Zu sehen ist ein angelegter Schwimmreich, an dessen Rand eine Frau in einem Liegestuhl liegt und auf den Teich blickt (Symbolbild).
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Teichfans sollten ihren Schwimmteich regelmäßig von Laub befreien (Symbolbild).

Empfindliches Gleichgewicht

Teichpflege: Alles über Teichfilter, Teichpflanzen und das Reinigen ohne Pumpe

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Ein Teich bedarf das ganze Jahr über der richtigen Pflege. Teichfans müssen beispielsweise Blätterreste regelmäßig abfischen. Die richtige Bepflanzung hilft beim Säubern des Teichs. 

  • Wer bei der Gartengestaltung einige Punkte beachtet, kann sich die Teichpflege erleichtern.
  • Je weniger Nährstoffe in den Teich gelangen, desto weniger Algen bilden sich.
  • Die anfallenden Arbeiten unterscheiden sich je nach Jahreszeit.

Berlin – Ein Teich im Garten unterstützt nicht nur das ökologische Gleichgewicht im Garten, sondern kann auch als Schwimmteich dienen. Ein eigener Teich ist der Traum der meisten Gartenbesitzer. Viele unterschätzen jedoch, dass die Pflege eines Gewässers jährlich viele Stunden in Anspruch nimmt. So müssen Teichfans die Teichfolie regelmäßig kontrollieren und im Teich lebende Kois füttern. Wie bei allen Aspekten der Gartengestaltung sollten Gartenfreunde diesen Pflegeaufwand bereits beim Anlegen eines Gartenteichs einkalkulieren. 

Teichpflege: Darum ist Teichpflege so wichtig

Einen Teich anlegen und dann den Anblick für immer in Ruhe genießen? Das funktioniert leider nicht. Wer das Wasser im Teich einfach sich selbst überlasst, findet bald nur noch ein grünes Loch voller Algen vor. Klares Wasser und abwechslungsreiche Artenvielfalt suchen Heimwerker dann vergeblich. Besonders problematisch ist das bei Koi- und Fischteichen. Sinken Wasserqualität und Sauerstoffgehalt zu stark ab, kann das sogar den Tod für die empfindlichen Tiere bedeuten. Diese Art von Teich braucht daher besonders viel Pflege.

Wer bei der Gartengestaltung einen großen Schwimmteich anlegt, sollte ebenfalls gut auf die Wasserqualität achten. Sonst entwickelt sich das erhoffte Erfrischungsbad schon bald zum schmutzigen Nass. Ist der Teich aus dem Gleichgewicht geraten, dauert es seine Zeit, bis es wieder hergestellt ist. Teils hilft dann nur noch, das Wasser komplett abzulassen, die Teichfolie gründlich zu putzen und wieder aufzufüllen. Wer sich solch aufwendige Reinigungsarbeiten ersparen will, sollte daher das ganze Jahr über auf seinen Teich im Garten achten.

Teichpflege: Die richtige Anlage erleichtert die Teichpflege

Wer im Rahmen der Gartengestaltung und Anlage seines Teichs einige Punkte bedenkt, kann den Pflegeaufwand reduzieren. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind die wichtigsten Punkte:

  • Schatten
  • Größe
  • Höhe
  • Flachwasserzone

Mindestens die Hälfte des Teiches sollte im Schatten liegen. Sonst heizt sich das Wasser im Sommer zu stark auf, was übermäßiges Algenwachstum auf der Teichfolie und im gesamten Wasser begünstigt. Bäume spenden zwar Schatten, sind aber problematisch, wenn sie im Herbst ihre Blätter verlieren. Besser eignet sich Schatten aufgrund von Mauern oder Überdachungen. Wer seinen Teich nachträglich beschatten will, kann ein Sonnensegel benutzen.

Je größer ein Teich ist, desto besser funktioniert sein natürliches Ökosystem. Die Oberfläche sollte mindestens zehn bis 15 Quadratmeter und die Tiefe einen Meter betragen. Wer so viel Platz nicht hat, sollte bei der Gartengestaltung lieber auf einen Teich verzichten. Fische wie der Koi sollten erst ab einer Größe von 20 Quadratmetern in den Teich einziehen. Der Teich sollte im Garten so gelegen sein, dass bei Regen möglichst wenig Wasser hineinläuft. Mit diesem gelangen nämlich auch Erde und Schmutz hinein. Eine große Flachwasserzone mit Sumpfpflanzen wirkt wie ein natürliches Klärwerk für den Teich und kann die Wasserqualität verbessern.

