Zu sehen sind mit Frost überzogene Hagebutten (Symbolbild).
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Wildtriebe müssen Gartenfreunde entfernen, um die richtigen Früchte der Rose zu schützen (Symbolbild).

Unerwünschte Eindringlinge

Wildtriebe: Aus diesen Gründen müssen Gärtner sie schnell entfernen

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Wildtriebe beeindrucken meist erstmal. Doch mit der Zeit machen sie die Wirtspflanze kaputt und überwuchern sie. Gärtner müssen sie schnellstmöglich entfernen.

München – Sei es an Rosen, Flieder, Mandelbäumen oder Haselnusssträuchern: An jeder Pflanze, an der es eine Veredelungsstelle gibt, können Wildtriebe auftreten. Das ist nichts Schlimmes, Gartenfreunde sollten die Wildtriebe jedoch entfernen. Denn meist wachsen die Wildtriebe deutlich gesünder und stärker als die eigentliche Pflanze und ersticken diese am Ende.

Wildtriebe: Woher sie kommen und wie Sie sie am schnellsten los werden

Zur Winterzeit gehen die meisten Pflanzen in eine Art Winterschlaf über. Unter ihnen sind jedoch auch einige winterharte Pflanzen wie die Christrose oder Winterjasmin, die gerade zu dieser Zeit blühen. Besonders bei den Rosen sollten Gartenfreunde in dieser Zeit auf ungewünschte Wildtriebe achten.

Wildtriebe entstehen an Pflanzen mit sogenannten Veredlungsstellen. Der Mitteldeutsche Rundfunk erklärt, dass dabei zwei Pflanzen zu einer werden. Das ist zum Beispiel nötig, wenn die eine Pflanze zwar wunderschön blüht, aber recht schwach wächst. Die andere Pflanze hingegen ist meist eine Wildart und daher weniger anfällig für Schädlinge ist und schlechte Witterung.

Beim Veredeln wachsen also auf einer robusten Wildart weniger robuste Zierpflanzen. An der Veredelungsstelle verschmelzen die beiden Pflanzen zu einer und sind somit ertragreicher und widerstandsfähiger. Oft geschieht diese Veredlung auch bei Obstbäumen. Gartenfreunde gewinnen aufgrund dieser Methode also eine neue, bessere Pflanze. Jedoch ist diese Veredelung oft auch Grund für Wildtriebe.

Wildtriebe: So entstehen sie und so entfernen Sie die unerwünschten Triebe

Denn die Wildtriebe entstehen aus der Grundlage der neuen Pflanze, also aus der robusteren Wildart. Dieser untere Teil treibt manchmal neu aus und diese Triebe schießen dann an der eigentlichen Pflanze empor und rauben ihr über kurz oder lang den Platz und die Nährstoffe*. So kann es auch dazu kommen, dass an einem Mandelbaum Pflaumen wachsen. Denn der Mandelbaum ist nur der Aufsatz, die Basis jedoch ein Pflaumenbaum.

Die Pflanzenteile unterhalb der Veredlungsstelle sind meist dominant, da sie schneller wachsen und weniger empfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind. Gartenfreunde, die die Wildtriebe nicht entfernen, haben also bald nur noch die untere Pflanze im Garten stehen und nicht mehr die aufwendig veredelte Pflanze.

Daher ist es wichtig, dass Gartenfreunde ihre Rosen und andere Gehölze regelmäßig auf Wildtriebe kontrollieren. Sie wachsen ganz nah am Boden und sollten möglichst tief entfernt werden. Die unerwünschten Triebe erkennen Sie häufig an kleineren Blättern, andersfarbigen Blüten oder Früchten. Entfernen Sie die Wildtriebe komplett und am besten auch im Wurzelbereich. Dabei hilft das passende Gartenwerkzeug, das sich in einem aufgeräumten Geräteschuppen leicht wiederfinden lässt. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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