Gefahrloses Spielen

Garten kindersicher machen: Diese Stellen und Pflanzen sind Gefahrenquellen

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Für Kinder ist ein Garten das reinste Paradies. Doch gerade die ganz Kleinen nehmen schnell giftige Pflanzen in den Mund. Um das zu verhindern, muss der Garten kindersicher sein.

Stuttgart – Ab April ist das Wetter zwar noch wechselhaft, doch an schönen Tagen zieht es uns in den Garten. Gerade Kinder haben dort viel zu entdecken und können ausgelassen toben und spielen. Zumindest theoretisch. Denn so ganz ohne Vorbereitung birgt ein Garten zahlreiche Gefahren für die Kleinen. Den Garten kindersicher zu machen, gehört daher im Frühjahr dazu.

Garten kindersicher machen: Diese Stellen sollten Sie sichern

Gefährliche Stellen im Garten für Kinder zu sichern, ist im Frühjahr ebenso eine Aufgabe wie die Reinigung der Gartengeräte und das Pflanzen von Gemüse oder Obst. Als Erwachsene vergessen wir manchmal, wo Kinder überall hin kommen können und übersehen Gefahrenquellen. Mit älteren Kindern können problematische Stellen natürlich besprochen werden, doch gerade krabbelnde Kleinkinder sind auf Entdeckungstour und unbedarft. Hier ist es an den Eltern, den Garten zu sichern und Gefahrenquellen zu verbannen. Das bedeutet aber keineswegs, dass Sie danach nur mit einer sterilen Rasenfläche dasitzen.

Folgende Punkte sind beispielsweise für einen kindersicheren Garten wichtig:

