Herbstzeit ist Pflanzzeit

Vogelschutzgehölze und blühende Hecken: So helfen Sie Vögeln und Insekten

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Im Herbst ist ein guter Zeitpunkt für das Pflanzen neuer Hecken. Wenn Sie Möglichkeiten abseits der bekannten Thujahecken und Buchsbaumhecken suchen, können Sie zum Beispiel Vogelschutzgehölze pflanzen.

Berlin/Hamburg – Ballenware können Gartenfreunde im Herbst pflanzen. Da vor Oktober jedoch keine größeren Fällaktionen im Garten erlaubt sind, werden alte Hecken meist ab Oktober entfernt und durch neue ersetzt. Nicht nur schön, sondern auch nützlich sind blühende Hecken, die später Früchte tragen und auch dichte, dornenbesetzte Arten. Diese eignen sich auch als Vogelschutzgehölz.

Vogelschutzgehölze und blühende Hecken: So helfen Sie Vögeln

Der Herbst bietet sich als Pflanzzeitpunkt für blühende Hecken und Vogelschutzgehölze deshalb so gut an, weil die Hecken dann noch Zeit haben, feines Wurzelwerk über den Winter auszubilden, so der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Vögel profitieren vor allem von stacheligen und dornigen Hecken, denn darin sind sie vor Feinden geschützt. Auch Beeren werden gerne als Nahrung genommen. Geeignete Heckenpflanzen als Vogelschutzgehölz sind zum Beispiel:

  • Brombeeren
  • Rosen (Hundsrose, Zimtrose, Kriechrose und mehr)
  • Schwarzdorn (Schlehe)
  • Stechpalme (Ilex)
  • Schwarzer Holunder
  • Kornelkirsche
  • Vogelbeere (Eberesche)
  • Weißdorn
  • Berberitze

Viele dieser Heckenpflanzen bieten neben Dornen oder Stacheln im Herbst und Winter auch Früchte. Hagebutten sind bei Vögeln weniger beliebt, die Vogelbeere fressen Vögel erst nach dem ersten Frost. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn die Früchte nicht sofort angenommen werden. (Clematis vermehren: So gehen Sie mit Ablegern und Stecklingen um)

Vogelschutzgehölze und blühende Hecken: So helfen Sie Insekten

Neben Vögeln profitieren aber auch Insekten nicht nur von einer Blumenwiese mit einheimischen Pflanzen, sondern ebenfalls von blühenden Hecken. Viele der Pflanzen sind sowohl für Insekten als auch Vögel geeignet. Insektenfreundliche Pflanzen für die Hecke sind laut Norddeutschem Rundfunk (NDR) zum Beispiel:

  • Gemeiner Schneeball
  • Felsenbirne
  • Schwarzer Holunder
  • Berberitze
  • Eingriffeliger Weißdorn
  • Pfaffenhütchen

Auch wenn die jungen Pflanzen bei Hecken noch klein sind, werden sie mit der Zeit zu einer dichten und teils auch hohen Hecke zusammenwachsen. Gartenfreunde sollten daher auch die Wuchshöhe beim Kauf bedenken, Holunder kann bis zu acht Meter hoch werden, für Hecken eignen sich daher vor allem kleinere Sorten. Mit einer Hecke für Insekten helfen Sie zugleich auch Vögeln, die die Insekten fressen oder an ihre Jungen verfüttern. (Vogelfütterung im Herbst und Winter: Das müssen Sie beachten und dieses Futter eignet sich)

Vogelschutzgehölze und blühende Hecken: So pflanzen Sie die Hecke

Ein Sichtschutz ist bei einer blühenden Hecke nach etwa zwei Jahren erreicht, aber bereits zuvor bieten sie einen Mehrwert für Insekten. Vögel nutzen Hecken später als Brutplatz, aber auch bis dahin bringen viele Sorten bereits am Anfang nahrhafte Beeren im Herbst und Winter.

Der NDR empfiehlt beim Pflanzabstand mindestens einen Meter zwischen zwei Heckenpflanzen. Alternativ können Gartenfreunde die Pflanzen zweireihig anordnen, im Zickzack. Dabei verringert sich der Pflanzabstand dann auf etwa 70 Zentimeter. Fogendermaßen gehen Sie beim Pflanzen vor:

  • Sofern die Hecke nicht an einer Grundstücksgrenze gepflanzt wird: Markieren Sie eine Linie, entlang der die Hecke gepflanzt wird.
  • Lockern Sie den Boden und entfernen sie gegebenenfalls Unkraut.
  • Heben Sie Pflanzlöcher aus: Zweimal so tief und breit wie der Wurzelballen.
  • Pflanzen Sie die Hecke: Kompost kann als Dünger mit hinein.
  • Nach dem Pflanzen: Erde festtreten.
  • Eingießen: Sparen Sie nicht an Wasser.

Der NABU rät außerdem dazu, die Pflanzen ein wenig zu stutzen vor dem Pflanzen, da sie die Energie in ihr Wachstum stecken. (Kohlrabi: Welche Sorten Sie im Herbst ernten können)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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