Eine Frau mit blauen Handschuhen versucht, eine Blume aus ihrem Topf zu ziehen, um sie umzutopfen (Symbolbild).
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Alle zwei bis drei Jahre ist bei ausgewachsenen Pflanzen im Garten und in der Wohnung ein Topfwechsel angesagt (Symbolbild).

Von Kübelpflanze bis zum Blumenbeet

Pflanzen umtopfen im Frühjahr: Mit dieser Anleitung gelingt es garantiert

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Vor dem Umtopfen von Kübelpflanzen im Garten muss keiner zurückschrecken. Mit Anleitung ist es einfach und mit der richtigen Erde wachsen die Pflanzen dann besser.

  • Pflanzen in Kübeln müssen regelmäßig in einen größeren Topf umziehen.
  • Die richtige Anleitung fürs Umtopfen erleichtert die Arbeit.
  • Jede Pflanze hat andere Ansprüche und braucht eine spezielle Erde.

Frankfurt am Main – Der Sommer naht und es ist höchste Zeit, die Kübelpflanzen aus dem Keller oder Treppenhaus wieder auf die Terrasse zu räumen oder die im Garten verteilten. Winterharten Pflanzen in Kübeln mit und ohne Untertopf müssen von ihrem Winterschutz befreit werden. Was dann folgt, ist sehr wichtig: der Umzug in größere Töpfe und Kübel. Damit der gelingt, folgt eine Anleitung zum Pflanzen-Umtopfen. Denn egal, ob sich Gärtnerinnen und Gärtner dabei nach dem Mondkalender richten oder nicht, die Vorgehensweise ist immer die dieselbe.

Pflanzen umtopfen: Warum Kübelpflanzen im Frühling einen größeren Topf brauchen

Ob Zimmerpflanzen, Balkonpflanzen oder Kübelpflanzen im Garten – jeder Blume, jedem Strauch und jeder sonstigen Kübelpflanze tut ein regelmäßiges Umtopfen gut. Besonders wenn sie viel wachsen und als Sichtschutz dienen sollen. Das liegt daran, dass zum einen die Wurzeln im Laufe der Wachstumsperiode schnell den Topf ausfüllen und schlicht mehr Platz brauchen. Das lässt sich leicht erkennen, da die Wurzeln meist schon aus den Löchern am Topfboden herauswachsen und ohne Untertopf auf dem Boden zu sehen sind. Teilweise sprießen sie auch oben aus der Erde heraus oder der Topf dazu neigt, umzufallen. Dann wächst sie nicht nur langsamer, sondern sieht auch bald nicht mehr so grün und kräftig aus.

Zum anderen fehlen der Pflanze im Topf Nährstoffe. Selbst Erde, die regelmäßig Dünger bekommt, ist irgendwann ausgelaugt und für die Wurzeln keine Quelle der Stärkung mehr. Laut dem Hagebaumarkt sollten Kübelpflanzen, die ihre Maximalgröße schon erreicht haben, alle zwei bis drei Jahre in einen neuen Topf oder Kübel. Einjährig blühende Pflanzen brauchen etwas mehr Aufmerksamkeit und können von der Vorzucht mit Samen bis zu ihrer vollen Pracht, auch nach Anleitung im Mondkalender, öfter mehr Platz vertragen.

Pflanzen umtopfen: Lösung des Wurzelballens – eine Anleitung

Bevor die Kübelpflanzen wieder austreiben, ist es Zeit für einen neuen Topf. Im Frühling ab März ist laut Anleitung der richtige Zeitpunkt für Topfpflanzen mit oder ohne Untertopf. Große Kübelpflanzen sind erst im Mai dran. In der Regel ist es gut, wenn das neue Gefäß im Durchmesser rund zwanzig Prozent größer ist als das alte. Das sind etwa zwei bis drei Zentimeter im Durchmesser. Große Kübel sollten Gärtnerinnen und Gärtner auf den Boden legen, vorsichtig darauf klopfen und dann mit einem Messer entlang der Topfwand die Pflanze lösen. Gartenfans, die Pflanzen umtopfen, sollten jetzt keine Scheu haben, mit dem Messer auch die Wurzeln zu bearbeiten: Der Wurzelballen darf laut Norddeutschem Rundkfunk (NDR) ruhig etwas eingeschnitten und auseinandergezogen werden. Bei großen Wurzelballen können sogar größere Stücke dem Messer weichen, da das den Wachstum fördert.

Pflanzen umtopfen: Die Wahl des richtigen Topfes und dessen Präparierung

Bei der Topfauswahl ist wichtig, dass viele Pflanzen es mögen, wenn der Durchmesser des Kübels in etwa dessen Größe entspricht. Zudem sollte das Gefäß sowohl oben als auch unten gleich breit sein. Ist es unten breiter als oben, ist das Umtopfen später meist unmöglich, da die breit gewachsenen Wurzeln oben nicht mehr durch die Öffnung passen. Gärtnerinnen und Gärtner, die Rosen umpflanzen, sollten zudem einen recht tiefen, schmalen Topf ohne Untertopf wählen, da Rosen gerne tief nach unten wurzeln. Johann Wolfgang von Goethe (82, † 1832), geboren in Frankfurt, war großer Freund der Rose und schrieb um 1770 das Gedicht „Heidenröslein“.

Bevor die Erde in den neuen Topf oder Kübel kommt, muss laut Anleitung eine vernünftige Drainage her. Dafür eignet sich meist Blähton, Tonscherben oder kleine Kieselsteine. Davon eine Schicht in den Topf geben und mit einem Unkrautvlies überspannen. Jetzt den Wurzelballen der Pflanze mit der für sie entsprechenden Erde und etwas Langzeitdünger oder Kompost in den Topf geben, angießen und fertig. Pflanzengranulat, die anorganische Alternative zur Pflanzenerde, ist nicht zu empfehlen, wenn eine organische Lösung vorhanden ist.

Pflanzen umtopfen: Das ist die richtige Erde zum Umtopfen

Zum einen ist bei der Wahl der Erde für nicht-winterharte und winterharte Pflanzen wichtig, dass sie keinen Torf enthält. Torf wird aus Moorlandschaften gewonnen, die ein wichtiger Faktor im Ökosystem sind und besonderen Schutz bedürfen. Unter anderem bindet Moor Kohlenstoffdioxid und beherbergt viele Tier- und Pflanzenarten. Für Kübelpflanzen ohne Untertopf empfiehlt es sich, eine Erde zu wählen, die reich an Nährstoffen ist, um diesen das ganze Jahr über beste Versorgung zu bieten. Dabei ist der Anteil der Mineralien meist recht hoch und Sand als Bestandteil keine Seltenheit.

Wer Blumen umtopfen will, sollte laut Anleitung hingegen eine Erde wählen, die einen geringen Düngeranteil hat und die sie mit Komposterde ergänzen können. Rindenmulch und Holzfasern finden sich häufiger in Blumenerde. Das Jahr über muss also immer noch zusätzlich Dünger her, um die Pflanzen zu versorgen. Auch diejenigen, die Bodendecker umtopfen wollen, wählen am besten Blumenerde – lediglich Kalk muss noch hinein, da Bodendecker es kalkhaltig mögen.

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