Teichpflege: Zierteiche als Teiche für Einsteiger

Am leichtesten zu pflegen sind Teiche, die nur zu Dekorationszwecken angelegt werden. Sie eignen sich gut für Anfänger. Denn auch wenn mal etwas schiefgehen sollte, ist der Schaden meist überschaubar. Oberste Regel zur erfolgreichen Gartengestaltung und Teichpflege ist: In den Gartenteich sollten möglichst wenig Nährstoffe gelangen. Während organische Substanz fast überall im Garten als Düngemittel gerne gesehen ist, hat sie in einem stehenden Gewässer nichts verloren. Je mehr Nährstoffe in den Teich gelangen, desto schneller vermehren sich dort unerwünschte Algen aller Art und die Teichfolie verdreckt. Sie besiedeln die Teichwände und lassen als Schwebalgen das Wasser grün und undurchsichtig werden. Zur Teichpflege gegen Algen gehört:

  • Pflanzen rund um den Teich regelmäßig zurückschneiden
  • ins Wasser hängende Blätter und Stiele entfernen
  • auf dem Wasser schwimmende Pflanzenreste abschöpfen
  • abgestorbene Wasser- und Teichpflanzen entfernen
  • Unterwasserpflanzen beobachten und bei Bedarf stutzen
  • falls nötig Faulschlamm vom Boden absaugen
  • Algenfresser wie Schnecken und Moderlieschen ansiedeln

Teichpflege: Die richtige Pflege für einen Fischteich im Garten

Ein Fischteich im Garten benötigt aus zwei Gründen eine besondere und umfassende Pflege. Zum einen reagieren manche Fische reagieren empfindlich auf eine schlechte Wasserqualität, zum anderen produzieren Fische wie Kois zusätzlichen Abfall.

Während ein Teich im Garten nur mit Pflanzen häufig ohne einen Teichfilter auskommt, ist dieser bei einem Fischteich zwingend nötig. Der Teichfilter entfernt den Tierkot und andere Verschmutzungen und verhindert das Kippen des Teichs. Fische, die Gartenfans regelmäßig füttern, müssen in einem Teich mit Filter leben. Dieser sollte zur Größe und Anzahl der Fische passen.

Wichtig ist auch, den Teichfilter regelmäßig zu reinigen. Aufgrund von Ablagerungen im Inneren nimmt die Filterleistung ab. Dann kann der Teich trotz passendem Filter mit der Zeit kippen und die Algen nehmen Überhand. Dann ist unter Umständen der Einsatz spezieller Teichpflegemittel nötig, um die Wasserqualität so schnell wie möglich wieder zu verbessern.

Teichpflege: Die richtige Pflege für einen Schwimmteich im Garten

In vielen Fällen unterscheidet sich die Pflege eines Schwimmteichs nicht wesentlich von der eines normalen Gartenteichs. Wer beim Anlegen und der Gartengestaltung sorgfältig geplant hat, den erwartet eine pflegeleichten Badestelle. Der Schwimmteich sollte laut dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) eine Mindesttiefe von zwei Metern haben. Aufgrund seiner Größe leben in einem Schwimmteich meist genug Mikroorganismen, sodass ein ausgeglichenes Ökosystem entsteht.

Empfehlenswert ist zu dem ein sogenannter Skimmerfilter in Kombination mit einer speziellen Gesteinsmischung. In den meisten Fällen saugt der Skimmerfilter Insekten und weiterer Schutz von der Wasseroberfläche ab, pumpt sie durch die Gesteinsmischung und leitet das Wasser wieder zurück in den Pool. Die Teichfolie bleibt auf diesem Weg sauber. Neben den bereits genannten Maßnahmen zur Teichpflege gegen Algen sollte sich jeder vor dem Schwimmen im Teich abduschen. Auch das vermindert den Nährstoffeintrag.

Teichpflege: Faulschlamm immer entfernen

Gerade bei einem Schwimmteich ist es außerdem empfehlenswert, den Boden regelmäßig von Faulschlamm zu reinigen. Dass dieser sich mit der Zeit am Boden absetzt, lässt sich kaum verhindern. Die beste Zeit zum Absaugen des Faulschlamms ist im Frühjahr. So werden die Verunreinigungen nicht erst noch beim Schwimmen aufgewirbelt. Während bei vielen normalen Teichen im Garten der Schlamm am Untergrund nur selten entfernt werden muss, sollte dies bei einem Schwimmteich regelmäßig geschehen. Viele Firmen bieten auch spezielle Teichpflege Sets für Badeteiche. Fische wie Kois und Menschen denselben Schwimmebreich zu geben, ist allerdings keine gute Idee. Schwimmende Menschen stressen Fische im Teich und die Fische wiederum verunreinigen den Teich mit ihrem Kot. Das sind zum Schwimmen keine hygienischen Umstände. 

