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Pflanzenkrankheiten: Das sind die häufigsten Probleme und Schadbilder

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Von: Eva Goldschald

Pflanzen verschönern Garten, Terrasse und Balkon. Doch manchmal geben die schönen Mitbewohner Grund zur Sorge. Ursache von welken Blüten sind oft Krankheiten.

München – Wenn Blätter sich verfärben, Flecken auftauchen oder Blüten verwelken, bevor sie aufblühen, ärgert das jeden Gärtner. Grund ist hierfür nicht immer zu nasse Erde. Häufig ist die Pflanze von einer Pilzkrankheit befallen, bei der man schnell handeln sollte. Wir geben einen Überblick über die häufigsten Erreger und Krankheiten.

Pflanzenkrankheiten: Das sind die häufigsten Probleme

Wenn die Pflanze nicht mehr so wächst wie gewünscht, denken viele erst einmal an Schädlinge und suchen die Pflanzen akribisch von allen Seiten ab. Wird nichts gefunden, herrscht oft erst einmal Ratlosigkeit. Denn das Thema Pflanzenkrankheiten ist ein schwieriges Feld und nicht immer ist es einfach, herauszufinden, woran die Pflanze denn nun genau leidet. Am häufigsten findet man bei Pflanzen die sogenannten biotischen Krankheiten. Das sind Infektionen mit unterschiedlichen Erregertypen. Manche Pflanzen werden von Bakterien oder Viren befallen, andere leiden an einer Pilzinfektion. Letztere sind die häufigsten und treten in 80 Prozent der Fälle auf. Bei den Krankheiten unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Infektionstypen:

Innerhalb dieser drei Typen gibt es wiederum viele verschiedene Krankheiten, die auf ganz unterschiedliche Weise behandelt werden müssen. Damit man weiß, was die Pflanze braucht, sollte man zuerst feststellen, an welcher Krankheit sie leidet. Dabei soll folgender Überblick helfen.

Pflanzenkrankheiten: Gängige Blattkrankheiten

Insgesamt gibt es sieben Krankheiten, die die Blätter befallen können.

Bei all diesen Krankheiten verändert sich entweder die Blattfarbe oder die Beschaffenheit der Blätter. Bei Rostpilzen bilden sich, wie der Name verrät, rostfarbene, punktartige Flecken auf den Blättern. An den Unterseiten sind diese als Pusteln mit Sporen erkennbar. Da die Krankheit von einer zur nächsten Pflanze überspringt, sollte man die Pflanze isolieren, befallene Blätter entsorgen und die Pflanze mit Fungiziden behandeln.

Düngt man Pflanzen zu stark oder sind sie sehr geschwächt, bildet sich Grauschimmel*. Dieser breitet sich als gräulicher Schimmelrasen auf den Blättern aus. Dagegen helfen Stärkungsmittel.

Falscher Mehltau breitet sich als weißlicher Belag auf der Blattunterseite aus. Auf der Oberseite entstehen gelbe Flecken. Auch hier helfen Fungizide. Achtung bei Nutzpflanzen: Darauf achten, dass die Früchte danach noch verzehrt werden können.

Beim Schorf bilden sich grün-schwarze Flecken auf den Blattoberseiten. Blätter fallen dann sehr früh ab, Früchte bekommen eine rissige Schale. Dagegen hilft Mulch aus Kompost, regelmäßiges Wässern und ein regelmäßiger Schnitt der Pflanze. 

Sternrußtau befällt hingegen meistens Rosen oder Lorbeer. Dabei breiten sich braune Flecken aus, die sternförmig auslaufen. Es hilft, ab Mai eine Brennnessel-Jauche zu spritzen. Nicht zu verwechseln ist diese Krankheit mit den typischen Blattflecken, die rot oder weiß sein können (bei Erdbeeren) oder auch braun (bei Tomaten die sogenannte Braunfäule). Verschiedene Stärkungsmittel helfen, dagegen vorzubeugen.

Pflanzenkrankheiten: Das sind typische Triebkrankheiten

Diese Krankheiten betreffen ausschließlich Bäume. Dabei treten an den Trieben drei häufige Krankheiten auf:

Bei der Spitzendürre verwelken die Triebe und können die Blätter nicht mehr mit Nährstoffen versorgen. Die Triebe bleiben allerdings an den Bäumen von Stein- und Kernobst, darin überwintert der Erreger. Sobald man den Befall erkennt, sollte man die betroffenen Triebe bis zum gesunden Holz abschneiden und Fungizide spritzen.

Feuerbrand ist eine bakterielle Erkrankung, der besonders Apfel, Birne und Quitte zum Opfer fallen. Die Blütenstiele und Blätter färben sich braun bis schwarz und sehen aus wie verbrannt. Befallene Teile müssen abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden. Bis jetzt gibt es kein Mittel, das dagegen hilft. Ist ein Baum befallen, muss man es sogar bei der Behörde melden.

Obstbaumkrebs befällt vor allem ältere Bäume in Form von knochenartigen Wucherungen. Befallene Stellen werden ausgeschnitten und mit einem Wundverschlussmittel gegen Fungizide versorgt.

Pflanzenkrankheiten: Arten von Wurzelfäule

Zu den Wurzelkrankheiten zählen folgende drei Arten:

Welkepilze treten bei jeder Art von Pflanzen auf und dringen meist über beschädigte Wurzeln ein. Die Pflanzen können keine Nährstoffe und Feuchtigkeit mehr aufnehmen und sterben ab. Deshalb sollte man Staunässe vermeiden und befallene Stellen abschneiden. Es kann helfen, die Pflanze im Wasser neu wurzeln zu lassen.

Bei der Wurzelfäule sollte man die gesamte Pflanze entsorgen, da sie relativ rasch stirbt und auch nicht wieder neu austreiben wird. Auch Wurzelbrand entsteht durch einen Pilz. Vor allem frisch ausgesäte, kleine Pflanzen sind davon betroffen und fallen dann einfach um. Dagegen hilft eine eher trockene Erde und eine gute Belüftung im Gewächshaus. 

Wer all diese Krankheiten möglichst vermeiden möchte, sollte sich im Vorfeld die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzen ansehen. Wer regelmäßig düngt (nicht überdüngen) und Pflanzenstärkungsmittel spritzt, beugt vielen Krankheiten vor. Pflanzen werden dadurch robuster. Auch ein lockerer Boden mit mehreren Schichten kann helfen. 

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