Gurkenwasser als Ersatz

Streusalz: Mit diesen Mitteln schützen Sie Pflanzen und Tiere

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Ist es draußen glatt, darf das altbekannte Streusalz nur noch selten zum Einsatz kommen. Denn es ist weder gut für Pflanzen noch für Tiere. Alternativen sind aber vorhanden.

Dessau-Roßlau – Draußen ist es bitterkalt und auf den Gehwegen zurzeit sehr rutschig. Damit auf öffentlichen und privaten Wegen niemandem etwas passiert, sind Hausbewohner dazu verpflichtet, den Gehweg zu streuen. Oftmals ist dafür immer noch Salz im Einsatz, denn dieses bringt das Eis schneller zum Schmelzen. Doch Gartenfreunde sollten gut darüber nachdenken, ob eine Alternative nicht sinnvoller ist. Denn das Salz zerstört Pflanzen und setzt Tieren zu.

Streusalz: So gefährlich ist das Mittel gegen Glatteis für Ihre Pflanzen

Nicht überall ist das private Streuen mit Salz erlaubt. Und das hat seine Gründe. Handelsübliches Streusalz besteht laut dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) zu 94 Prozent aus Kochsalz oder Steinsalz. Daneben enthält es meistens noch Ton, Kalcium- oder Magnesiumsulfat sowie Eisen- oder Kaliumhexacyanoferrat. Die Mengen an Salz, die jährlich auf der Straße landen, ist hoch. Trotz allgemeiner Einschränkungen bei der Nutzung von Streusalz für die Kommunen finden in kalten Wintern bis zu vier Millionen Tonnen Streusalz ihren Weg auf unsere Straßen. Im privaten Gebrauch ist das Streuen mit Salz meistens lediglich auf Treppen oder besonders glatten Stellen erlaubt.

Laut dem Umweltbundesamt wirkt Streusalz bis etwa minus zehn Grad Celsius. Kommen Salz und Schnee zusammen, schmilzt das Salz den Schnee. Dort, wo es gestreut wurde, bleibt nun auch kein neuer Schnee mehr liegen. Zudem ist Streusalz im Vergleich zu anderen Alternativen preiswert und daher immer noch im Umlauf.

Streusalz: So schadet Streusalz der Natur

Die Vorteile des Streusalzes liegen klar auf der Hand. Doch vor der Nutzung sollten Gartenfreunde wissen, dass das Salz den eigenen Pflanzen schadet. Das lässt sich im Winter zum Beispiel an der Hecke zur Straße feststellen. Der deutlichste Schaden sind Verätzungen der Pflanze, die direkt in Kontakt mit versalztem Schnee gekommen ist. Diese Art der Verletzung nennen Gärtnerinnen und Gärtner auch Kontaktschäden. Besonders an viel befahrenen Straßen haben es Hecken, Sträucher und andere Gehölze es im Winter deshalb nicht einfach.

Ein weiterer Schaden, der jedoch nicht sofort sichtbar ist, sind die Anreicherungen des Salzes im Boden. Pflanzen nehmen mit der Zeit das salzige Wasser über die Wurzeln auf und müssen dann ihren Salzgehalt wieder in Ordnung bringen. Dafür geben sie viel Wasser an den Boden ab, das sie eigentlich für einen rechtzeitigen Austrieb im Frühjahr bräuchten. Besonders empfindlich sind laut BUND vor allem Ahorn, Linde und Rosskastanie.

Streusalz: Auch Tiere leiden unter dem Mittel

Neben den Pflanzen leiden aber auch Tiere unter dem Streusalz. Wenn beispielsweise Katzen oder Hunde vermehrt über gesalzenen Boden laufen, müssen sich Tierbesitzerinnen und -besitzer nicht wundern, wenn die Haustiere bald streiken und nicht mehr weiterlaufen wollen. Denn das Salz greift die Pfoten der Haustiere an. Auf Dauer entzünden sich diese dann. Auch gefressener Schnee mit hohem Salzgehalt ist für Hunde nicht gesund. Darunter leidet früher oder später der Hundemagen. Auch das Grundwasser kommt nicht unbeschadet davon. Denn ist es einmal von der Straße gespült, sucht es sich seinen Weg in Flüsse, Bäche und unsere Kanalisation. Das zeichnet sich dann besonders lokal ab.

Streusalz: Diese Alternativen gibt es

Zum Glück gibt es neben herkömmlichen Streusalz noch Alternativen, die umweltfreundlicher und schonender sind:

Diese Mittel bringen den Schnee zwar nicht zum Schmelzen, machen den Gehweg jedoch griffiger und vermeiden so das Ausrutschen von Passanten. Und das Beste daran: Kies, Sand und Split lassen sich nach dem Gebrauch gut wieder zusammenkehren und im nächsten Winter noch mal nutzen. Übertreiben sollten Gartenfreunde es mit diesem Streumittel jedoch auch nicht, denn bei zu hoher Nutzung, sondern auch sie giftige Stoffe an den Boden ab*.

Neben diesen bekannten Alternativen gibt es aber auch noch eine etwas ausgefallenere. Denn auch Gurkenwasser hilft gegen glatte Straßen. Das mag im ersten Augenblick absurd klingen, aber im Landkreis Dingolfing-Landau spart die Stadt mit dem Streusalz-Ersatz bis zu 1.000 Tonnen Salz ein. Das Abwasser aus der Essiggurkenproduktion des Herstellers Develey hat von Haus aus schon einen Salzanteil von sieben Prozent. Als 21-prozentige Sole kommt es dann statt in die Abwasserkanäle auf die Straßen und macht sie eis- und rutschfrei.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Jan Reichel via www.imago-images.de

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