Zu sehen ist ein Garten, in dem bunte Blumen wachsen (Symbolbild).
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Viel Freude bereitet ein Nutz- und Naturgarten (Symbolbild).

Ein Gleichgewicht herstellen

Mit welchen Elementen sie den eigenen Naturgarten verschönern

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Geduld ist beim Naturgarten Voraussetzung. Dann wächst der Baum, im Hochbeet sprießt das Gemüse und die Terrasse verwandelt sich in eine Oase ohne Schädlinge.

  • Ein Naturgarten ist im Einklang mit der Natur.
  • Die Gestaltung eines Naturgartens aus braucht Geduld und zielt auf das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur ab.
  • Ein Naturgarten kann auch Kinder miteinbeziehen.

Kienberg – Ein Naturgarten läuft auch unter dem Namen ökologischer Garten und ist eng verbunden mit dem Biogärtnern. Denn in einem Naturgarten sollen Mensch, Tier und Pflanze im Einklang leben. Ein Naturgarten benötigt vor allem Geduld und Zeit, denn das ökologische Gleichgewicht im Garten stellt sich langsam her. Es ist kein Projekt, das nächste Woche fertig ist: Ein Baum braucht Zeit zum Wachsen, ebenso ist ein Hochbeet nicht von heute auf morgen befüllt und die Terrasse nicht sofort in ihr Umfeld integriert. Auch in Räumen können Zimmerpflanzen den Naturgarten teilweise nach innen bringen.

Naturgarten: Mit den richtigen Pflanzen den Naturgarten gestalten

An oberster Stelle steht die Vielfalt im Naturgarten. Damit möglichst viele Tiere ihr zu Hause im Naturgarten finden, ist die Vielfalt bei Pflanzen eine Grundvoraussetzung. Am besten greifen Gärtnerinnen und Gärtner in diesem Fall zu heimischen Arten, da sie bei den Tieren gut ankommen. So sehen Stauden im Garten nicht nur schön aus, sondern bieten Hummeln, Wildbienen und Schmetterlingen auch Nahrung. Wichtig hier: keine Stauden mit gefüllten Blüten pflanzen, da sie keinen Nektar zur Verfügung stellen. Besonders insektenfreundliche Blumen, Bäume, Sträucher und Kräuter sind laut Norddeutschem Rundfunk (NDR) zum Beispiel:

  • Schneeheide
  • Kornelkirsche
  • Ginster
  • Brombeeren
  • Prachtkerzen
  • Lavendel
  • Wilder Thymian

Brombeeren, Thymian und Lavendel wachsen auch gut im Hochbeet, sodass insektenfreundliche Pflanzen auch auf der Terrasse einen Platz finden und es Schnecken schwerer haben, ins Beet zu gelangen.

Naturgarten: Abseits der Stauden – wohin mit dem Abfall und den Schädlingen?

Hornveilchen, Vergissmeinnicht, Fingerhut und Akelei – alle blühen und verzieren einen Naturgarten auf schönste Weise. Aber wohin mit dem organischen Material, wenn Blumen und Sträucher beschnitten sind? Die beste Lösung heißt: Kompost. Jeder Naturgarten sollte, wie beim Biogärtnern, einen Komposthaufen haben. So entsteht Dünger für Beet, Hochbeet und Rasen und somit ein natürlicher Kreislauf.

Mit dieser Vielfalt pendelt sich mit der Zeit auch das Verhältnis von Nützlingen und Schädlingen ein. Nützlinge kommen von selbst in den Garten und auf die Terrasse: Marienkäfer fressen Läuse von Baum und Blume, genauso wie Florfliegen und Schwebfliegelarven. Letztere ernähren sich auch von Nektar – je mehr nektarreiche Blumen also im Garten wachsen, desto sicherer wohnt auch bald die Schwebfliege im Naturgarten. Igel, Vögel und Spitzmäuse kümmern sich derweil gerne um Schnecken, die sich im Garten tummeln. Ein Meisenpaar kann laut dem Bund für Umwelt und Natur (BUND) sogar bis zu 70.000 Raupen im Jahr verspeisen.

Naturgarten: Trockenmauer, Teich und Reisighaufen im Naturgarten

Neben den Pflanzen sollten sich Gärtnerinnen und Gärtner auch Gedanken zur weiteren Gestaltung mit Elementen machen. So helfen Trockenmauer, Teich, Reisighaufen und Wege, mehr Nützlinge in den Naturgarten zu locken und alle Tiere und Pflanzen mit Nahrung und Unterschlupf zu versorgen. Eine Trockenmauer gleicht unterschiedliche Höhen im Garten aus und bietet mit ihren vielen Nischen und Löchern Insekten perfekten Platz zum Nisten.

Ein Teich stellt außerdem nicht nur für Vögel, Libellen und Fröschen einen guten Lebensraum dar, auch Bäume und andere Pflanzen zehren von den Wasservorräten – so bleibt Gärtnerinnen und Gärtnern ab einem gewissen Zeitpunkt auch das Gießen erspart. Der Reisighaufen oder Totholzstapel in einer Ecke des Gartens bietet ebenfalls Unterschlupf für Igel, Wiesel und Kröten und Nistplätze für das Rotkehlchen. Der Forscher Wolfgang Wiltschko (71) aus Kienberg fand in den 1970er-Jahren übrigens heraus, dass Rotkehlchen wahre Orientierungsgenies sind: Sie können ohne Sicht auf den Nachthimmel sowie ohne Orientierungspunkte ihren Weg finden.

Naturgarten: Wie sich auch Kinder im Naturgarten wohlfühlen

Ein Naturgarten und Kinder, die über eine Wiese tollen wollen, schließen sich nicht aus. Eltern können einen Teil des Naturgartens als Spielwiese erklären und regelmäßig mähen. Zudem können auch Kinder schon im Garten mithelfen, wenn sie wollen: Hochbeete bepflanzen, Naschereien von Obststräuchern und Bäumen sammeln und essen sowie sie sehen, wie auf der Terrasse aus kleinen Samen große Pflanzen vorgezüchtet werden. Auch das Beobachten von zahlreichen Tieren in Wassernähe und in den Beeten bringt Kindern Natur ein großes Stück näher. Sie lernen, den Umgang mit ihr zu schätzen.

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