Teichpflege: Das Gartenjahr mit einem Teich

Einige Arbeiten zur Gartengestaltung und -pflege fallen das ganze Jahr über an, andere nur zu einem bestimmten Zeitpunkt. Was für die Pflanzen im Garten gilt, trifft auch auf den Gartenteich zu: Viele der Arbeiten hängen von der jeweiligen Witterung und dem Klima ab. Notizen im Kalender oder ein Teichpflege-Buch erinnern einen regelmäßig an die anstehenden Aufgaben. Am pflegeleichtesten ist der Teich im Winter:

JahreszeitAnfallende Arbeiten
Teichpflege im FrühjahrPumpe und Pflanzen wieder in den Teich setzen; Teichfolie auf Beschädigungen prüfen; Abgestorbene Pflanzenteile entfernen; Neue Pflanzen setzen; Blüten und Pollen regelmäßig mit dem Kescher entfernen; Boden mit Schlammpumpe säubern; alte Pflanzen zurückschneiden
Arbeiten am Teich im SommerFür Schatten sorgen; Wasserqualität und -temperatur beobachten; Fadenalgen und Wasserlinsen abfischen; Bei Bedarf Pflanzen regelmäßig zurückschneiden
Teichpflege im HerbstGartenteich mit Teichnetz abdecken oder täglich herabfallende Blätter mit dem Kescher abfischen; Einjährige Pflanzen entfernen; Mehrjährige Pflanzen zurückschneiden; mit Schlammsauger den Boden reinigen; Fische wie Kois ab zehn Grad Außentemperatur nicht mehr Füttern
Teichpflege im WinterNicht winterharte Pflanzen herausnehmen; Pumpen und Filter herausnehmen und einlagern; Eisfreihalter installieren; Schnee von der Oberfläche entfernen

Teichpflege: Nützliche Pflanzen für den Teich

Da der Teich in der Regel aus verschiedenen Bereichen besteht, sollte die Pflanzenwahl auf den Standort im Teich abgestimmt sein. Der BUND empfiehlt für die Nass- und Sumpfzone nah am Ufer, bei der Gartengestaltung folgende Pflanzen einzuplanen:

  • Pfennigkraut
  • Sumpfwolfsmilch
  • Straußfarn
  • Goldfelberich
  • Wasserdost
  • Trollblume
  • Rohrglanzgras
  • Sumpfdotterblume

In die Flachwasserzone passen zum Beispiel:

  • Tausendblatt
  • Sumpfblutauge
  • Winter- und Sumpfschachtelhalm
  • Krebsschere
  • Gelbe Teichrose/Mummel
  • Wasserfeder
  • Fieberklee

Teichpflege: Das richtige Werkzeug für die Teichpflege

Das wichtigste Zubehör in Sachen Gartengestaltung und Teichpflege ist sicherlich der Kescher. Mit ihm können Teichbesitzer unerwünschte Pflanzen und Pflanzenreste von der Oberfläche und aus dem Wasser holen. Zum Kürzen der Pflanzen am Teichrand nutzen Gartenfans am besten eine allgemeine Gartenschere. Unter Wasser sollten jedoch spezielle Teichscheren zum Einsatz kommen. Optional hilfreich sind außerdem:

  • Teichfilter
  • Gefäße, um Teichpflanzen frostfrei zu überwintern
  • Teichnetz zum Schutz vor herabfallenden Blättern
  • Eisfreihalter, um Fischen wie Kois genügend Sauerstoff zu gewährleisten
  • Teichzange zum Entfernen von Gegenständen
  • Algenbürste

Im Idealfall sind auch bei großen Teichen alle Arbeiten vom Ufer aus zu bewerkstelligen. Den Teich zu betreten, stört einerseits das Ökosystem, andererseits kann es auch die Teichfolie beschädigen. Eine Ausnahme ist dabei natürlich der Schwimmteich.

Die Anschaffung eines eigenen Saugers zum Entfernen von Teichschlamm ist meist nicht nötig. Oft ist es wesentlich günstiger, diesen nur zu mieten. Nur wer den Sauger sehr oft im Einsatz hat, profitiert von einem eigenen Gerät. In diesem Fall wäre es aber auch an der Zeit, die eigene Teichpflege-Strategie und den Einsatz von Teichpflegeprodukten zu überdenken.

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