Familie der Zypressengewächse

Echte und falsche Zypresse: Deswegen sind die Unterschiede so schwer zu erkennen

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Oftmals kaufen sich Gartenfreunde eine Scheinzypresse, in der Annahme sich eine Echte Zypresse zu holen. Die Echte Zypresse wächst in unseren Breitengraden jedoch kaum.

Münster – Die Form der Echten Zypressen machen sie rein optisch unverwechselbar. Das glauben zumindest viele Gartenfreunde. Doch bei genauerer Betrachtung ist klar, dass Gärtnerinnen und Gärtner auch die sogenannte Scheinzypresse oftmals versehentlich für eine Echte Zypresse halten. Im Grunde sind sie aber einfach zu unterscheiden.

Echte und falsche Zypresse: So erkennen Sie den Unterschied

Zu Beginn müssen Gartenfreunde wissen, dass sowohl die Scheinzypresse als auch die Echte Zypresse derselben Familie entstammen. Sie gehören beide zur Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Somit sind sie also verwandt, aber nicht identisch. Ein weiterer Blick auf den Stammbaum klärt auf, wie nah beide Pflanzen miteinander verwandt sind. Beide gehören der Unterfamilie der Cupressoideae an. Jedoch ist die Zypresse (Cupressus) eine Gattung für sich und die der Scheinzypresse (Chamaecyparis) ebenfalls.

Rein optische betrachtet hilft das Gartenfreunden noch nicht viel weiter, doch der Blick auf die Herkunft der Pflanzen macht die Unterscheidung leichter verständlich. Die Echte Zypresse trägt nämlich zum Beispiel den Beinamen Mittelmeer-Zypresse. Das verrät schon ihre Herkunft, sie wächst hauptsächlich in Ländern wie Italien oder Spanien. Oft säumt sie dort Straßen und Wege und ist ein beliebtes Fotomotiv.

Die Scheinzypresse hingegen stammt ursprünglich aus Nordamerika und Ostasien. Mittlerweile wächst sie als Heckenpflanze oder Solitär-Zierpflanze jedoch auch in vielen Gärten weltweit. Dort ist sie besonders beliebt, da sie schnell wächst und sich gut in Form schneiden lässt.

Echte und falsche Zypresse: So unterscheiden sich die Nadeln

Eine nähere Betrachtung der Nadeln lohnen sich. Denn daran erkennen Gartenfreunde in den meisten Fällen, ob es sich um eine Scheinzypresse oder um eine Echte Zypresse handelt. So sind die Nadeln der Zypresse, zu der insgesamt 25 Arten zählen, dunkelgrün und schuppig. Ihre Zapfen sind klein und rund und die Pflanze ist leicht frostempfindlich, aber immergrün. Besonders gut wächst sie in Ziergärten oder auf Balkonen und Terrassen in Kübeln. Im Mittelmeerraum kann sie sogar eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen.

Die Echte Zypresse kommt hauptsächlich in der Mittelmeerregion vor (Symbolbild).

Zur Gattung der Scheinzypressen zählen lediglich fünf Arten. Ihre Zweige sind stärker abgeflacht als die der Echten Zypresse und vor allem ihre Zapfen unterscheiden sich von denen der Echten Zypresse. Sie sind kleiner und die Samen früher reif. Außerdem hält die Pflanze Kälte deutlich besser aus, die Pflanzen ertragen sogar bis zu minus 15 Grad Celsius im Winter. Wie auch die Echte Zypresse ist sie immergrün, braucht aber nur einen halbschattigen Platz und nicht so viel Sonne. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) weist jedoch darauf hin, dass die Scheinzypresse Insekten wenig Nahrung und Lebensraum bietet und immer ein Gleichgewicht aus insektenfreundlichen und reinen Zierpflanzen im Garten bestehen sollte.

Die Scheinzypresse hat kleinere Zapfen als die Echte Zypresse (Symbolbild).

Echte und falsche Zypresse: Pilzbefall der Scheinzypresse

Die Scheinzypresse leidet mitunter unter Stamm- und Wurzelfäule. Laut der Landwirtschaftskammer NRW verfärben sich dann die Nadeln der Scheinzypresse und verlieren ihren satten Grünton. Am Ende dieses Prozesses vertrocknen die Pflanzen und sterben dann ab. Die Stamm- und Wurzelfäule nennen Expertinnen und Experten Phytophthora cinnamomi. Besonders in Gärten mit festem Boden wie etwa Lehmboden besteht die Gefahr eines Pilzbefalls. Zu retten ist eine Scheinzypresse bei akutem Befall nicht mehr. Da es der Echten Zypresse weiter nördlich zu kalt ist, wächst sie meist bei uns nicht und ist daher auch nicht von dieser Krankheit betroffen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / blickwinkel

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