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Sauerteig im Garten: Der selbstgezüchtete Dünger und Schädlingsschreck

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Von: Mattias Nemeth

Er wird gefüttert, vermehrt, vererbt gepflegt und hat seinen festen Platz in vielen Küchen und in jeder guten Bäckerei, der Sauerteig. Doch nur wenige wissen von seinem Nutzen für den Garten.

München – Der erste Schnitt in ein frisch gebackenes Sauerteigbrot setzt ein unvergleichliches Aroma frei. Wer schon einmal diesen duftenden Erfolgsmoment verspürt hat, wird seinen Sauerteig in Ehren halten und ihn regelmäßig füttern und weiterzüchten. Dabei entstehen immer wieder Reste, die nicht gleich zum Weiterbacken genutzt werden. Doch es gibt ein Einsatzgebiet, das Sie nicht vergessen sollten, nämlich den Garten.

Sauerteig im Garten: Selbstgezüchteter Dünger und Schädlingsschreck

Hefebrote sind weniger aromatisch als Sauerteigbrote. Die Hefe verkürzt zwar den Gärprozess, die Aromastoffe können sich in der kurzen Zeit aber nicht voll entfalten, wie kraut&rüben berichtet. Außerdem bietet das Backen mit Sauerteig eine Menge weiterer Vorteile: So ist für den Garten bereits das Wasser wertvoll, in dem auch nur kleinste Reste Sauerteig eingeweicht wurden. Denn ein guter Sauerteig steckt voller Nährstoffe und Mikroorganismen, die den Pflanzen und vor allem auch dem Boden guttun. Aber auch die natürliche Säure des Sauerteigs wird von einigen Pflanzen geliebt, zum Beispiel von:

Ein Glas Sauerteig auf einer Baumscheibe und im Hintergrund steht eine Schüssel voll Mehl. (Symbolbild)
Sauerteig ein treuer Begleiter für Küche und Garten. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

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Sauerteig im Garten: Das steckt wirklich in Ihm

Beim Sauerteig spricht man von züchten, füttern und vermehren und das nicht ohne Grund, denn tatsächlich steckt ein Sauerteig voller Leben*. Vor allem sind das Milchsäurebakterien, Essigsäuren und Hefen. Welche Arten genau, hängt von den benutzten Zutaten, der genauen Herstellung und des Sauerteigalters ab. Untersuchungen lassen den Schluss zu, dass ein Sauerteig um die 70 verschiedenen Hefearten enthält und darunter ist nicht immer die klassische Bäckerhefe. Hefe kommt auch überall in der Natur vor und gedeiht prächtig in sauerstoffarmer Umgebung zum Beispiel auf der unbehandelten Schale von Trockenfrüchten, allerdings nicht in einer solchen Menge wie im Sauerteig. Gibt man also dem Boden diese im Sauerteig enthaltenen Mikroorganismen, dann wird das mikroskopische Leben angeregt und es entsteht schneller ein toller, humusreicher Boden.

Sauerteig im Garten: So verwendet Sie ihn richtig

Es kann praktisch alles vom Sauerteig verwendet werden. Selbst wenn Sie nur das Glas mit den Sauerteigresten mit Wasser einweichen, kann dieses bereits in das Gießwasser beigemischt werden und hat auch schon so seinen Nutzen. Aber auch die Sauerteigreste, die bei der Vermehrung oder dem Backen übrig bleiben, können dem Gießwasser beigemischt werden. Das ist ein guter Nährstofflieferant für Pflanzen. Aber auch als Zugabe für die Aufbereitung von verbrauchter Erde ist es nutzbar.

Vor allem Pflanzen auf sauren Böden, Tomaten, Paprika und Beeren vertragen eine Extraportion Sauerteig im Gießwasser. Er ist ein toller Dünger. Sie können den Sauerteig leicht verdünnt oder pur auch dem Kompost beimischen, um ihn als eine Art Kompostbeschleuniger zu nutzen. Lediglich in eine Wurmfarm hat Sauerteig nichts zu suchen, den Würmern ist der Sauerteig in so kleinem Raum zu sauer. Das ist auch der Grund, warum Folgendes funktioniert: Mit Wasser verdünnter Sauerteig kann auch eingesetzt werden, um Ameisen zu vertreiben. Wie Sie sehen, ist Sauerteig ein wichtiger Begleiter, auch außerhalb der Küche. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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