Vorsicht bei organischen Düngern

Veganer Dünger: So vermeiden Sie tierische Inhaltsstoffe in Ihrem Substrat

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Viele Gartenfreunde vermeiden chemischen Dünger. Das ist gut für die Umwelt, doch auch in organischem Dünger stecken teils tierische Inhaltsstoffe. Es gibt jedoch vegane Alternativen.

München – Blicken wir auf unseren Speiseplan, ist eine vegane Lebensweise einfach zu beschreiben: Es dürfen keine tierischen Produkte auf den Teller. Doch im Garten sieht das Ganze schon etwas anders aus. Denn an manchen Stellen verwenden Gärtnerinnen und Gärtner eventuell tierische Produkte, ohne es direkt zu merken. Organischer Dünger enthält zum Beispiel oft Schlachtabfälle. Doch beim Düngen können Gartenfans auf vegane Alternativen zurückgreifen.

Veganer Dünger: So vermeiden Sie Schlachtabfälle im Substrat

Eine vegane Lebensweise, sei es auf die Ernährung wie zum Beispiel beim Veganuary, auf Kleidung oder eben das Gärtnern bezogen, überzeugt immer mehr Menschen. Darum ist es durchaus sinnvoll, sich auch im Garten darüber zu informieren, wo eventuell tierische Produkte in Gebrauch sind, die Gartenfreunde durch vegane Alternativen ersetzen können. Beim Dünger können Pflanzenfans beginnen.

Grundsätzlich unterscheiden Experten zwischen organischem Dünger und mineralischem Dünger. Unter organischen Dünger fallen alle Dünger, die sich aus pflanzlichen oder tierischen Materialien zusammensetzen. In organischem Dünger sind Mikroorganismen enthalten, die die pflanzlichen und tierischen Reste mit der Zeit zersetzen und so die wichtigen Nährstoffe für Pflanzen freigeben. Das bedeutet auf der einen Seite, dass organischer Dünger die Pflanzen über Monate und Jahre mit wichtigen Inhaltsstoffen versorgt, dass es auf der anderen Seite aber auch ein wenig Zeit kostet, bis die Pflanzen überhaupt an die Nährstoffe gelangen.

Anorganischer beziehungsweise mineralischer Dünger hingegen wirkt sehr schnell und kann Pflanzen innerhalb kürzester Zeit die benötigten Nährstoffe zur Verfügung stellen. Allerdings ist er aus künstlichen Materialien zusammengesetzt. Das bedeutet, dass nicht pflanzliche oder tierische Stoffe zum Zug kommen, sondern chemisch hergestellter Dünger wie etwa Blaukorn. Aufgrund ihrer eher schlechten Umweltbilanz und teilweisen Giftigkeit für Tiere und Menschen, geht der Trend jedoch immer mehr zum organischen Dünger.

Veganer Dünger: Diese Alternativen gibt es

Da organischer Dünger zwar die bessere Wahl ist, aber immer noch tierische Produkte wie Schlachtabfälle enthalten kann, können Gartenfreunde auch auf vegane Alternativen umsteigen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Kompost: Er ist der ungeschlagene vegane Lieblingsdünger von Gärtnerinnen und Gärtnern mit einem naturnahen Garten. Wer es richtig anstellt, kann mithilfe von Schnittresten, Lebensmittelresten und etwas Zeit einen wertvollen Dünger entstehen lassen. Wenn sie darauf achten, dass sich beispielsweise keine Knochenreste von Fleischspeisen oder Eierschalen von Hühnereiern dazwischen mischen, haben Sie einen perfekten veganen Dünger zur Verfügung.
  • Silage: Eine sogenannte Silage, also konserviertes pflanzliches Futtermittel, lässt sich laut dem Bayerischen Rundfunk einfach zu Hause herstellen. Dafür befüllen Gartenfreunde eine große Plastik- oder Mörtelwanne mit anfallendem Rasenschnitt und drücken alles kräftig zusammen. Danach spannen Pflanzenfans eine Folie über die Wanne. Nun muss eine zweite, darauf passende Wanne auf den Rasenschnitt gestellt werden. Diese füllen Gärtnerinnen und Gärtner mit Wasser. Der Druck auf den Grasschnitt bleibt so gleich und die obere Wanne sowie die Folie stellen sicher, dass an den Grasrückschnitt keine Luft gelangen kann. Nach rund sechs Wochen ist der vegane Dünger einsetzbar.
  • Pflanzenjauche: Ebenfalls im Handumdrehen hergestellt ist Brennnesseljauche. Der natürliche und vegane Dünger entsteht aus zehn Litern Wasser und einem Kilo Pflanzengrundlage. In eine Plastikwanne geben Gartenfreunde etwa drei Vierteln Pflanzenmaterial und begießen dieses mit kaltem Wasser. Bis zum Wannenrand sollte noch etwas Platz bleiben. Nun rühren Gartenfreunde jeden Tag um und warten zwei Wochen ab. Danach sollte die Flüssigkeit nicht mehr schäumen und kann im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt als veganer Dünger zum Einsatz kommen.
  • Ackerbohnen: Diese Bohnen sind ebenfalls ein einfacher Weg zu veganem Dünger. Gartenfreunde kaufen sich ein paar Ackerbohnen und zerkleinern diese mit einem Stein oder einem anderen schweren Gegenstand. Liegen die Ackerbohnen dabei unter einem Tuch, splittern die Bohnen weniger. Pflanzenfans sollten jedoch darauf achten, die Bohnen komplett zu zerteilen, sonst gehen sie im Beet später auf. Die Bohnenreste im Beet verteilen und feucht halten. Dann geben sie mit der Zeit ihre Nährstoffe ab.
  • Kaffeesatz: Kaffeesatz eignet sich wunderbar als veganer Dünger. Einfach den Kaffeesatz von Zeit zu Zeit auf die Blumenerde streuen und schon haben Gartenfreunde weniger Schnecken im Beet sowie gesunde Pflanzen*.
  • Gemüsewasser: Wer gerne und viel Gemüse kocht, sollte das Kochwasser demnächst nicht wegschütten. Denn auch darin verbirgt sich eine Quelle für veganen Dünger. Gerade in der Kohlsaison, denn Grünkohl, Schwarzkohl und Rosenkohl geben viele wichtige Nährstoffe beim Kochen ins Wasser ab. Abgekühlt dient das Gemüsewasser als perfekter veganer Dünger.
  • Mineralwasser: Und zu guter Letzt noch ein Tipp für Zimmerpflanzenfans. Steht mal wieder eine Flasche Mineralwasser länger geöffnet rum und keiner möchte sie mehr trinken, gießen Pflanzenfreunde damit einfach ihre Zimmerpflanzen. Denn in diesem abgestandenen Mineralwasser finden sich für Pflanzen noch viele wichtige Mineralien.

Deutlich ist, dass es viele vegane Düngeralternativen gibt zu organischem Dünger aus Schlachtabfällen. Mit einem Bokashi-Eimer lässt sich ein kleiner Kompost auch leicht in der Wohnung herstellen. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © imago images / Westend61

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