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Saharastaub: Für Ihren Garten kommt die gelbe Luft gerade recht

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Von: Jasmin Farah

Südwestwinde tragen aktuell Saharastaub in weite Teile Bayerns. Was auf den ersten Blick gruselig wirkt, freut viele Pflanzen in Ihrem Garten.

München – Plötzlich war der Himmel gelb, die Sicht ist milchig, als hätte man einen Filter drübergezogen: Viele Menschen hierzulande wundern sich gerade über ein wundersames Wetter-Phänomen. Gleichzeitig fallen mancherorts Regenschauer. Einige finden die Stimmung draußen unheimlich oder verstörend, dabei ist es ein Phänomen, das völlig natürlich ist.

Saharastaub in Deutschland: Für Ihren Garten kommt er gerade recht

Südwestwinde haben aus der Sahara, einer riesigen Wüste auf dem afrikanischen Kontinent, Sandstaub mitgebracht. Diese Staubkörnchen färben die Atmosphäre gelblich bis orangefarben. Ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD) geht sogar davon aus, dass dieses seltene Wetter-Phänomen bis zur Mitte der Woche anhalten wird. Das sei „nichts Ungewöhnliches“, erklärt der Wetterexperte gegenüber dem Deutschen Presse-Portal weiter.

Silhouetten von Eichen bei Sonnenuntergang mit Saharastaub in der Atmosphäre. (Symbolbild)
Der Saharastaub, der auf den Boden fällt, düngt die Natur auf natürliche Weise. (Symbolbild) © imageBROKER/Patrick Frischknecht/Imago

Demnach sollen bei Tiefdruckgebieten über der Zentral-Sahara in Nordafrika Wüstensand aufgewirbelt und in höhere Luftschichten rund um die Welt getragen werden. Die Winde erreichen Deutschland meist im Frühjahr und Sommer. Durch die Niederschläge wird zudem ein leichter „Blutregen“ entstehen, wobei der Saharastaub ausgewaschen wird und sich das Wasser bräunlich färbt. Sehr zum Leidwesen vieler Bürger in weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs.

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Saharastaub in Deutschland: Wertvolle Nährstoffbombe für Pflanzen

Denn das Gemisch hält sich hartnäckig auf Gartenmöbeln, Autos oder Fensterbänken. Ihn anschließend zu entfernen, kann dauern. Doch Ihre Pflanzen im Garten freuen sich sicherlich darüber. Einerseits über ein wenig Regen nach den trockenen und sonnigen Tagen, andererseits aber auch, weil der Saharastaub auch vor Nährstoffen strotzt. Er fungiert wie ein natürlicher Pflanzendünger im heimischen Grün.

Der Grund dafür: Der Boden der Sahara ist, was viele nicht wissen, sehr nährstoffreich. Dort, wo heute die riesige Wüstenlandschaft ist, war früher ein gewaltiger Süßwassersee. Der Boden und damit die Gegend ringsherum war also sehr fruchtbar. Doch durch Verwitterung und Erosion sind die lebenswichtigen Nährstoffe zu kleinsten Partikeln gepresst worden, die in Form von Staub kilometerweit transportiert werden können.

Die Sandkörnchen enthalten viele Spurenelemente wie Phosphor, Eisen und Magnesium sowie Kalzium. Zusammen mit Regen wird es zum wertvollen Flüssigdünger. Infolgedessen blüht die Sahara sehr schnell auf. Das gilt aber auch für die Pflanzen im heimischen Beet hierzulande. Aber: Nordostwinde tragen den Saharastaub Meteorologen zufolge bereits ab Ende der Woche wieder aus Deutschland heraus. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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