1. 24garten
  2. Mein Garten
  3. Gärtnern

Kompost verwenden: So wird er im Garten korrekt genutzt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Stephanie Drewing

Schubkarre gefüllt mit verschiedenen Gartenmaterialien. Im Hintergrund sind Beetumrandungen zu sehen.
Komposterde verbessert die Bodenqualität (Symbolbild). © imago images / YAY Images

Im Frühjahr werden die Gartenbeete vorbereitet und die Erde mit Dünger und Kompost auf Gemüsepflanzen und Sommerblumen vorbereitet.

München – Komposterde ist einer der besten und natürlichsten Dünger für den eigenen Garten und verbessert die Bodenqualität. Doch nicht für alle Zwecke ist die selbst gemachte Komposterde im Garten geeignet. Grundsätzlich ist jede Art von Kompost zur Pflanzendüngung und Bodenverbesserung geeignet, dennoch sollten Gärtner und Gärtnerinnen darauf achten, welcher Kompost eingesetzt wird.

Kompost verwenden: So setzen Sie ihn richtig ein

Beim Kochen und auch bei der Gartenarbeit fallen viele Bioabfälle an. Egal ob Kartoffelschalen, Kaffeesatz oder Pflanzenreste – diese bilden die Grundlage für den eigenen Kompost. Doch es gibt auch Gartenabfälle, die nicht auf den Kompost landen dürfen. Besonders bei Fallobst ist Vorsicht geboten. Die enthaltenen Schädlinge können den ganzen Kompost befallen*, wie bei merkur.de gewarnt wird. Es gibt auch noch die Möglichkeit, mit selbst gemachter Pflanzenjauche, Mulch oder auch Urgesteinsmehl zu düngen.  

Reife Komposterde eignet sich für:

Doch bevor der Kompost verwendet werden kann, sollten Gärtner und Gärtnerinnen den reifen Kompost durch ein Kompostgitter sieben. So gelangen keine unverrotteten Bestandteile ins Beet. Die großen Stücke, die nicht durchs Sieb fallen, bilden die Grundlage beim nächsten Aufsetzen des Komposts.

Die verschiedenen Kompost-Arten sind:

Kompost verwenden: Verwendung von Rohkompost als Dünger

Die Nährstoffgehalte eines Kompostes können sehr unterschiedlich sein, je nachdem, aus welchen Ausgangsstoffen und Materialien Haufen oder Miete aufgesetzt wurden. Humus nur aus Gartenabfällen enthält zum Beispiel im Durchschnitt 0,5 Prozent des wichtigsten Pflanzennährstoffes Stickstoff, ein Mistkompost kann dagegen leicht die fünffache Nährstoffmenge liefern. Auch das Alter des Kompostes ist bezüglich des Nährstoffgehaltes wichtig.

Roh- oder Frischkompost entsteht bei warmem Wetter bereits zwei bis drei Monate nach dem Aufsetzen der Miete aus kleingehäckselten Garten- und Küchenabfällen. Meistens dauert es aber ein halbes Jahr, bis Rohkompost verwendbar ist. Dieser Humus ist noch nicht ganz verrottet, er enthält noch viele Bodenorganismen, die laufend neue Nährstoffe aus den unverrotteten Bestandteilen freisetzen. Dieser Kompost kann auch im Winter offen bleiben, während bereits fertiger Kompost im Winter zugedeckt werden sollte, um ihn vor zu viel Feuchtigkeit zu schützen, wie bei krautundrueben.de nachzulesen ist.

Deshalb wirkt Rohkompost als raschwirkender Dünger. Er wird gezielt als dünne Mulchschicht zwischen hungrigen Pflanzen verteilt. Die Kompostschicht muss feucht gehalten werden, damit die Bodenlebewesen nicht zu früh absterben.

Für eine Mischung von Pflanzerde für Jungpflanzen oder Keimlinge ist Rohkompost viel zu scharf. Rasch düngender Frischkompost kommt ab Mai auf die Beete, wenn die Pflanzen kräftig wachsen und die frei werdenden Nährstoffe verwerten können. Möhren, Zwiebeln, Bohnen, Erbsen und Kräuter sollten nicht mit Rohkompost gedüngt werden.

Kompost verwenden: Reif- oder Fertigkompost für die Beetanlage und als Dünger geeignet

Beim Reif- oder Fertigkompost sind alle Ausgangs-Materialien in Humus umgewandelt. Das ist frühestens nach einem halben Jahr, meist aber erst nach neun bis zwölf Monaten der Fall. Er kann in den Boden eingearbeitet werden, düngt nur sanft, verbessert dafür aber dauerhaft die Bodenstruktur.

In Frühjahr und Herbst ist es sinnvoll, Reifkompost auf Gemüsebeeten, unter Obstgehölzen und auf den Blumenrabatten zu verteilen. Reifkompost eignet sich auch zum Mischen von Topferde. Wie viel verrotteten Gartenkompost gibt man pro Jahr als Dünger dazu?

Folgende Zahlen sind Anhaltspunkte. Die nötige Kompostmenge hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel ob andere Dünger verwendet werden oder ob gemulcht wird. Der Kompost kann auf mehrere Gaben verteilt ausgebracht werden.

Ältere, gut gepflegte Gartenböden im Ziergarten4-5 Liter/m2
Sandböden im Ziergarten5–10 Liter/m2, zusätzlich Rohkompost
Saatbeete3–4 Liter/m2, nur sehr gut verrotteten Kompost verwenden!
Tomaten, Kohl, Kartoffeln, Gurken, Kürbis, Blumenkohl, Brokkoli, Sellerie, Mais, Rhabarber u.a. Starkzehrer10–15 Liter/m2
Kohlrabi, Möhren, Rote Beete, Rettich, Mangold, Kopfsalat u.a. Mittelzehrer5–10 Liter/m2
Feldsalat, Kräuter, Chicorée, Spinat u.a. Schwachzehrer3–5 Liter/m2
Baumobstnach der Ernte 10–15 Liter/m2 auf der Baumscheibe verteilen
BeerenobstMulchen mit frischem Rasenschnitt reicht meistens aus

Kompost verwenden: Balkon-Blumenerde selber mischen

Mit Kompost kann auch eine ideale Balkon-Blumenerde selbst gemischt werden. Dazu sollten Gärtner und Gärtnerinnen etwa 1/3 reifen Kompost, 1/3 Rindenkompost und 1/3 Land- oder Gartenerde gründlich mischen. Ein Teil der Erde kann auch durch Sand oder Perlite ersetzt werden. Wen der Balkon recht klein ist, hilft bei der Kompostgewinnung ein Bokashi-Eimer oder auch eine Wurmkiste. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Auch interessant