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Pflegeleichter Garten für Senioren: Hilfsmittel, Pflanzen sowie Gestaltung für weniger Arbeit

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Der Garten ist für viele der wichtigste Ort, wenn es warm ist. Vor allem Senioren bleiben durch die Gartenarbeit mobil und haben Freude daran. Der Garten sollte aber pflegeleicht sein.

München – Meist lernen wir die Gartenarbeit von unseren Eltern oder Großeltern und geben das Wissen später an die eigenen Kinder weiter. Ein Garten ist somit nicht nur etwas für junge Leute, vor allem Senioren sind meist gerne draußen und kümmern sich bis ins hohe Alter um alles. Damit das Ganze ohne schmerzende Gelenke und möglichst einfach geht, sind Hilfsmittel, die passende Gartengestaltung und die richtigen Pflanzen gefragt.

Pflegeleichter Garten für Senioren: So verbinden Sie Freude am Garten mit wenig Aufwand

Mit dem Alter nimmt die Beweglichkeit meist ein wenig ab, das macht sich früher oder später auch bei der Gartenarbeit bemerkbar. Auch chronische Krankheiten tragen dazu bei, dass Senioren vielleicht nicht immer so ausdauernd und schnell Arbeiten im Garten erledigen können. Ein Garten ist aber ohnehin vorwiegend ein Ort der Entspannung und Kreativität. Passen Sie ihn also an Ihre Bedürfnisse an. Denn an pflegeleichten Gärten haben nicht nur Senioren Freude. Bestenfalls verändern Sie den Garten schon einige Jahre vor der Rente in eine etwas pflegeleichtere Variante.

Pflegeleichter Garten für Senioren: Hilfsmittel und die richtige Gartengestaltung

Ein Garten für oder von Senioren muss keiner Betonwüste gleichen. Allerdings sollten einige hilfreiche Gestaltungselemente integriert werden.

Die richtige Gartengestaltung und passende Hilfsmittel:

  • Kniebank/Gartenbank: Die ist definitiv nicht nur für Senioren eine geniale Erfindung. Wer beim Beet bepflanzen schon mal längere Zeit auf Steinen gekniet hat, wird für diese Bank dankbar sein. Konkret handelt es sich dabei um eine Konstruktion aus zwei Seitenteilen, die meist auch als Griff beim Aufstehen genutzt werden können und ein Mittelstück mit integriertem „Kissen“. Das besteht oft aus Kunststoff, bietet genug Halt, aber auch Komfort, sodass langes Knien nicht unbequem wird. Meist ist diese Kniefläche höhenverstellbar und die Kniebank kann auch normal als kleine Gartenbank genutzt werden.
  • Rollsitz: Ähnlich wie die Kniebank, aber mit Rollen und einer sattelförmigen Sitzfläche. So müssen Sie beim Säen und ähnlichem nicht stehen.
  • Pflanztische: Auch die sind für Gartenfans jeden Alters geeignet. Besonders Rollstuhlfahrer oder Menschen, die nicht lange stehen können, haben dadurch aber Vorteile. Mit einem Stuhl davor kann am Pflanztisch auf bequemer Höhe umgetopft und eingesät werden, auch Blumensträuße können Sie hier binden. Ein weiterer Vorteil: Pflanztische sind meist einfach zu reinigen und haben Haken für Werkzeug wie Schaufeln oder Scheren.
  • Hochbeete: Noch etwas, von dem jeder mit Rückenproblemen profitiert. Ein Hochbeet ist zwar meist eine kostspielige Anschaffung, denn neben dem Beet an sich brauchen Sie auch einige Liter Füllmaterial, aber dafür kann es ewig genutzt werden. Hochbeete gibt es aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Größen. Für Rollstuhlfahrer bieten sich auch schmale Beete an, die in U-Form gebaut werden. Vor allem für niedrig wachsendes Gemüse wie Radieschen, Salat oder Zwiebeln sind Hochbeete auch für die Ernte ideal. Höher wachsende Pflanzen wie Bohnen und Tomaten können aber auch ins normale Beet.
  • Motorhacke: Das Umgraben herkömmlicher Beete ist mühsam und gerade bei verdichtetem Boden kostet es viel Kraft. Eine Motorhacke oder elektronische Bodenhacke bekommen Sie für etwa 100 Euro und sie erleichtert die Arbeit definitiv. Es gibt sie wahlweise mit Verbrennungsmotor oder elektrisch.
  • Gartenbewässerung: Haben Sie schon mal versucht, mit einer Hand am Rollator den Gartenschlauch aufzuwickeln? Lassen Sie es, das kann gefährlich werden. Voraussetzung für eine gute Gartenbewässerung ist ein Wasserhahn außen am Haus. Von dem aus können Sie nun entweder ein automatisches Bewässerungssystem installieren lassen, das klappt dann sogar auf Knopfdruck oder per Timer. Oder Sie lassen weitere Rohre und Zapfstellen im Garten verlegen. So wird der Garten zwar noch immer per Hand gegossen, jedoch mit kurzem Schlauch und deutlich weniger Aufwand.
  • Pflanzkästen mit Rollen: Eigentlich gibt es inzwischen fast alles im Garten mit Rollen. So auch Pflanzkästen. Das spart Kraft und der Gartengestaltung steht damit nichts mehr im Weg.
  • Rampen einbauen: Das sollte möglichst rechtzeitig bedacht werden und vielleicht schon Teil der Gartenplanung sein. Rollatoren und Rollstühle, aber auch Schubkarren sind mit Treppen kaum kompatibel. Ideal wäre daher neben jeder Treppe eine Rampe mit Geländer. Das erspart Ihnen auch bei der Gartenarbeit mit Schubkarre eignes an Ärger.
  • Wege und Untergründe: Kies ist hübsch, aber für Reifen alles andere als ideal. Die Hauptwege sollten daher bestenfalls gepflastert sein und auch eine ausreichende Breite haben. Einzelne Steine im Rasen bergen ähnliche Probleme, sie sind überaus hübsch, aber sowohl bei der Pflege als auch in der Nutzung überaus unpraktisch.
  • Terrasse oder Balkon herrichten: Irgendwann wird leider der Tag kommen, an dem wir die Gartenarbeit dennoch nicht mehr schaffen, uns aber weiterhin an der Natur erfreuen möchten. Dann kann eine mit pflegeleichten Pflanzen bestückte Terrasse oder ein Balkon eine schöne Sitzgelegenheit sein. Achten Sie auf einen rutschfesten Bodenbelag, Holz wird bei Regen schnell zu rutschig, Marmor heizt sich zu schnell auf. Sonnenschutz und Windschutz sollten ebenfalls gegeben sein, auch Steckdosen und Beleuchtung dürfen nicht fehlen. Ganz wichtig: Ein schwellenfreier Zugang. Nistkästen für Vögel oder Insektenhotels bringen zudem etwas Leben auf die Terrasse.

