Eine Thujahecke, die innen braun ist.
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Wird die Thujahecke braun, sieht man das spätestens beim Schnitt (Symbolbild).

Von wegen immergrün

Thujahecke wird kahl und braun: Daran liegt es, und das können Sie tun

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Sie gilt als Lebensbaum und immergrün: Die Thuja. Doch nicht immer bleibt sie so schön grün, wie sie beim Anpflanzen war. Dafür gibt es einige Gründe und diverse Tipps für Gärtner.

München – Vor allem beim Rückschnitt im Herbst fallen braune oder gar komplett kahle Stellen sehr auf. Ist die Thuja einmal angegriffen, denken viele Gärtner schnell ans Fällen, denn einen schönen Anblick bietet die braune Hecke nicht mehr. Aber das muss nicht sofort sein.

Thujahecke wird braun: Daran liegt es, und das können Sie tun

Herbst ist Zeit der Gartenarbeit, die Hecke wird ordentlich in Form geschnitten und dabei fallen so manche kahle und braune Stellen auf. Vor allem Thujahecken sind beliebt als Sichtschutz. Die Hecke muss bei ersten Problemen aber nicht sofort weichen. Zuerst gilt es, die Ursache herauszufinden und dann entsprechend zu handeln. (Pfingstrosen vermehren: So teilen Sie Ihre Pflanzen im Herbst)

Thujahecke wird braun: Daran liegt es

Zunächst die beruhigende Nachricht: Die Braunfärbung im Inneren der Thujahecke im Herbst ist normal. Die Pflanze bereitet sich auf den Winter vor und aufgrund weniger Licht im Herbst und Winter werden vor allem die Blätter im Inneren braun. Thujen kommen aus Nordamerika und Kanada, sind also kalte Winter gewohnt und an diese angepasst. (Grabbepflanzung für Allerheiligen: So gelingt sie und diese Deko aus dem Garten ist geeignet)

Bedenklich wird es erst, wenn die Thujahecke auch braune Spitzen bekommt und die Blätter abwirft. Spätestens dann sollten Gärtner auf Ursachenforschung gehen und gegensteuern.

Folgende Ursachen kommen oft infrage:

  • Streusalz: Wird ihre Hecke im Winter braun, kann es am Streusalz liegen. Nadelbäume reagieren allgemein sensibel auf Salz, so mag es auch die Thuja nicht. Falls die Hecke an einer Straße steht, kann das die Ursache sein. Die Pflanze wird dann von unten, innen her braun.
  • Wurzelfäule: Hierbei handelt es sich um eine für die Pflanze gefährliche Krankheit. Genauer handelt es sich um einen Pilz namens Phytophtora cinnamomi, der die Pflanze schnell zum Absterben bringen kann. Gegenmaßnahmen helfen dabei nicht immer. Ist die Rinde am Wurzelhals bräunlich anstatt cremefarben, deutet das auf den Pilz hin.
  • Überdüngung: Diese wirkt sich ebenso wie das Streusalz negativ auf die Thuja aus. Vor allem Mineraldünger in zu großen Mengen kann schaden, Blaukorn sollte also nicht zu oft angewendet werden. Der Grund: Aufgrund des Mineraldüngers wird beim Bodenwasser die Salzkonzentration erhöht. In diesem Fall sehen Gärtner einen direkten Zusammenhang zwischen Düngergabe und braunen Stellen.
  • Trockenheit: Thujahecken mögen es nicht zu trocken. Ganze Triebe können vertrocknen. Die Gelbfärbung beginnt dabei von innen und etwas zeitverzögert. Das macht es schwieriger, die braunen Pflanzenteile auf Trockenheit zurückzuführen. Trockenheit ist übrigens auch im Winter ein Problem, denn der Nadelbaum verdunstet trotz Kälte Wasser.
  • Saurer Boden und Krankheiten: Beides hängt insofern zusammen, als dass ein zu saurer Boden die Pflanze schwächt und Krankheiten begünstigt. Den pH-Wert des Bodens können Gärtner messen, nur bei zu saurem Boden sollten Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Geschwächte Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten, vor allem kommen bei Thujahecken die Pilze Didymascella thujina (Schuppenbräune) und Pestalotiopsis funerea (ein Schwächeparasit)vor. In beiden Fällen kommt es zu Verfärbungen, entweder der Schuppen oder der Triebspitzen. Kabatina thujae dagegen, ebenfalls ein Pilz, befällt nur junge Blätter.

Thujahecke wird braun: Das können Sie tun

Ist die Ursache eingegrenzt oder geklärt, sollten Gartenfans die Bekämpfung von Krankheiten oder die Beseitigung des Problems in Angriff nehmen. Gegen die oben genannten Probleme können sie folgendes unternehmen:

  • Bei Streusalz: Waschen Sie das Salz vom Baum ab, sofern es dazu nicht zu kalt ist. Ebenso hilft viel gießen, das Wasser gelangt dadurch in tiefere Bodenschichten und richtet weniger Schaden an. Bereits geschädigte Pflanzenteile sollten zurückgeschnitten werden. Auch eine Folie zu spannen, kann das Salz abhalten und so helfen.
  • Bei Wurzelfäule: Diese Krankheit ist schwieriger zu bekämpfen, zumal der Pilz sich gerne ausbreitet. Sehen Sie befallene Pflanzen, entfernen Sie diese sofort rückstandslos, im Hausmüll, nicht im Kompost. Ein Fungizid kann eingesetzt werden, wenn der Pilz rechtzeitig erkannt wird. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden. Sollte eine Neuanpflanzung unvermeidbar sein: vermeiden Sie schwere Böden, und tauschen Sie den Boden großflächig aus, denn die Sporen könnten auch neue Pflanzen wieder befallen.
  • Bei Überdüngung: In diesem Fall muss nur die Ursache bekämpft werden. Weniger Dünger und viel gießen hilft, ebenso wie beim Streusalz wird der Dünger in tiefere Schichten geschwemmt und richtet nicht mehr so viel Schaden an. Ein Rückschnitt ist aber in jedem Fall erforderlich.
  • Bei Trockenheit: Vermehrtes Gießen hilft, ebenso können Schichten aus Rindenmulch um die Hecke sinnvoll sein, so verdunstet weniger Wasser. Auch ein Rückschnitt kann helfen.
  • Bei saurem Boden und Krankheiten: Kalk und einige Monate später Kompost gleichen das wieder aus. Befallene Pflanzenteile sollten abgeschnitten und entsorgt werden. Behandelt werden die Thujahecken mit Fungiziden, zudem sollte auf passenden Boden und ausreichend Wasser geachtet werden.

Allgemein sollte Staunässe vermieden werden, ist es im Sommer trocken, wässern Gartenfans die Pflanzen regelmäßig. Beim Rückschnitt sollten Sie nicht bis ins Altholz schneiden. Pflanzen Sie Thujahecken nicht gemischt mit anderen Baum- oder Heckenarten, denn diese könnten die Thuja verdrängen und ihr Licht und Wasser rauben. (Pflanzenjauche herstellen: Über diesen nachhaltigen Dünger freuen sich Ihre Pflanzen)

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