie beispielsweise Schädlinge vertilgen oder die Erde auflockern. Das Bundesumweltamt betont jedoch auch die anderen Aufgabenbereiche der Nützlinge, die das biologische Gleichgewicht im Garten herstellen:

Nützlinge: Diese Tiere zählen dazu

Auch wenn Nützlinge meist nicht sonderlich schön anzusehen sind, leisten Insekten und Co. einen großen Beitrag zur Gesundheit eines Gartens. Bienen, Hummeln und verschiedene Käfer sind willkommene Besucher, die jedem Hobbygärtner und jeder -gärtnerin bekannt sein sollten. Doch auch Raubfliegen, Mücken, Kellerasseln, Spinnen, Fadenwürmer, Borstenwürmer und Ameisen erfüllen ihre Aufgaben als Nützlinge. Sogar größere Tiere wie Molch, Igel, Maus, Maulwurf und Kröte sorgen für ein Gleichgewicht im Garten.

Nützlinge: Ameisen und Schnecken als Nützlinge sehen

Manche Tiere lassen sich nicht immer eindeutig als Nützling oder Schädling benennen. So zum Beispiel Ameisen. Sie tummeln sich oft in Zwischenräumen von Steinplatten auf Terrassen, Stufen oder Balkonen und sind schnell in Scharen anwesend, wenn irgendwo Nahrungsmittel unverpackt stehen. Die Vorteile von Ameisen im Garten sind jedoch nicht von der Hand zu weisen. Sie beseitigen Unkrautsamen und reduzieren Schnecken, kleine Raupen oder Möhrenfliegen. Zudem beseitigen sie häufig die Eier von Schädlingen und fungieren öfter als Aasfresser.

Auch wenn sie auf dem Speiseplan von Ameisen stehen und Gartenfreunde mit zerfressenem Gemüse oft über sie schimpfen, haben auch Schnecken einen ökologischen Nutzen im Garten. Laut dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) ist der Tiegerschnegel eine besonders nützliche Schneckenart. Zum einen, weil er nur alte Pflanzenreste frisst und zum anderen die Eier seiner schädlichen Verwandten der Nacktschnecke vertilgt. Auch Weinbergschnecken und Hainbänderschnecken sollte Gartenfans in Ruhe lassen, da sie zur Putzkolonne im Garten gehören, indem sie alte Pflanzenreste fressen. Mit Wespen, Regenwürmern und Marienkäfern sichern Ameisen und Schnecken das Gleichgewicht im Ökosystem des Gartens.

Nützlinge: Marienkäfer, Hornissen und Wespen leisten wichtigen Dienst

Marienkäfer gelten gemeinhin als Glücksbringer und haben es bei Gärtnerinnen und Gärtnern so schon etwas leichter. Neben ihrem guten Ruf haben die Tiere aber tatsächlich auch noch einen großen Nutzen, denn sie fressen Blattläuse. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) frisst der Siebenpunkt-Marienkäfer zwischen 100 und 150 Blattläusen täglich.

Hornissen hingegen haben einen wesentlich schlechteren Ruf. Meist liegt das an ihrer Größe und der zu Unrecht geschürten Angst vor ihrem Gift. Dieses ist nicht schädlicher als das von Bienen oder Wespen und Hornissen sind eine große Unterstützung im Kampf gegen Forstschädlinge. Die zur Familie der Faltenwespen gehörenden Tiere ernähren sich hauptsächlich von Raupen des Eichenprozessionsspinners oder des Eichenwicklers – am Tag fressen sie zu Hochzeiten etwa 500 Gramm Insekten.

Unter dem Aspekt sollten Gartenfreunde auch Wespen sehen. Natürlich stört es, wenn hungrige Wespen das Kuchenessen oder Grillen auf der Terrasse stören. Aber Schlupf- und Graswespen fressen laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft die Raupen von Kohlweißligen, die weiße Fliege sowie die Eier von Blattläusen. Zudem stehen Kirschfruchtfliegen, Larven von Minierraupen, Larven und Apfelwickler auf dem Speiseplan ihres Nachwuchses.

Nützlinge: Maus und Maulwurf trotz ihrer Grabungen lieben lernen

So manche einer ekelt sich vielleicht vor den kleinen Tieren, aber Mäuse sind überaus wichtig im Garten. Denn auch wer die Gangsysteme der Mäuse unter seinem Rasen fürchtet, kommt nicht um eine Erkenntnis herum: Besonders die Spitzmaus räumt um der Kompost herum mit ihrem Fressverhalten eine Menge auf. Schädliche Schnecken, Fliegenmaden oder Engerlinge sind für die Maus eine Delikatesse. Wissenschaftler zählen sie sogar nicht zu den klassischen Nagetieren, sondern zu den Insektenfressern.

Maulwürfe haben ebenfalls oft keinen einfachen Standpunkt bei Menschen. Viele ärgern sich, wenn Erdhügel neben Erdhügel den gepflegten Rasen zersprengt. In solchen Fällen sollten Gartenbesitzerinnen und -besitzer immer die Vorteile von Maulwürfen bedenken. Laut dem NABU sind die Buddler ein Zeichen für gute Bodenqualität, da der Maulwurf ohne viele kleinere Lebewesen im Boden gar keine Nahrungsgrundlage hätte. Und zu dieser Nahrungsgrundlage gehören neben Regenwürmern auch Schnecken, Engerlinge und Schnakenlarven.