Damit ist die Gartengestaltung an sich zwar abgedeckt, aber es fehlen noch die passenden Pflanzen.

Das sollten Senioren bei den Gartenpflanzen beachten:

  • Zaun statt Hecke: Sichtschutzhecken sind schön, Tiere lieben sie meist und auch wir erfreuen uns daran. Wer jedoch niemanden hat, der die Hecke im Notfall schneidet und es selbst nicht mehr kann, sollte lieber auf Zäune und Mauern setzen. Beides lässt sich mit den richtigen Pflanzen wie Efeu ebenfalls begrünen, braucht aber keine Pflege mehr.
  • Rasenpflege: Mähroboter, so sehr wir ansonsten auch davon abraten würden, können im Garten für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit eine große Hilfe sein. Vor der Installation bestimmen Sie dabei die zu mähenden Bereiche, die Zeiten können ebenfalls selbst festgelegt werden. Da die Installation vom Fachmann erfolgen sollte, müssen Sie sich auch dabei keine Gedanken machen. Der Rasenschnitt verbleibt dank regelmäßigem Mähen außerdem auf dem Rasen, die Entsorgung entfällt also. Auch können Sie Rasenflächen durch andere Pflanzen, einen Steingarten oder ähnliches ersetzen.
  • Bodendecker: Anschließend an die Rasenpflege empfehlen wir für Orte, die nicht komplett ordentlich aussehen müssen, Bodendecker. Die machen keine Arbeit, breiten sich von selbst aus und habe hübsche Blüten. Rückschnitte sind nur nötig, wenn Sie sie etwas im Zaum halten wollen.
  • Langsam wachsende Pflanzen wählen: Dazu zählt beispielsweise die schöne Pfingstrose, einige Magnolien, Fetthenne, Rittersporn, Hortensien und mehr. Alternativ können Sie auch Kübelpflanzen wählen, die nicht winterhart sind und einfach jedes Jahr ausgetauscht werden.

Wer früh anfängt und den Garten schon weit vor dem Rentenalter eher praktisch als nach der Optik ausrichtet, wird ein Leben lang Freude daran haben. Naturgärten sind zwar grundsätzlich auch eine gute Idee, erfordern aber auch Rückschnitte bei Stauden, Gräsern und eine gewisse Instandhaltung von Totholzzäunen oder Hecken. Ein Cottage-Garten wäre daher beispielsweise die bessere Option.

Rubriklistenbild: © IMAGO / agefotostock

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