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Pappelwolle: Von diesem Baum kommen die weißen Flocken im Juni

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist eine grüne Wiese auf der Löwenzahn wächst. Alle Grashalme und Blüten sind jedoch überzogen mit einem weißen Flaum, Pappelwolle (Symbolbild).

Pappelwolle erinnert an Schnee (Symbolbild). © Sabine Gudath / Imago

Pappelwolle verteilt sich im Mai und Juni in der Landschaft. Die weißen Flocken stammen von Pappelbäumen, für die der Flaum lebenswichtig ist.

Berlin – Dicker, weißer Flaum liegt auf dem Rasen, den Straßen und fliegt durch die Luft. Die Pappelwolle erinnert teils sogar an Schnee, weswegen die in weißen Fasern gehüllten Samen der Pappel auch den Namen Sommerschnee tragen. Die Pflanze hat einen einfachen Grund, weswegen sie die weiße Watte produziert und so stark verteilt.

Pappelwolle: Deswegen schneit es im Mai

Die Pappel (Populus) ist eine Pflanzengattung, die zur Familie der Weidengewächse zählt. Ursprünglich kommt sie aus Nordamerika, hat sich auf der nördlichen Halbkugel aber mittlerweile überall verbreitet. Als in Deutschland heimisch zählen zum Beispiel die Arten Schwarzpappel, Zitterpappel und Silberpappel. Da es häufig zu Hybridformen zwischen den einzelnen Arten kommt, ist keine feste Artenzahl festgelegt. Die Zahl schwankt zwischen 30 und fast 90. Besonders gut vertragen Pappeln feuchte Standorte beispielsweise an Flussufern oder an Teichen. Ihre Wurzeln ziehen so viel Wasser, dass Menschen sie auch als Schutz gegen Überflutung pflanzten.

Eine Pappel erreicht eine Größe von bis zu 40 Metern. Wer es weniger groß möchte, sollte sich auf die Graupappel konzentrieren. Doch Achtung, denn auch dieses kleine Exemplar erreicht Höhen von bis zu 15 Metern. Eine Pappel im Garten braucht also eine Menge Platz. Und das nicht nur aufgrund ihrer Höhe, sondern auch aufgrund der Ausläufer. Denn bei jeder Pappel wachsen im Umkreis von 40 Metern um den Stamm herum aus ihren Wurzeln neue Jungpflanzen. Diese Art der Vermehrung sichert dem Baum ein Weiterleben, auch wenn der eigentliche Mutterstamm abstirbt.

Pappelwolle: Fliegende Baumsamen

Doch das ist nicht die einzige Art und Weise, wie sich die Pappel vermehrt. Denn die bekannte Pappelwolle dient ebenfalls der Vermehrung, allerdings mit der Hilfe des Windes. Die dicken Schichten weißen Flaums, die im Mai und Juni durch die Lüfte wirbeln und die Landschaft bedecken, sind Fasern, die die Samen der Pappel umhüllen. Um zu keimen, brauchen die Samen in ihren Faserhüllen jedoch Feuchtigkeit. Diese ziehen sie sich einerseits aus der Luft. Andererseits muss es im frühen Sommer regnen, damit eine Vermehrung über die weiße Wolle funktioniert. Herrscht über mehrere Wochen Trockenheit, bedeutet das auch mehr Pappelwolle. Der Pappelschnee löst sich dann nicht auf und die Fruchtkapseln im Innern platz nicht auf.

Eine gute Nachricht für Allergiker gibt es aber. Denn auch wenn die Pollen sichtbar überall herumfliegen und an große Pusteblumen erinnern, sind sie hypoallergen. Das bedeutet, dass sie keine Proteine enthalten und somit kein Allergen sind. Die Pappelwolle besteht lediglich aus sehr feinen Zellulosefasern. Anders sieht es jedoch mit der zeitgleich austreibenden Esche aus, die Allergikern im Mai eher zu schaffen macht*.

Pappelwolle: Schwarzpappel in Bedrängnis

Manche Gartenfreunde verschmähen die Pappel aufgrund der Pappelwolle, ihrer Größe oder ihres größeren Wasserbedarfs. Immer häufiger fallen die Bäume auch großen Rodungsaktionen zum Opfer. Das führt mittlerweile so weit, dass die Schwarzpappel laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) bereits vom Aussterben bedroht ist. Die Schwarzpappel trägt ihren Namen aufgrund ihrer sehr schwarzen Rinde. In Deutschland wachsen zurzeit laut NABU nicht mal mehr 3.000 Schwarzpappeln.

Problematisch für die Schwarzpappel sind auch viele nicht heimische Pappelarten in Deutschland. So zum Beispiel die Kanandapappel. Sie ist eine Kreuzung aus der Schwarzpappel und einer amerikanischen Pappel und gilt als eine Pappelart, die sich extrem schnell ausbreitet und in wenigen Jahren 30 Meter hoch wird.

Ein Grund zum Ärgern bietet die Pappelwolle aber so oder so nicht. Denn sie lässt sich zum Beispiel weiterverwenden für:

Da es als sehr gutes Füllmaterial in Bettdecken gilt, hat sich auch der Name Pappelbaumwolle eingebürgert. Auch das Holz der Pappel ist überaus begehrt. Zum einen bindet es sehr viel Stickstoff aus der Umwelt, zum anderen lassen sich aus dem Holz gut Möbel, Schachteln, Streichhölzer, Papier, Pellets, aber auch Snowboards und Skier herstellen. *Ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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