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„Stadtgrün 2021“: Das sind die robusten Bäume der Zukunft

Erstellt:

Von: Anna Katharina Küsters

Das Projekt „Stadtgrün 2021“ erforscht seit über zehn Jahren, welche Bäume für ein Leben in der Stadt geeignet sind. Sie müssen dem Klimawandel trotzen.

Veitshöchheim – Hitze, Trockenheit, aber auch starke Niederschläge und extreme Minustemperaturen sind Faktoren, die Bäumen sowohl in ländlichen als auch in urbanen Gebieten zu schaffen machen. In Städten leiden die Bäume dann meist noch mehr, da ein hohes Verkehrsaufkommen, Mäharbeiten und urinierende Hunde weitere Stresspunkte sind. Das Projekt „Stadtgrün 2021“ ist bereits seit zehn Jahren auf der Suche nach robusteren Baumsorten, die das Stadtbild in Zukunft prägen sollen.

„Stadtgrün 2021“: Projekt sucht robuste Baumarten für Städte

Hinter dem Projekt „Stadtgrün 2021“ steckt die Bayerische Landesanstalt für Gartenbau (LWG). Bereits vor zehn Jahren war vielen Expertinnen und Experten klar, dass Bäume in der Stadt unter dem immer deutlicher spürbaren Klimawandel sowie den explodierenden Abgaswerten leiden. Heimische Baumarten wie etwa Kastanie, Eschen oder der Bergahorn kamen und kommen mit den steigenden Temperaturen, langen Trockenphasen und wachsendem Verkehr nicht mehr klar.

Die Folgen sind dann teils drastisch und für jeden sichtbar. Entweder verlieren die Bäume ihre optische Schönheit oder werden sogar zur Gefahr für Stadtbewohnende, wenn morsche Äste abbrechen. Bei der Kastanie kommt es beispielsweise häufig zur sogenannten Notblüte. Dabei versucht die Kastanien nach dem Verlust ihres Laubes im Spätsommer ein zweites Mal auszutreiben und zu blühen. Es ist eine Reaktion auf eine Beschädigung durch beispielsweise Schädlinge oder anders verursachten Stress. Normalerweise lässt sich aus herunterfallenden Kastanien auch Waschmittel machen, bei beschädigten Bäumen bleibt die Ernte jedoch aus*.

Zu sehen ist eine Nahaufnahme der grünen Blätter und Blüte der Silberlinde (Symbolbild).
Die Silberlinde kommt gut mit Hitze zurecht (Symbolbild). © K. Hinze/Imago

„Stadtgrün 2021“: Dort wird getestet

Auf Dauer konnte es so nicht weitergehen, denn klar war, dass die Städte mit den Jahren so verkahlen. Die LWG hat deswegen das Forschungsprojekt „Stadtgrün 2021“ bereits vor zehn Jahren auf den Weg gebracht. In den vergangenen Jahren pflanzten Expertinnen und Experten in drei Gebieten Bayerns vielversprechende Baumarten aus Süd-Ost-Asien sowie Nordamerika. Die Testgebiete sind:

In diesen drei Gebieten pflanzten Mitarbeitende der LWG Test-Bäume, die sie jährlich untersuchen und Veränderungen festhalten. Dabei schauen die Expertinnen und Experten auch, ob den Bäumen eine Behandlung mit dem Mykorrhiza-Pilz guttut. Die Hoffnung ist, dass sich der Pilz positiv auf die Widerstandskraft gegen Schädlinge und Krankheiten auswirkt. Insgesamt sind es 660 Bäume, von denen zehn Jahre später noch 600 leben.

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„Stadtgrün 2021“: Diese Baumarten kommen mit Hitze klar

Ein paar Rückschlüsse lassen sich laut LGW aus den gesammelten Daten des Projektes „Stadtgrün 2021“ bereits ziehen. So ist der Vorwurf, dass größtenteils nicht-heimische Baumarten Test-Bäume sind, zu entkräften. Heimische Baumarten würden den strengeren umwelttechnischen Bedingungen einfach nicht mehr standhalten, so Dr. Susanne Böll dem Bayerischen Runfunk (BR) gegenüber. Das Ausweichen auf sogenannte Exoten ist die einzige Möglichkeit. Und dass diese Bäume ebenfalls Insekten beherbergen, ist ebenfalls bereits erwiesen. Noch laufen die Auswertungen, wie viele Insektenarten in den jeweiligen Bäumen ein Zuhause finden. Erste Ergebnisse lassen aber Hoffnung aufkommen.

Folgende Bäume wachsen in den drei Gebieten besonders gut:

Daneben testet die LWG aber auch Arten wie Magnolia kobus, Ginkgo und Malus tschonoskii. Welche Baumarten am Ende das Rennen machen werden, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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