Nützlinge: Kellerasseln und Feuerwanze als harmlose Gartenbewohner  

Kellerasseln können im Keller schon mal unangenehm sein, wenn sie Nahrungsmittel anfressen. Im Garten hingegen sollten sich Gärtnerinnen und Gärtner über die Tiere freuen. Denn Kellerasseln schaffen es, aus Pflanzenresten und anderem Material Humus herzustellen. An lebende Pflanzen gehen die Tiere selten. Feuerwanzen sind ebenso harmlos. Ihr roter Panzer fällt zwar im grünen Gras auf, sie schaden aber keiner Pflanze. 

Nützlinge: Spinnen, Milben und Schwebfliegen als unterschätzte Helfer

Leider werden Spinnen oft als unerwünschte Gartenbewohner angesehen, obwohl sie eine Vielzahl an Schädlingen bekämpfen. Zu ihrer Beute gehören:

Tatsächlich gibt es auch Milbenarten, die eine positive Auswirkung auf einen Garten haben. Ein häufiger Bewohner ist zum Beispiel die rote Samtmilbe, die sich ebenfalls von Blattläusen, Thripsen und Spinnmilben ernährt.

Schwebfliegen zählen wohl zu den beliebtesten Schädlingsbekämpfern. Sie werden oft mit Wespen verwechselt, haben jedoch keinen Stachel und sind somit vollkommen harmlos. Diese Insekten ernähren sich hauptsächlich von Blattläusen und legen ihre Eier in Blattlaus-Kolonien ab. Eine einzige von mehreren Hundert Larven frisst ebenfalls Hunderte Blattläuse.

Wer gegen Gartenlaufkäfer, Dickmaulrüssler und Junikäfer vorgehen möchte, kann dies mit Nematoden tun. Diese bekämpfen Schädlinge schon vom Erdboden aus. Raubmilben helfen gegen Spinnmilben, Zitrus-Milben, Thripse und Rote Baumspinnen, Springschwänze, Sumpffliegen und Trauermücken. Hierbei kommt es natürlich auf die Raubmilben-Art an.

Nützlinge: So locken sie die Tiere in den Garten

In erster Linie ist es wichtig, den Garten zu einem geeigneten Lebensraum für Nützlinge wie Wespen, Regenwürmer und Marienkäfer zu machen. Ein kahler Acker ohne jegliche Versteckmöglichkeit ist jedoch keine gute Basis für Insekten. Eine Vielfalt an Pflanzen und Nahrungsquellen ist somit das A und O, um Nützlinge in den Garten zu locken.

Wer also einen gesunden Garten haben möchte, sollte sich nicht nur ein leeres Beet zulegen. Stattdessen ist es wichtig, Rückzugsgebiete für die kleinen Nutztiere zu schaffen, damit diese überwintern und auch im nächsten Jahr für einen gesunden Garten sorgen können. Nützlinge ziehen sich gern in Falllaub, Steinhaufen, Ritzen, Holz, Tontöpfe, Nistkästen oder Florfliegenkästen zurück. Sie halten sich dort auf, wo es eine üppige und blühende Bepflanzung gibt.

Den kleinen Tierchen und dem Naturschutz zur Liebe sollte ein Hobbygärtner außerdem vollständig auf jegliche Chemie verzichten. Denn mit den Spritzmitteln verschwinden zwar die Schädlinge, damit aber auch die Nützlinge. Tatsächlich sind es meist die Schädlinge, die die nützlichen Insekten anlocken. Denn zu Nützlingen zählen laut dem Bund Naturschutz in Bayern auch Räuber und Parasiten, die sich an ungewollten Garten-Bewohnern satt fressen. Somit werden Schädlinge auf die natürliche Art und Weise ohne den Einsatz von Chemikalien reduziert.

Nützlinge: Wie hilfreich ist ein Insektenhotel?

Ein Insektenhotel bietet Lebensräume, in denen sich Nützlinge vermehren können. Wenn sich im Garten nicht genügend Unterkünfte für kleine Tiere befinden, kann ein Insektenhotel schnell viele Unterschlupfmöglichkeiten schaffen. Dort siedeln sich vor allem nützliche Insekten an, die den Garten vor zahlreichen Arten von Schädlingen bewahren können. Gärtner genießen viele Vorteile, wenn sie sich einen solchen Kasten zulegen und Nützlinge im Garten fördern.

Zu den Bewohnern eines Insektenhotels gehören unter anderem die Rote Mauerbiene, die Seidenbiene, Pelzbienen und Maskenbienen. Auch friedliche Wespen, die zu den nützlichsten Jägern gehören, gibt es dort zu Genüge. Noch dazu können Gärtner den Insekten beim Nisten zusehen und beobachten, wie sich die Vielfalt an Nützlingen in ihrem Garten ausweitet.

Nützlinge: Nützlinge kaufen, wenn nicht genügend im Garten sind  

Wer in seinem Garten nicht genügend Nützlinge hat, kann etwas nachhelfen, um die Balance an Insekten wiederherzustellen. Vor allem bei einem Schädlingsbefall ist es hilfreich, zuerst mit natürlichen Mitteln vorzugehen. Die Nützlinge können Gärtner direkt im Fachhandel kaufen oder sich an Online-Händler wenden.

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