  • Keine Giftpflanzen: So ein Garten enthält leider nicht nur Heilpflanzen. Gerade giftige Pflanzen stehen leider bei Insekten hoch im Kurs als Nahrung. Wer Kinder hat, sollte Giftpflanzen entweder unerreichbar anpflanzen oder ganz aus dem Garten verbannen. Dazu zählt auch die Engelstrompete, Oleander, Fingerhut und einige mehr. Unbedenklich für Kinder dagegen sind Lavendel, Kapuzinerkresse, Kornblumen und viele mehr*.
  • Spielgeräte richtig montieren: Rutsche, Klettergerüst, Trampolin oder Schaukel sind oft Teil des Gartens. Gerade Spielgeräte, die oft und eher ruppig benutzt werden, müssen aber gut verankert sein. Bestenfalls einbetoniert oder fest verschraubt. Auch Bodenanker können für Stabilität sorgen, so der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (DEKRA).
  • „Knautschzone“: So nennt die DEKRA in ihren Tipps zur Sicherheit bei Spielgeräten einen stoßdämpfenden Bodenbelag rund um Spielgeräte. Denn die beste Rutsche tut weh, wenn man danach hart landet. Das Material kann laut DEKRA Rindenmulch, Roll-Kies oder Sand sein. Rasen tut es natürlich auch. Auch bei Wasserrutschen im Sommer muss der Untergrund stimmen.
  • Abstand halten: Damit meinen wir keine Corona-Regel, sondern den Abstand zur nächsten Mauer, Wand oder zum Rosenbusch. Montieren Sie keine Spielgeräte unmittelbar neben harten oder spitzen Elementen und Pflanzen.
  • Teich und Regentonne sichern: Nicht nur Tiere können in beiden Wasserstellen verunglücken. Auch Kleinkinder krabbeln oder klettern schnell hinein und kommen dann alleine nicht mehr heraus. Lassen Sie Kinder in Wassernähe nie unbeaufsichtigt und sichern Sie Regentonnen und tiefere Teiche.
  • Werkzeug und Pflanzenschutzmittel wegräumen: Das sollte ohnehin selbstverständlich sein. Scharfkantiges oder anderweitig gefährliches Werkzeug sollte nicht in Kinderhände gelangen können. Das gilt auch für Dünger, Pestizide, Abflammgeräte und alles andere. Ältere Kinder helfen oft gerne bei der Gartenarbeit und auch die Kleinen freuen sich schon über eine eigene Schubkarre oder eine Schaufel. Nutzen Sie dem Alter entsprechende Geräte und gehen Sie das Ganze spielerisch an, verweisen Sie aber auch auf die Gefahren.
  • Nur geprüfte Geräte kaufen: Wer sich für Spielgeräte wie Rutsche oder Trampolin entscheidet, sollte unbedingt auf Prüfzeichen wie das GS-Zeichen achten. Ein CE-Zeichen ist ohnehin notwendig, so die DEKRA. Schlechte Qualität macht sich vielleicht nicht sofort bemerkbar, doch meist halten billige Spielgeräte deutlich weniger lang und verschleißen schneller.
  • Die Pool-Sicherheit: Ein eigener Pool im Garten ist der Traum vieler Menschen. Egal, ob echter Pool oder nur einer zum Aufstellen im Garten, er sollte stets unter Aufsicht benutzt werden, wenn kleine Kinder dabei sind. Bei einem fest installierten Pool ist zudem eine Sicherung mit Zaun oder Gitter eine gute Idee. Die hindert nicht nur Kleinkinder, sondern auch Haus- oder Wildtiere am Baden und Ertrinken.
  • Sichere Zäune oder Mauern: Haben Sie Ihr Kind schon mal dabei beobachtet, wie es seinen Kopf durch zwei Zaunlatten stecken will, um irgend etwas Spannendes zu sehen? Durch den Zaun passt ein Kinderkopf schnell, wieder heraus wird dann eine Herausforderung. Zäune sollten daher möglichst eng und sicher gebaut sein, lassen Sie zwischen den Latten nicht zu viel Platz. Auch bei Mauern sollte es keine losen oder lösbaren Teile geben. Diese könnten schlimmstenfalls herunterfallen oder in Form von Steinen von Kindern herausgenommen und geworfen werden. Mindestens 1,40 Meter sollte ein kindersicherer Zaun übrigens hoch sein. Auch Spitzen oben an Zaunlatten sind keine gute Idee.
  • Bäume ja, aber gesichert: Ähnlich wie bei Spielgeräten sollte auch unter einem Kletterbaum immer eine weiche Fläche sein. Achten Sie darauf, dass das Kind nicht zu hoch klettern kann. Baumhäuser können eine gute Idee sein, müssen aber auch halten. An sich ist das Klettern auf Bäume für Kinder eine tolle Beschäftigung, jedoch müssen dabei klare Regeln vereinbart werden. Prüfen Sie auch vorab, ob der Baum brüchige oder morsche Äste aufweist.
  • Mähroboter nur unter Aufsicht: Auch wenn die Geräte meist so konstruiert sind, dass Füße zwar womöglich drunter passen, aber nicht verletzt werden, ist Vorsicht geboten. Die Geräte sind mit entsprechenden Sensoren ausgestattet, die auf Anheben und Anstoßen reagieren. Aber ein unvorhergesehener Handgriff des Kindes in die Mähelemente und schon ist die Verletzung da. Das klappt auch ohne laufenden Motor. Lassen Sie Mähroboter daher nur unter Aufsicht laufen und nicht, wenn kleinere Kinder im Garten spielen.

Auch bei der Gartenarbeit ist Vorsicht geboten, herumliegendes Werkzeug wird nicht nur von Kindern im Eifer des Gefechts schnell übersehen. Auf eine Hacke steigen will niemand, wählen Sie daher auch auffällige Farben bei den Werkzeugen.

Insgesamt bedeutet ein kindersicherer Garten keineswegs Verzicht, sondern nur eine andere Herangehensweise. Meist wird der Garten ohnehin weit vor der Geburt der Kinder gesichert. Giftige Pflanzen gegen ungiftige auszutauschen, ist auch eine schöne Möglichkeit für Kinder, die Pflanzen kennenzulernen. Suchen Sie die neuen Blumen und Büsche doch gemeinsam aus. Und wer (noch) keinen eigenen Garten hat, kann mit den Kindern und einem Mini-Garten* schon mal üben. Insekten und ihre Stiche finden sich nicht auf der Liste, denn hier besteht eigentlich nur für Allergiker ein wirkliches Risiko. *Merkur.de und hna.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Westend61

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