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Torfersatz: So schützen Sie mit ökologischen Alternativen die Umwelt

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Von: Anna Katharina Küsters

Torf, das häufig in Blumenerde zu finden ist, sollten Gartenfreunde ersetzen. Denn die Gewinnung von Torf steht schon lange in der Kritik und es gibt gute Ersatzmöglichkeiten.

Hilpoltstein Blumenerde muss vielen Ansprüchen der unterschiedlichsten Pflanzen gerecht werden. Das funktioniert nicht immer, denn längst nicht jeder Rohstoff passt zu jeder Pflanze. Torf galt daher lange als das Wundermittel, das alle Anforderungen erfüllen kann. Doch die Gewinnung von Torf ist hochumstritten. Gartenfreunde haben aber immer noch die Wahl, auf Alternativen auszuweichen.

Torfersatz: Diese Möglichkeiten haben Sie beim Gärtnern

Torf ist ein Grundbestandteil von vielen Blumenerden. Der Rohstoff ist praktisch und überaus effizient. Denn Torf bringt viele Vorteile mit sich:

Die Gewinnung von Torf ist problematisch. Denn seinen Ursprung hat Torf in Mooren. Früher ließen Expertinnen und Experten dafür Moore austrocknen und brannten diese dann ab. Das setzte nicht nur Massen an CO2 frei, sondern zerstörte auch große Moorfläche, die Lebensraum vieler Tiere und Mikroorganismen sind. Mittlerweile wird der Rohstoff aus Gruben oder vorher landwirtschaftlich genutzten Flächen gewonnen. Doch auch dabei muss Lebensraum von Tieren und Pflanzen weichen.

Zudem ist die Torfgewinnung in vielen anderen Ländern nicht so strikt reguliert. Der meiste Torf wird aus osteuropäischen Ländern importiert, wodurch ähnlich wie bei Agavendicksaft lange Transportwege entstehen. Diese schaden dem Klima ebenfalls. Daher ist das Nutzen von Torf in Blumenerde seit Langem umstritten. Gartenfreunde müssen aber nicht verzagen, denn es gibt genügend Alternativen.

Torfersatz: Diese Alternativen gibt es

Möchten Gartenfreunde Torf in ihrer Blumenerde vermeiden, müssen sie wissen, dass es nicht nur eine Ausweichmöglichkeit, sondern mehrere gibt. Allerdings funktionieren die Alternativen am besten, wenn Gärtnerinnen und Gärtner die verschiedenen Rohstoffe kombinieren. Diese Torfalternativen gibt es zum Beispiel:

Laut dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern setzt sich ein guter Grüngutkompost aus Schnittresten von Heckenrückschnitten, abgemähtem Rasen und beispielsweise Laub zusammen. Entweder stellen Gartenfreunde den Kompost selbst her* oder kaufen ihn. Kompost hat jedoch eine sehr hohe Nährstoffdichte und einen hohen pH-Wert. Daher dient er alleine als Dünger. In Kombination mit Rindenhumus ist er jedoch gut als Blumenerde einsetzbar.

Rindenhumus besteht aus Baumrinde, die bei Holzarbeiten anfallen, und zeichnet sich durch einen stabilen pH-Wert und eine hohe Strukturstabilität aus. Zudem hat er ein gutes Porenvolumen. Auf der anderen Seite speichert Rindenhumus Wasser nur bedingt und weist teils Stickstoffbindungen auf. Er braucht also ebenfalls einen Kombinationspartner, um als Blumenerde zum Einsatz zu kommen.

Ähnlich verhält es sich bei Holzfasern. Sie zeichnen sich vor allem durch ihre hohe Wasserdurchlässigkeit aus, welche Wurzelfäulnis verhindert. Zudem ist der Rohstoff sehr leicht und nachhaltig. Jedoch weisen auch Holzfasern teilweise Stickstoffbindungen auf und es kostet im Vergleich zu den anderen Stoffen viel Energie, um sie herzustellen. Als Beimischung zu Grüngutkompost eignen sie sich aber bestens.

Torfersatz: Das können Kokosfasern und Co.

Bims und Blähton sind beim Umtopfen die perfekte erste Schicht im Blumentopf, bevor Kompost und Rindenhumus ihn bedecken. Denn sie lockern den Boden und dienen als Drainage, sodass das überschüssige Gießwasser aus den Töpfen ablaufen kann. Auf der anderen Seite speichert Bims und Blähton jedoch auch kaum Wasser, weswegen es nicht alleinig als Torfersatz funktioniert.

Kokosfasern oder auch Cocopeat genannt, begünstigt die Wasserdurchlässigkeit und sorgt für ausreichend Luftaustausch. Zudem sind Kokosfasern leicht und stabil in ihrer Struktur. Kokosnüsse wachsen zwar beständig nach, doch haben sie einen weiten Transportweg bis nach Deutschland und es bedarf viel Trinkwasser, um die Kokosnüsse zu säubern. Daher sind Kokosfasern nur bedingt umweltfreundlich als Torfersatz.

Naturton gehört ebenfalls zu den Rohstoffen, die sehr strukturstabil sind. Er speichert Wasser gut und versorgt die Pflanzen über längeren Zeitraum mit ausreichend Nährstoffen. Alleine aufgrund seines Gewichtes sollten Gartenfreunde jedoch nicht jeden Topf mit Naturton befüllen. Es empfiehlt sich, Naturton lediglich beizumischen. Daneben sollten Gärtnerinnen und Gärtner auch immer die Bedürfnisse ihrer Pflanzen im Blick behalten. Brauchen sie kalkhaltiges Substrat, ist Düngen mit Kalk sinnvoll.

Und zu guter Letzt: Perlit. Perlit wiegt im Gegensatz zu Naturton sehr wenig, Transportschwierigkeiten gibt es also keine. Es sorgt für eine gute Durchlüftung in der Erde, kann jedoch kein Gießwasser speichern. So mit ist Perlit auch nur als Zusatz in einer ausgewogenen Mischung aller Rohstoffe sinnvoll. *ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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