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Organischer Dünger: Folgende Arten stehen zur Auswahl

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Im Frühjahr ist es Zeit für eine ausgiebige Düngung des Gartens. Dabei können Gartenfreunde auch beim organischen Dünger zwischen verschiedenen Arten wählen. Das sind ihre Vor- und Nachteile.

Leipzig – Gerade im Frühling wollen wir die Pflanzen im Garten mit Dünger unterstützen. Seien es Obstbäume, junge Gemüsepflanzen oder der neu gepflanzte Baum. Sogar der Rasen freut sich über gelegentliche Düngergaben. Viele Gärtnerinnen und Gärtner bevorzugen anstatt Mineraldünger organischen Dünger. Aber was genau ist da eigentlich drin?

Organischer Dünger: Diese Arten gibt es und das bringen sie

Dünger ist in fast jedem Garten irgendwo vorhanden. Das kann Kompost sein, Blaukorn, Gründüngung mit Pflanzen oder anderer organischer Dünger. Im Gegensatz zu mineralischem Dünger wie Blaukorn profitieren von organischem Dünger auch die Bodenorganismen. Organischer Dünger verbessert daher, richtig dosiert, den Boden. Viele Pflanzenfans setzen inzwischen auf natürlichere Düngemittel und die Auswahl ist dementsprechend groß. Auch in der Biologischen Landwirtschaft findet organischer Dünger Einsatz*.

Diese Arten von organischem Dünger gibt es beispielsweise:

  • Guano
  • Hornmehl und Hornspäne
  • Kompost
  • Mist
  • Pflanzenjauche
  • Schafwolle

Organischer Dünger: Anwendung und Vorteile von Guano

Guano sind die Exkremente von Seevögeln aus Südamerika. Ihr Kot bietet einen recht phosphor- und stickstoffhaltigen Dünger, zudem ist unter anderem Kalium enthalten sowie einige Spurenelemente. Guano ist oft in Erdmischungen zu finden, aber auch als Granulat, flüssig oder als Stäbchen verfügbar. Es ist ein recht ergiebiger Dünger.

Aber Achtung: Guano riecht nicht besonders angenehm und sollte als Staub nicht auf die Blätter gelangen. Beim Ausbringen im Garten sollten Sie vorsichtshalber Handschuhe tragen und keinen Staub einatmen, denn reiner Guano ist stark ätzend. Flüssigdünger dagegen nicht mehr. Neben Vogelkot gibt es Guano theoretisch auch aus Fledermauskot oder als Robben-Guano.

Organischer Dünger: Anwendung und Vorteile von Hornmehl und Hornspänen

Das ist nicht jedermanns Sache. Denn Hornmehl oder Hornspäne werden, wie der Name sagt, aus Horn von Tieren gewonnen. Meist sind das Schlachtabfälle wie Hörner oder Hufe, die geraspelt oder gemahlen werden. Veganer sollten von diesem Dünger Abstand nehmen.

Hornspäne und Hornmehl liefern vor allem mehr als zehn Prozent Stickstoff. Jedoch dauert die Zersetzung gerade bei Hornspänen einige Monate, sie sollten daher im Herbst ausgebracht werden. Hornmehl ist schneller verfügbar und eignet sich auch für die Frühjahrs-Düngung. Stickstoffreicher Dünger ist vor allem für gemulchte Stellen sinnvoll, denn Rindenmulch entzieht dem, Boden Stickstoff.

Organischer Dünger: Anwendung und Vorteile von Kompost

Kompost ist ein Klassiker im Garten und der Komposthaufen schnell angelegt. Mit etwas Planung passt ein Kompostbehälter sogar auf den Balkon. Hinein kommen dann neben Biomüll vor allem Gartenabfälle wie Grünschnitt. Wie Sie einen Kompost richtig anlegen, erklären wir hier. Ist das gelungen und genügend reifer Kompost entstanden, ist der ein idealer, organischer Langzeitdünger. Kompost ist ein guter Bodenhilfsstoff und beinhaltet etwa Kalium, Phosphor, Magnesium, Stickstoff und einige weitere Spurenelemente.

