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Wacholder: Nicht nur gut für Gin – darum wird er auch in Ihrem Garten zur neuen Trend-Pflanze

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Von: Jasmin Pospiech

Wacholder kennen viele nur wegen des It-Getränks Gin. Dabei macht sich die alte neue Pflanze auch optisch gut im Garten – und läuft sogar dem Buchsbaum den Rang ab.

Köln – Gin Tonic ist ein beliebtes Partygetränk. Seinen unverkennbaren Geschmack bekommt er dank seiner Wacholder-Note. Doch was viele nicht wissen: Der Wacholder selbst ist eine schöne Pflanze, die auch hübsch im Garten anzusehen ist. Für das gewisse Extra sorgen die bläulich-violetten Wacholderbeeren, die in Wahrheit allerdings gar keine sind.

Wacholder: Nicht nur gut für Gin – darum wird er auch in Ihrem Garten zur neuen Trend-Pflanze

Dennoch sind sie ein beliebtes Vogelfutter im Herbst. Doch es gibt noch einen anderen Vorteil, das heimische Gehölz anzupflanzen: „In Zeiten des Klimawandels ist der Wacholder als Gartengehölz geradezu prädestiniert“, sagt Gerd Eiting, Gärtnermeister aus Bad Zwischenahn gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Schließlich sei das Gehölz sehr robust und könne auch gut Trockenheit und viel Sonne aushalten. „Gleichzeitig kommt der Juniperus, so die botanische Bezeichnung, mit sehr mageren Böden aus“, ergänzt er.

Bei den Früchten des Nadelgehölzes, von dem rund 60 verschiedene Arten bekannt sind, handelt es sich botanisch gesehen nicht um Beeren, sondern Zapfen! Deren fleischige Schuppen sind so verwachsen, dass es aussieht, als ob es Beeren wären. Diese sind auch in der Herbst- und Winterküche vielseitig einsetzbar, zum Beispiel geben sie Eintöpfen, Fleisch und Fisch ihr typisches Aroma. Im Mittelalter galt Wacholder schon als Heilpflanze und wurde zum Räuchern genutzt.

Wacholder als Zierpflanze im Garten mag starke Rückschnitte

Den Wacholder gibt es in vielen Wuchsformen, doch alle haben gemein, dass sie „sehr schnittverträglich“ sind, meint Gärtnermeister Eiting. Das heißt, sie vertragen radikale Rückschnitte sehr gut, was wiederum den Neuaustrieb und eine Verjüngung anregt.

Achten Sie allerdings beim Rückschnitt darauf, dass Sie nicht wild drauf losschneiden oder besondere Formen schneiden. Stattdessen sollten Sie vorsichtig vorgehen und versuchen, die natürliche Form des Wacholders zu bewahren. Das Schnittgut können Sie dann zum Beispiel für einen Kranz als Herbstdeko verwenden. (Heidekraut als Blickfang: Diese fünf Deko-Ideen stimmen perfekt auf den Herbst ein)

Wacholder als Zierpflanze im Garten: Das passt zum Nadelgehölz

Da das Nadelgehölz eine ruhige Bodenständigkeit ausstrahlt, passt es laut Brigitte Röde, Landschaftsarchitektin aus Köln, wunderbar „zu blütenreichen Pflanzungen“: „Ein alter Wacholderstrauch, der sich üppig entwickelt hat, bekommt mit Hilfe einer Clematis einen verspielten Partner, der seine Blütenranken locker über das dichte Astgerüst legt“, schwärmt sie. (Clematis vermehren: So gehen Sie mit Ablegern und Stecklingen um)

Aber auch Staudengräser wie Chinaschilf, Japanisches Blutgras, Wilde Möhre und Präriestauden passen sehr gut zum Wacholder. Und auch der allseits beliebten Buchsbaumhecke macht das Gehölz gerade mächtig Konkurrenz, da es widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen ist. „Durch die hohe Toleranz gegenüber Trockenheit eignen sich zwergig wachsende Formen von Wacholder sehr gut für extreme Standorte in Töpfen auf Balkon und Terrasse“, ergänzt Gärtnermeister Eiting. (Balkonpflanzen für den Herbst: Diese sorgen jetzt für ein leuchtendes Blütenmeer)

Wacholder als Zierpflanze im Garten: Vorsicht vor dem Birnengitterrost

Doch ein Problem gibt es dann doch: Der „Wacholder ist der Zwischenwirt für den Birnengitterrost“. Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die oft bei Birnen zu beobachten ist. Sie zeigt sich durch orangerote Ausstülpungen auf der Blattunterseite. (Birnbaum: So bekommen Sie eine reiche Ernte)

Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie auf den Wacholder im Garten verzichten müssen. „Auch eine gute Nährstoffversorgung für einzelne Birnbäume und die Behandlung mit Präparaten zur Stärkung dämmen einen kräftigen Befall der Pilzkrankheit spürbar ein“, sagt Gartenexpertin Röde. (Mit Material von dpa)

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