Ressourcen-Schonung und Naturschutz

Nachhaltiges Gärtnern: So einfach geht es

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Ein Garten macht Arbeit und beinhaltet oft Neuanschaffungen. Aber das muss nicht immer sein, denn nachhaltiges Gärtnern geht recht einfach und schont Ressourcen.

München – Bald beginnt die Gartensaison. Viele Gartenfans können es wahrscheinlich kaum erwarten, dass der Frühling endlich beginnt. So ein Garten macht aber nicht nur Arbeit, sondern verursacht auch Müll und verbraucht beispielsweise Wasser. Beim nachhaltigen Gärtnern stehen Ressourcen-Schonung und Naturschutz im Vordergrund.

Nachhaltiges Gärtnern: So einfach gelingt es Ihnen

Nachhaltigkeit hat längst in unseren Haushalt Einzug gehalten, warum also nicht auch nachhaltig Gärtnern? Was unsere Großeltern noch ohne Wegwerf-Ware und Plastikverpackung geschafft haben, bekommen auch wir einfach hin. Denn nachhaltiges Gärtnern ist überhaupt nicht schwer, bedarf nur einiger, kleiner Umstellungen und einer Änderung der Gewohnheiten.

Diese Tipps für nachhaltiges Gärtnern lassen sich leicht umsetzen:

  • Regenwasser nutzen: Nicht nur Zimmerpflanzen lieben Regenwasser beim Gießen. Auch im Garten findet es vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Regenwasser können Gartenfans in einer Regentonne sammeln, die sollte unbedingt abgedeckt sein, sodass Tiere sich nicht hinein verirren können. Zisternen sind ebenfalls gut geeignet und speichern besonders viel Wasser. Das spart Leitungswasser und man muss sich keine Sorgen um gefrierende Rohre im Winter machen.
  • Kompost anlegen: Ein Kompost gehört eigentlich in jeden Garten, denn er liefert wertvollen Dünger. Gartenfans, die den Kompost richtig aufgesetzt haben und nur das hineinwerfen, was auch geeignet ist, dürfen sich schon bald über eigenen Kompost freuen. Küchenabfälle finden dort eine neue Aufgabe, das spart Biomüll-Beutel. Sogar auf einem Balkon lässt sich ein Kompost anlegen, ohne lästige Geruchsentwicklung.
  • Kräuter selbst ziehen: Küchenkräuter nutzen Kochfans in jedem Gericht. Von Rosmarin über Thymian bis hin zu Koriander gibt es alles, was das Herz begehrt. Und die meisten Kräuter lassen sich leicht in Kräuterspiralen oder im Beet anbauen. Kräuterschnecken passen sogar auf die Terrasse. Das Grün wächst immer wieder nach, Kräuter in Plastiktöpfen aus dem Supermarkt sind damit Geschichte. Und im Winter eignen sich Kräuter für die Fensterbank.
  • Natürliche Unkrautentfernung und Schädlingsbekämpfung: Ob Pestizide, Herbizide oder Mittel gegen spezielle Insektenarten – all das geht auch natürlich. Pflanzenjauche oder -sud beispielsweise schreckt so manches Ungeziefer ab, bestimmte Unterpflanzungen helfen gegen Krankheiten und Schädlinge und Unkraut kann entweder per Hand gejätet werden oder durch richtiges Pflanzen verhindert werden. Übrigens: Viele „Unkrautsorten“ wie Löwenzahn oder Vogelmiere sind sehr gesund.
  • Upcycling: Der Gartenschlauch ist kaputt? Nicht wegwerfen, denn daraus lässt sich dank Upcycling ein toller Pflanzenkübel gestalten. Alte Paletten finden im Garten Verwendung als vertikaler Pflanzkasten und auch viele andere Gegenstände lassen sich zweckentfremden. Und wenn Sie etwas nicht mehr brauchen: Fragen Sie doch zuerst die Nachbarn.
  • Gartengeräte teilen und ausleihen: Rasenmäher und diverse andere Geräte gehören im Garten dazu und erleichtern die Arbeit. Häcksler oder Vertikutierer stehen aber meist elf Monate herum und werden nur kurz genutzt. Schaffen Sie solche Geräte doch gemeinsam mit einigen Nachbarn an, das spart Geld, Platz und das Gerät wird so auch deutlich häufiger genutzt.
  • Gartenmöbel aus Holz: Konkreter sollten es heimische Holzarten sein. Viele Holzarten sind robust und langlebig, mit Lasur halten sie ewig. Kunststoff mag zwar leicht und praktisch sein, doch bedeutet jedes Stück Plastik auch Müll. Bei starker Sonneneinstrahlung und Kälte gehen Plastikmöbel zudem schneller kaputt. Holz eignet sich gut zum selbst bauen.
  • Anzuchttöpfe selbst machen: Vor der Ernste steht die Aussaat. Und wenn es draußen noch kalt ist, findet die erst mal drinnen in Anzuchttöpfen statt. Wir haben zahlreiche Tipps, wie Sie Anzuchttöpfe leicht selbst machen können.
  • Nützlinge fördern: Das Grundprinzip eines Naturgartens ist das Miteinander von Gärtner und Natur. Das bedeutet auch, dass Insekten und Vögel sowie andere Tiere willkommen sind. Wer genug Nützlinge hat, braucht keine chemische Schädlingsbekämpfung. Insektenhotels gibt es nicht nur für Bienen, sondern auch für Florfliegen, Marienkäfer und viele andere. Vögel freuen sich über Nistkästen, Wasserstellen, das richtige Futter und Vogelschutzgehölze. Im Sommer fressen sie dann fleißig Insekten und Larven. Igel vertilgen auch mal die ein oder andere Schnecke und Tiere helfen zudem bei der Aussaat von Pflanzen. Bieten Sie ihnen also Lebensraum und lassen Sie im Herbst Stängel stehen und Laubhaufen liegen. Blumenwiesen gehören natürlich auch dazu, heimische und ungefüllte Blüten vorausgesetzt.
  • Keine Bodenversiegelung: Flächenversiegelung auf Privatgrundstücken in Form von Schottergärten ist ohnehin in vielen Bundeländern inzwischen verboten. Dennoch wissen viele nicht, dass auf solch einer Steinfläche absolut nichts mehr wachsen kann, denn in den Boden wird Material (oft eine Folie) eingebracht, das ihn für Unkraut und alle anderen Pflanzen undurchlässig macht. Schottergärten haben übrigens nichts mit Steingärten zu tun, Letztere sind erlaubt und können sogar bestimmte Tiere und Pflanzen fördern.
  • Selbstversorger werden: Es muss ja nicht sofort eigene Hühnerhaltung sein. Aber Gemüse und Obst lassen sich auch in kleinen Gärten oder sogar auf dem Balkon anbauen. Damit kaufen Sie etwas weniger Lebensmittel im Supermarkt und bekommen auch ein Gefühl dafür, was wann Saison hat. Außerdem sparen Sie so auch Plastikverpackungen oder Coating-Überzüge bei Obst und Gemüse. Zudem lassen sich auch Salben oder Fußbäder aus heimischen Pflanzen selbst machen und so mancher Tee gegen Erkältung oder für das Immunsystem.

Allgemein werden bei einem Naturgarten auch immer Samen zum Aussäen im nächsten Jahr anfallen. Und viele Pflanzen lassen sich durch Teilung vermehren. Wer also nachhaltig gärtnert, spart auf Dauer auch Geld für Pflanzen und Lebensmittel.

Rubriklistenbild: © IMAGO / blickwinkel

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