Eine Wurmkiste mit zwei Kammer und offenem Deckel. Davor eine Schaufel, Töpfe mit Erde und eine Pflanze.
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Solch eine Wurmkiste mit zwei Kammern können Naturfans auch selbst bauen und befüllen (Symbolbild).

Kompost für die eigenen vier Wände

Wurmkiste: So funktioniert das Kompostieren mit Würmern auch zu Hause

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Pflanzen brauchen regelmäßig Dünger, doch nicht alle Pflanzenfreunde haben einen eigenen Garten oder möchten Dünger kaufen. Eine Wurmkiste für die Wohnung ist eine praktische Lösung für eigenen Kompost.

Leipzig – Beim Kochen, vor allem wenn selbst angebautes Obst und Gemüse verwendet wird, entsteht Abfall. Schalenreste und andere nicht verwertbare Pflanzenteile kommen dann in den Biomüll und werden somit weggeworfen. Das muss nicht sein: Anstatt die Reste zu entsorgen, können Gartenfans sie auf den Kompost werfen. Noch besser: Eine Wurmkiste oder Wurmfarm. Denn die Würmer darin produzieren noch besseren und konzentrierteren Humus. Je nach Kiste und Gegebenheiten kann diese drinnen oder draußen stehen.

Wurmkiste: So funktioniert der Kompost mit Würmern

Küchenabfälle recyclen und dadurch auch noch wertvollen Pflanzendünger erhalten, das geht mit Würmern. Gemeint sind dabei nicht normale Regenwürmer, sondern Kompostwürmer. Ein Kompostwurm (Eisenia fetida), auch Stinkwurm oder Mistwurm genannt, ist beweglicher als ein normaler Regenwurm und braucht wärmere Temperaturen als seine Artgenossen. Ideale Bedingungen und ein geeignetes Nahrungsangebot findet dieser Wurm daher im Kompost.

Um Kompost auch platzsparend in die eigenen vier Wänden oder an einen geschützten Ort im Garten stellen zu können, wurden sogenannte Wurmkisten entwickelt. Hierbei handelt es sich um geschlossene, geruchsneutrale Kisten, in denen die Nützlinge Küchenabfälle zu sogenanntem „Wurmtee“ und Humus verarbeiten. Der Wurm wird dabei von Bakterien, weiteren Bodenlebewesen und Pilzen unterstützt, so der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Aber auch Würmer wollen gefüttert werden und brauchen bestimmte Bedingungen, um sich wohlzufühlen. Wurmkisten können also durchaus etwas Arbeit machen.

Wurmkiste: Das müssen Sie bei der Anschaffung, dem Standort und der Pflege beachten

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Wurmkisten: Solche, die im Freien stehen sollten und welche, die in die Wohnung dürfen. Für beide Arten gibt es spezielle Anbieter, die ein Gesamtpaket inklusive Würmern liefern. Die Kisten lassen sich aber mit etwas Wissen und Geschick auch selbst bauen.

Der MDR rät bei einer DIY-Wurmkiste zu Kunststoff oder Holz und zwei Kammern. Die können entweder übereinander als Turm oder nebeneinander angeordnet sein. Zudem ist ein Deckel wichtig, denn Würmer sind lichtscheu. Löcher in der Trennwand sorgen außerdem dafür, dass die Tiere zwischen den Behältern wandern können. Die Würmer können Gartenfans entweder bei den Nachbarn sammeln oder kaufen.

Auch darüber, wie eine Wurmkiste gefüllt werden muss, sollten künftige Wurmhalter sich vorab informieren. Denn die Tiere brauchen regelmäßig Nahrung und eine bestimmte Umgebung, um sich wohlzufühlen. Die Würmer mögen es zwar feucht, aber das Wasser muss auch abfließen können. Der MDR rät von Wurmkisten in der Wohnung ab, bei Temperaturen unter fünf Grad Celsius sollten sie aber nach drinnen geholt werden. Als Aufbewahrungsort eignet sich zum Beispiel der Keller, denn zu heiß darf es auch nicht sein.

Eine einfache Lösung, meist mit Anleitung und allen nötigen Materialien zum Befüllen, bieten fertige Wurmkisten diverser Anbieter. Dabei bekommen Naturfreunde auch gleich die richtigen Würmer mitgeliefert, denn in eine Wurmbox sollen – abhängig von den Maßen der Box – etwa 500 Tiere. Diese Art von Wurmkiste darf auch in der Wohnung stehen und stinkt nicht. Es kann aber gelegentlich zu Problemen mit Insektenbefall kommen.

Geeignet zum Befüllen einer Wurmkiste sind zum Beispiel:

  • Pflanzenreste (Obstreste, rohe Gemüsereste und Schalen)
  • Kaffeesatz, Tee (lose)
  • (Filter-)Papier
  • Blumenreste
  • Eierschalen

Aber nicht alles darf verfüttert werden, Informieren Sie sich unbedingt vorab beim Hersteller oder einem Fachmann. Für fertige Kisten gibt es außerdem einiges an Zubehör, darunter spezielles Wurmfutter, Aktivkohlefilter oder Heizstäbe.

Wurmkiste: Das ist Wurmhumus und Wurmtee und so verwenden Sie ihn

Die fleißigen Würmer fressen Pflanzenreste und produzieren dabei Wurmhumus und Wurmtee. Für den Humus gibt es je nach Modell der Kiste andere Entnahmemöglichkeiten. Die Wurmerde (Wurmhumus) enthält viele Mineralien, vor allem aber Mikroorganismen und Enzyme. Dadurch ist Wurmhumus für ausgelaugte, strapazierte Böden geeignet und hilfreich. Wurmhumus bewirkt außerdem, dass der Boden Wasser besser speichern kann. Verwenden können Sie ihn sowohl für Zimmerpflanzen als auch im Garten.

Und dann gibt es noch den Wurmtee, der durch einen Hahn aus der Kiste gewonnen wird. Die Flüssigkeit entsteht auf natürliche Weise bei der Zersetzung von Biomüll durch Bakterien und Würmer. Auch der Wurmtee ist ein idealer Dünger und stärkt das Pflanzenwachstum. Aber Vorsicht: Nicht jede (Zimmer-)Pflanze braucht viele Nährstoffe. Überdüngen Sie Ihre Pflanzen, können diese Schaden nehmen. (Bokashi: Das kann der Eimer uns so funktioniert er)

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