Gegen neugierige Blicke

Die besten Sichtschutz-Hecken: Hier blickt garantiert keiner durch

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Hecken trennen nicht nur Grundstücke ab, sondern eignen sich auch bestens als Sichtschutz. Um den Blicken neugieriger Nachbarn zu entgehen, eignen sich einige Pflanzen besonders gut.

München – Egal wie sehr man seine Nachbarn schätzt, manchmal möchte man einfach in Ruhe Zeit im Garten verbringen. Ohne Blicke Fremder und ohne Smalltalk. Wer entweder seinen gesamten Garten oder kleine Bereiche schützen möchte, kann Hecken als Sichtschutz nutzen.

Die besten Sichtschutz-Hecken: Hier blickt garantiert keiner durch

Hecken dienen der optischen Aufwertung des Gartens, sie sind Rückzugsort für Vögel und Insekten und vor allem grenzen sie neben dem Gartenzaun oder der Gartenmauer auch das Grundstück ab. Jedoch ist nicht jede Heckenart gleich blickdicht. Wer also bewusst den gesamten Garten mit einem Sichtschutz versehen oder kleine Bereiche wie die Terrasse blickdicht machen möchte, braucht die passende Hecke.

Buchbaumhecken lassen wir aufgrund der Schäden durch Buchbaumzünsler hierbei weg, denn der Sichtschutz könnte schon bald den Schädlingen zum Opfer fallen.

Bei der Auswahl ist zu beachten, dass manche Pflanzen rasant an Höhe und Breite zulegen. Haben sie dann aber die Wunschhöhe erreicht, muss jedes Jahr zurückgeschnitten werden. Gartenbesitzer sollten sich daher vorab über die Wunschpflanze informieren.

Diese Heckenpflanzen eignen sich gut als Sichtschutz:

  • Eibe: Für Schatten und Sonne geeignet. Die Eibe kann bis zu vier Meter hoch werden als Hecke. Zu bedenken ist, dass die Äste mancher Eiben bei Regen oder Schnee nach außen gebogen werden können. Das kann Passanten stören oder schlimmstenfalls zu Schneebruch führen. Eiben sind zwar für Vögel toll, aber überaus giftig.
  • Scheinzypresse: Die mag es halbschattig bis sonnig und kann etwa vier Meter hoch werden. Scheinzypressen haben eine hübsche blaugrüne Farbe und sehen sehr apart aus im Garten. Für Insekten oder Vögel sind die Scheinzypressen aber eher uninteressant.
  • Kirschlorbeer: Noch eine Pflanze, die zwar hübsch, aber für die Fauna recht nutzlos ist. Bei uns eigentlich nicht heimisch, bietet der Kirschlorbeer Vögeln und Insekten keine Nahrung. Ebenso wie die Eibe ist er giftig und die Blätter sind schwer kompostierbar. Dafür ist der Kirschlorbeer (per Hand) recht schnittverträglich, für Schatten sowie Sonne geeignet und kann etwa zwei Meter hoch werden.
  • Stechpalme: Der Ilex ist keine typische Heckenpflanze, jedoch ein ideales Vogelschutzgehölz. Bis zu zwei Meter hohe Hecken werden daraus, die roten Früchte sehen im Winter toll aus. Ein großes Problem ergibt sich aber beim Rückschnitt, denn die Stechpalme wird ihrem Namen gerecht und sticht. Bestenfalls steht der Ilex halbschattig.
  • Thuja: Thuja-Hecken sind überaus beliebt. Auch von ihnen haben Vögel und Insekten wenig, was die Nahrung angeht. Jedoch bieten sie gute Rückzugsmöglichkeiten. Thuja-Hecken sind allerdings eher schwer zu entfernen, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben. Bis zu vier Meter kann eine Thuja hoch werden. Gelegentlich werden die Hecken aufgrund von Umwelteinflüssen oder Schädlingen innen braun und unansehnlich. Allgemein ist eine solche Hecke aber sehr blickdicht und wächst hoch.
  • Liguster: Der Wintergrüne Liguster kann bis zu vier Meter Höhe erreichen und wächst schnell. Halbschattig bis sonnig sollte der Standort sein. Der Liguster kommt auch mit Trockenperioden gut zurecht. Jedoch ist er ebenso wie viele andere Hecken eine Giftpflanze und kann im Schatten auch verkahlen.
  • Glanzmispel: Eine immergrüne Hecke, die ebenfalls schnell wächst. Junge Triebe sind außerdem rot, ältere dagegen grün. Mit dieser Hecke bekommen Sie definitiv ein optisches Highlight in den Garten. Im Winter trägt sie zudem Beeren. Allerdings braucht die Glanzmispel auch Pflege in Form von regelmäßigem Rückschnitt und reagiert empfindlich auf Wind und Frost. Kinder und Tiere sollten die giftigen Beeren nicht essen.
  • Hainbuche: Die ist eigentlich keine Buche, sondern gehört zu den Birkengewächsen. Die Hainbuche kann bis zu vier Meter hoch werden und ist sehr robust. Schatten oder Sonne akzeptiert sie und kommt kurzzeitig auch mit extremer Witterung wie Trockenheit aus. Auch diese Hecke wächst aber recht schnell und muss daher öfter geschnitten werden. Die Blätter lassen sich gut weiter verwenden und die sommergrünen Blätter werden im Herbst gelb, ehe sie abfallen. Das ist auch ihr einziger Schwachpunkt, denn im Winter ist die Hainbuche nicht blickdicht.
  • Rotbuche: Die ist langlebiger als die Hainbuche, mag es nicht zu trocken und verträgt ebenfalls Sonne und Schatten. Bis zu vier Meter kann eine Hecke aus Rotbuche oder roter Blutbuche werden. Auch diese Hecke benötigt regelmäßige Rückschnitte. Im Gegensatz zur Hainbuche, wirft sie ihr Laub nicht ganz so schnell ab, dafür ist die Rotbuche deutlich empfindlicher gegenüber falschem Boden.
  • Berberitze: Wer Tiere im Garten unterstützen möchte, sollte über eine Hecke aus Berberitzen nachdenken. Die hübsche Pflanze mit Stacheln und im Herbst roten Blättern sieht auch optisch toll aus und ist gut schnittverträglich. Die Früchte wären sogar essbar, können aber für die Vögel hängen bleiben. Mit der Berberitze holen sich Gartenfans definitiv eine wehrhafte Hecke nach Hause.

Wie Sie sehen, ist die Auswahl groß. Gartenbesitzer sollten sich folgende Fragen vor der Anschaffung der Hecke stellen:

  • Soll die Hecke auch Tieren Schutz und Nahrung bieten?
  • Soll die Hecke reine Zierde und Sichtschutz sein?
  • Soll die Hecke pflegeleicht sein?
  • Soll die Hecke groß werden?
  • Möchte ich die Hecke in den nächsten Jahren wieder entfernen?
  • Welchen Standort für die Hecke habe ich?

Anhängig davon eignen sich einige Arten besser oder schlechter. Es gibt teils auch spezielle Sets, beispielsweise Mischungen verschiedener Pflanzen für Insekten oder Vögel oder auch blühende Hecken. Im Naturgarten ist statt der Hecke (zumindest innerhalb des Gartens) als Sichtschutz auch eine Benjeshecke/Totholzhecke denkbar.

Rubriklistenbild: © IMAGO / McPHOTO

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