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Schutz vor Verletzungen: So verhindern Sie schmerzhafte Infektionen

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Von: Anna Katharina Küsters

Die Gartenarbeit läuft nicht immer ohne Verletzungen ab. An sich ist das nicht schlimm, wenn Gartenfans die Wunde schnell genug säubern. Sonst drohen Infektionen.

München – Bei der Gartenarbeit kann es gelegentlich hoch hergehen. Sei es beim großzügigen Rückschnitt einer Dornenhecke, beim Rasenmähen oder beim Umgraben des Kompostes – überall lauern Gefahrenquellen, denn wer nicht aufpasst, schneidet sich schnell. In Kombination mit Bakterien und Keimen, die natürlicherweise im Garten vorkommen, kann es dann schnell zu einer Infektion kommen. Deswegen ist richtiger Schutz vor Verletzungen bei der Gartenarbeit wichtig.

Schutz vor Verletzungen: So überstehen Sie die Gartenarbeit unversehrt

Etwa 200.000 Unfälle pro Jahr passieren laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bei der Gartenarbeit. Eine nicht zu unterschätzende Zahl, den etwa die Hälfte der Unfälle sind auf Stürze von Leitern oder Kontakt mit spitzen Gegenständen zurückzuführen. Grundsätzlich gilt daher als erste Regel bei der Gartenarbeit: benutzte Gerätschaften wie Harke, Spaten oder Hacke immer in den Gartenschuppen zurückräumen. Denn auch Gartenscheren sind potenzielle Gefahrenquellen, wenn sie nicht richtig weggeräumt sind*. Passiert es dann doch ein mal, dass alles liegen bleibt und Gartenfans im Eifer des Gefechts auf die spitzen Zacken einer Harke treten, ist guter Rat teuer.

Denn auch kleine Verletzungen wie Schnitte oder aufgerissene Haut bieten Keimen schon die perfekte Eintrittsstelle in den Körper. Laut dem Bayerischen Rundfunk ist dann folgendes Vorgehen wichtig:

Mit dem Wasser spülen Gartenfans die größte Menge an Keimen bereits aus der frischen Wunde. Das Desinfizieren tötet verbliebene Keime ab und das Pflaster oder der Verband schützen die Wunder vor dem Eintritt neuer Keime. Wer kein Desinfektionsmittel aus der Apotheke zu Hause hat, kann auch auf Rasierwasser zurückgreifen. Laut dem BR ist es lediglich wichtig, dass 70- bis 80-prozentiger Alkohol zur Anwendung kommt.

Schutz vor Verletzungen: Die häufigsten Krankheitserreger

Der Garten hält besonders in Kompostnähe viele Keime und Erreger bereit. Doch einige Krankheiten treten besonders häufig bei Verletzungen im Garten auf. So zum Beispiel:

Eine Auffrischung der Tetanus-Impfung ist für jeden zu empfehlen, denn laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) lauern die Clostridien-Bakterien überall in der Umwelt. Die Bakterien, die Tetanus auslösen, sind extrem widerstandsfähig und lösen bei einer Infektion den sogenannten Wundstarrkrampf aus. Der endet ohne Impfung meist tödlich.

Schutz vor Verletzungen: Blutvergiftung, Hanta-Virus und Co.

Erreger wie Staphylokokken und Streptokokken gehören zu den Keimen, die schon bei einer kleinen Schnittverletzung in den Körper eindringen und dort im schlechtesten Fall sogar eine Blutvergiftung auslösen. Das Reinigen der Wunde ist also Pflicht. Gerade bei der Arbeit am Komposthaufen müssen Gärtnerinnen und Gärtner vorsichtig sein. Ratten lieben das verwesende Obst und Gemüse und halten sich gerne in Nähe des Kompostes auf. Im Urin der Ratten befindet sich unter anderem auch der Erreger Leptospiren. Er landet im Wasser oder im Boden des Kompostes, wo er sich teils monatelang halten kann. Infizieren sich Menschen mit dem Erreger, führt das zur sogenannten Leptospirose. Typische Symptome sind im Anfangsstadium Fieber und Grippeerscheinungen, später versagen dann die Organe.

Gefürchtet ist auch schon längere Zeit das Hanta-Virus. Das überträgt sich durch aufgewirbelten Mäusekot. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) gilt das jedoch nur für Rötelmäuse und Brandmäuse. Häufiger traten in den vergangenen Jahren aber auch Übertragungen durch den Kot, Speichel oder Urin von Spitzmäusen, Maulwürfen oder Fledermäusen auf. Bis heute gibt es keine wirksame Impfung gegen das Virus, sodass sich auch die Behandlung der Symptome als äußerst schwierig darstellen. Gärtnerinnen und Gärtner sollten auf jeden Fall Kontakt zu Mäusekot vermeiden. Ebenfalls in Kompostnähe treiben sich gerne die Keime Legionella longbeachae herum. Legionellen sind eigentlich nur im Wasser vertreten, diese spezielle Art zieht jedoch ein Leben im Boden vor.

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Schutz vor Verletzungen: So verhindern Sie eine Infektion

Um all diese schrecklichen Infektionen und Krankheiten zu vermeiden, gilt es, sich gut vorzubereiten. Folgende Schutzmaßnahmen müssen Gartenfans laut dem BR ergreifen:

Außerdem gilt besonders in Kompostnähe immer vorsichtig zu sein und Mäusekot oder Ratten zu meiden. Beim Ausfegen des Gartenschuppens lohnt es sich teils auch, einen Mundschutz zu tragen. Kinder und Haustiere sollten zudem nicht unbeaufsichtigt sein und benutzte Gartengeräte sofort in den Schuppen zurückgeräumt werden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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