Rund vier bis sechs Monate dauert es mindestens, bis der erste fertige Kompost entnommen werden kann. Im Frühling kann Kompost dann flach ins Beet eingearbeitet werden.

Organischer Dünger: Anwendung und Vorteile von Mist

Man kennt es von den Feldern: Mist kann ebenfalls ein guter organischer Dünger sein. Tier-Dung von Nutztieren wie Pferden oder Kühen ist theoretisch auch für den Garten geeignet. Dieser Dünger bietet den Pflanzen zahlreiche Nährstoffe und auch Zellulose.

Nun kommt das große Aber: Frisch sollte der Mist nicht für Gemüse verwendet werden, so der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Er eignet sich eher für robustere Pflanzen wie Obstgehölze. Den Winter über gelagert oder kompostiert, darf der Mist dann aber im Frühjahr ins Beet. Vor allem Pferdemist ist gut geeignet und kann für Beerensträucher, Rosen und auch Obstbäume genutzt werden.

Auch für Gemüse ist Mist geeignet, jedoch nicht für alle Sorten. Der MDR berichtet, dass Kürbis, Tomaten, Kohl oder Zucchini kein Problem seien, Kartoffeln, Zwiebeln oder Möhren dagegen sollten Sie nicht auf Mist pflanzen. Denn der Dung ist laut MDR ideal für Zwiebel- und Möhrenfliegen, ebenso für Drahtwürmer. Auch kann es vorkommen, dass mit dem Mist Unkraut ins Beet gebracht wird.

Mist braucht einige Monate zum Verrotten und gibt währenddessen seine wertvollen Nährstoffe ab. Wer nun aber Mist vom Bauern holt, sollte Hof und Tiere kennen. Der MDR rät dazu, nur Mist gesunder Tiere zu nutzen und mit abgelagertem Mist bestenfalls im Frühjahr zu düngen. Dabei werde der Mist flach eingearbeitet. Gerade im Frühbeet ist Mist beliebt, denn er gibt Wärme ab.

Organischer Dünger: Anwendung und Vorteile von Pflanzenjauche

Pflanzensud und Pflanzenjauche ist vor allem beim biologischen Gärtnern das Mittel der Wahl als Schädlingsbekämpfung und Dünger. Zum Düngen eignet sich Jauche gut und liefert vor allem Stickstoff und Kalium. Besonders häufig wird Brennnessel und Ackerschachtelhalm als Grundlage genutzt. Aber auch Zwiebel-, Knoblauch- oder Beinwell-Jauche eignet sich. Pflanzenjauche herzustellen, braucht etwas Zeit. Jedoch muss die Jauche unbedingt verdünnt angewendet werden und kann dann ab dem Frühjahr zur Stärkung von Pflanzen eingesetzt werden.

Organischer Dünger: Anwendung und Vorteile von Schafwolle

Recht unbekannt ist Schafwolle und viele werden sich nun fragen, wie man damit düngen soll. Ganz einfach: Pellets. Die gibt es fertig zu kaufen und Schafwolle punktet vor allem mit einer guten Wasserspeicherfähigkeit. Außerdem enthält dieser organische Dünger Stickstoff, Schwefel, Kalium und etwas Magnesium und Phosphor.

Vor allem durch die Wasserspeicherfähigkeit kann Dünger aus Schafwolle auch den Boden verbessern und nützt vor allem Starkzehrern. Wenn Sie jedoch eher Pflanzen für saure Böden haben, sollten Sie von diesem Dünger absehen.

Organischer Dünger: Was es sonst noch so gibt

Ebenfalls geeignet wären beispielsweise Algensaft, Vinasse und Melasse, Knochenmehl, Blutmehl und einige mehr. Viele dieser Optionen sind eher unbekannt oder kommen selten zum Einsatz. Gerade vor der Verwendung tierischer Substanzen schrecken viele Gartenfans zurück.

Neben den oben genannten gängigen, organischen Düngern ist auch die Gründüngung eine Option. Dafür gibt es sogar spezielle Samenmischungen, die etwa Phacelia oder Senf enthalten, auch Lein kann eine gute Gründüngung sein. Der Dünger sollte unbedingt zum Boden und den Pflanzen passen. *24vita.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Redeleit

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