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Unkraut recyceln: So schnell stellen Sie daraus eine Salbe her

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Von: Anna Katharina Küsters

Unkraut muss nicht immer direkt auf dem Kompost landen. Denn die Pflanzen stecken voller heilender Stoffe, die auch als Salbe gut wirken.

München – Im Grund genommen sind nur sehr wenige Pflanzen wirkliche Störenfriede im Garten. Doch so manches Pflänzchen, das schnell den Namen Unkraut trägt, wächst einfach nur am falschen Platz oder verbreitet sich zu stark. Gärtnerinnen und Gärtner, die dann das Unkraut jäten, müssen es aber nicht wegwerfen. Denn die Blätter und Blüten der Pflanzen sind die perfekte Basis für heilende Salben für den Sommer.

Unkraut recyceln: So gewinnen Sie aus unerwünschten Pflanzen heilende Salben

Unkraut breitet sich schnell aus, ist sehr robust und braucht keinerlei Hilfe oder Pflege von außen, um sich wohlzufühlen im Garten. Das ist nicht immer erwünscht und passt auch nicht unbedingt zu jedem Gartentyp. Deswegen gehen viele Gärtnerinnen und Gärtner regelmäßig auf Unkraut-Jagd und zupfen eifrig drauf los. Die Pflänzchen, die dabei aus der Erde kommen, müssen aber nicht auf dem Kompost landen. Denn die Blätter und Blüten lassen sich meist recyceln und noch viele Dinge wie etwa Tees oder Salben herstellen. Besonders gut für Salben eignen sich beispielsweise:

Spitzwegerich ist auch unter dem Namen Lungenblattl oder Schlangenzunge bekannt. Das Kraut wächst am liebsten auf Parkwiesen und Fettwiesen, am Wegesrand und in der Nähe von Äckern. Auf den ersten Blick mag die Pflanze nicht besonders auffällig sein mit ihren langen, grünen Laubblättern am Boden und ihrem bis zu 50 Zentimeter in die Höhe ragenden Stiel. Doch zwischen Mai und September beginnt der Spitzwegerich zu blühen und erinnert dann ein wenig an eine Pusteblume. Die Pflanze vermehrt sich aber kaum durch Bestäubung, sondern setzt auf Wurzelsprossen. Schon der weitere Name Lungenblattl zeigt, dass die Pflanze lange Zeit ein hochgeschätztes Mittel bei Husten und Atemwegserkrankungen war.

Zu sehen sind hochwachsende Stiele des Spitzwegerichs (Symbolbild).
Spitzwegerich ist eine unauffällige Pflanze (Symbolbild). © KH / Imago

Giersch ist eine etwas auffälligere Pflanze, denn ihre Stängel erreichen bis zu einem Meter Höhe und tragen schirmartige Blütenstände. Ähnlich wie der Spitzwegerich bildet auch der Giersch unterirdische Ausläufer, vermehrt sich also hauptsächlich über seine Wurzeln, die sich bis zu 50 Zentimeter tief in die Erde graben. Besonders verbreitet ist er in Gärten, aber auch Wäldern und unter Gebüschen. Giersch kann sowohl als Gemüse als auch als Heilpflanze zum Einsatz kommen*.

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Unkraut recyceln: Salben gegen juckende Mückenstiche

Besonders im Sommer schlagen sich viele Menschen mit juckenden und entzündeten Mückenstichen herum. Eine Salbe aus den recycelten Blättern des Spitzwegerichs kann da Abhilfe schaffen. Laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) brauchen Gärtnerinnen und Gärtner dafür etwa eine Handvoll Spitzwegerich-Blätter. Daneben benötigen Pflanzenfans noch folgende Zutaten:

Im ersten Schritt schneiden Gartenfreunde den Spitzwegerich nach dem Waschen und Trocknen klein. Die Blätterschnipsel geben sie dann mit 120 Millilitern Sonnenblumenöl und 80 Millilitern Kokos-Öl in einen Topf, den sie erhitzen. Kocht das Gemisch, muss es sofort vom Herd runter und abkühlen. Nach etwa 40 Minuten filtern Gartenfans dann die Ölauszüge aus der aufgekochten Masse heraus. In einen Topf, der gefüllt ist mit den Ölauszügen, kommen nun sechs Gramm Bienenwachspellets und sechs Gramm Kakaobutterpellets. Alles zusammen muss nochmals auf den Herd und bedarf einer leichten Erhitzung, bis die Pellets geschmolzen sind. Um einen gewissen Duft, aber auch noch weitere heilende Stoffe in die Salbe zu integrieren, lässt sie sich noch mit einigen ätherischen Ölen aufpeppen. Dann die Salbe umfüllen in kleine Schälchen und erst verschließen, wenn die Masse abgekühlt ist.

Unkraut recyceln: Salbe für das Gesicht

Wer neben seinen Mückenstichen auch sein Gesicht pflegen möchte, der kann sich auch Giersch eine Gesichtssalbe herstellen. Laut dem BR läuft der Herstellungsprozess dabei genauso wie bei der Mückenstich-Salbe, nur ist die entscheidende Zutat hierbei Giersch. Giersch galt im Mittelalter als Wunderpflanze bei Rheuma und soll die Haut beruhigen. Breitet sich die Pflanze im Garten also zu viel aus, tun Gartenfans am besten ihrer Haut etwas Gutes mit dem Unkraut. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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