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Schlafmohn ist Giftpflanze des Jahres: Anbau nur mit Genehmigung

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Von: Franziska Irrgeher

Schön aber verboten: Schlafmohn. In Deutschland darf er nur mit Genehmigung angebaut werden. Das hat einen guten Grund, für den Garten gibt es aber legale Alternativen.

Köln – Weiße bis violette Blüten hat der Schlafmohn und war früher oft in Bauerngärten zu finden, denn er zählte zu den Heilpflanzen. In Deutschland ist der Anbau jedoch verboten, es sei denn, Gartenfreunde haben eine Sondergenehmigung. Und das aus gutem Grund.

Schlafmohn: Deshalb brauchen Sie eine Genehmigung für den Anbau

Schlafmohn (Papaver somniferum) gehört zu den Mohngewächsen, kommt ursprünglich im Mittelmeerraum, Zentral- und Kleinasien vor und hat als Kulturpflanze lange Tradition. Bereits in der Jungsteinzeit wurde er angebaut. Optisch leicht zu verwechseln ist er mit dem Borstigen Mohn (Papaver setigerum), der etwas dunklere Blüten hat und weniger Opiumalkaloide enthält.

Dass der Anbau von Schlafmohn in Deutschland einer Genehmigung bedarf, hat einen guten Grund: Vor allem sein weißer Milchsaft enthält Alkaloide wie Morphin, Thebain und Codein. Der getrocknete Saft der Kapseln wurde früher als Opium geerntet und vor allem zur Schmerzlinderung eingesetzt. Im frühen Christentum und unter Karl dem Großen (etwa 70, † 814) wurde Schlafmohn als Schmerzmittel teils verboten, da Schmerzen als Strafe Gottes angesehen wurden.

Bekannt wurde der Schlafmohn unter anderem auch dank Paracelsus (48, † 1541), der eine Opium-Tinktur unter dem Namen „Laudanum“ nutzte. Laudanum war freiverkäuflich bis ins 20. Jahrhundert, jedoch geriet vor allem der Missbauch in den Vordergrund. Friedrich Wilhelm Adam Sertürner (57, † 1841) isolierte 1804 das erste Mal Morphin. Dieses wurde zunehmend neben dem halb-synthetischen Heroin zum Problem, da beides als Droge missbraucht wurde.

Heute spielt Schlafmohn als Droge nur noch eine untergeordnete Rolle, dennoch ist der Anbau gesetzlich geregelt. Schlafmohn-Anbau ohne Genehmigung ist verboten. Mit einer Genehmigung der Bundesopiumstelle dürfen Gärtner aber auch maximal 10 Quadratmeter Mohn anbauen und das nur drei Jahre lang. (Beerensträucher mulchen: Darum ist es jetzt so wichtig, dass Sie die Wurzeln schützen)

Schlafmohn: Eine giftige Pflanze

Abgesehen von der schmerzstillenden und beruhigenden Wirkung der Alkaloide, ist Schlafmohn sehr giftig. Präparate aus Schlafmohn dürfen keinesfalls eigenmächtig hergestellt werden, die Schulmedizin verwendet nur noch chemisch isolierte Inhaltsstoffe. Langfristig eingenommen können Opioide außerdem abhängig machen und sind daher verschreibungspflichtig. Die Alkaloide können zudem allergische Reaktionen auslösen.

Schlafmohn: Diese Mohnsorten dürfen Sie im Garten anbauen

Es gibt glücklicherweise genügend legale Alternativen zu Schlafmohn, die sie als Zierpflanze im Garten anbauen dürfen. Ziermohn ist erlaubt und hat laut t-online mehr Blütenblätter als Schlafmohn, der nur vier aufweist. Geeignete Mohnsorten sind zum Beispiel:

Besonders beeindruckend können seltenere Mohnsorten aussehen, etwa Amazing Grey oder Scheinmohn mit blauer Blüte.

Daneben gibt es noch den Päonienmohn, der zwar schön anzusehen ist, aber zum Schlafmohn gehört und damit ebenfalls nicht in Deutschland angebaut werden darf.

Allgemein ist die Mohnblüte nur von kurzer Dauer, danach können die Samen zum Beispiel in der Küche verarbeitet werden. Mohn enthält B-Vitamine und viel Kalzium. Für den Herbst und Winter können Sie zum Beispiel leckere Mohnkipferl machen. (Diese Lebensmittel aus dem Garten machen glücklich: So nehmen Sie viel Tryptophan zu sich)

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