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Preiselbeeren: Aus diesem Grund schmecken die Beeren nur verarbeitet

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Von: Anna Katharina Küsters

Preiselbeeren strahlen bis Ende Oktober in knalligem Rot aus den Sträuchern empor. Gartenfans ernten sie und verarbeiten sie zu Gelee oder anderen Dingen.

Bonn – Lichtet sich das Blattwerk in der Pflanzenwelt, fallen die kleinen, roten Beeren am Boden noch viel deutlicher ins Auge. Preiselbeeren reifen von August bis in den Oktober an gerade mal 30 Zentimeter großen Sträuchern heran und schmecken verarbeitet gut zu Wildgerichten, aber auch als Marmelade oder Sirup. An einigen Merkmalen erkennen Gartenfans leicht, ob die Beeren reif sind oder noch etwas am Strauch bleiben sollten.

Preiselbeeren: So ernten Sie die Früchte im Oktober richtig

Die Preiselbeere, botanisch Vaccinium vitis-idaea, gehört zur Familie der Heidekrautgewächse. Zu Beginn sei direkt ein Missverständnis aus dem Weg geräumt: Die Preiselbeere hat nichts mit der aus Amerika stammenden Cranberry zu tun, auch wenn Hersteller diese oftmals als „Kulturpreiselbeere“ bezeichnen. Cranberrys sind Großfrüchtige Moosbeeren, keine Preiselbeeren. Eng verwandt sind Preiselbeeren hingegen mit Heidelbeeren. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) sind Preiselbeeren aus botanischer Perspektive echte Beeren. Das bedeutet, dass in einer Beere viele Samen enthalten sind.

Im Laufe des Reifungsprozesses einer Preiselbeere verfärbt sich ihr Äußeres von weiß über hellrot bis dunkelrot. Obwohl die Pflanze vor allen in nördlichen Gebieten verbreitet ist, reagiert sie empfindlich auf Kälte und kann nur in Symbiose mit dem Mykorrhiza-Pilz leben. Auf kalkreichen Böden ist sie ebenfalls nicht zu finden, dafür aber umso mehr auf sandigen und steinigen, sauren Untergründen, so wie sie etwa in Skandinavien oft zu finden sind. Dort wachsen die Beeren vor allem in Mooren, Fichten- oder Kiefernwäldern.

Zu sehen ist ein kleiner Preiselbeer-Strauch, an dem ein paar rote Beeren wachsen (Symbolbild).
Preiselbeeren sind empfindlich gegenüber Kälte (Symbolbild). © Karin Jähne/Imago

Preiselbeeren: Das macht die Beeren so gesund

Roh schmecken Preiselbeeren oftmals nicht, verarbeitet dafür umso besser. Wer die Beeren allerdings als Vitamin- und Mineralstofflieferant sieht, der irrt sich. Zwar enthalten Preiselbeeren solche, doch nur in sehr geringem Maße. Bekannter sind Preiselbeeren für folgende Inhaltsstoffe:

Besonders Phenolsäuren und Gerbstoffe sorgen für die heilende Wirkung der Beeren. Laut dem BZfE gehören die Phenolsäuren zu den sekundären Pflanzenstoffen, die die Vermehrung von Bakterien und Krebszellen hemmen sollen. Gerbstoffe sorgen dafür, dass sich beispielsweise Entzündungen an der Mundschleimhaut, am Zahnfleisch, aber auch in den Harnwegen zurückbilden. Bei Problemen mit Blasenentzündungen kann regelmäßiger Preiselbeer-Saft-Genuss durchaus zur Milderung der Symptome führen.

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Preiselbeeren: So erkennen Sie den Reifegrad

Das Schöne an Preiselbeer-Sträuchern ist, dass sie sich zwischen August und Oktober mehrfach abpflücken lassen. Reife Beeren sind knallrot, ihr Fruchtfleisch aber immer noch weiß. Gartenfans sollten die Beeren vor dem Verzehr genau kontrollieren, denn schnell mischen sich schimmelige oder faulige Früchte unter die Ernte. Wer genug Preiselbeeren beisammen hat, kann daraus beispielsweise leckeren Saft pressen, Marmelade kochen oder ein Chutney daraus machen. Preiselbeer-Sauce schmeckt besonders zu heißem Camembert*, Kartoffelpüree mit Fleischklößen oder Wildgerichten lecker. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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