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Kapuzinerkresse: Was Sie über diese Pflanze wissen sollten

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Von: Eva Goldschald

Die Kapuzinerkresse findet man auf vielen Balkonen und in den meisten Gärten. Sie gehört quasi zum „Inventar“ eines jeden Gärtners. Das zeichnet sie aus.

München – Sie sieht schön aus, hat nur wenige Ansprüche und hilft bei allerlei Beschwerden. Die Kapuzinerkresse gilt als nützliche Rankpflanze und wird auch oft als Sichtschutz zu Nachbarn oder Spaziergängern eingesetzt.

Kapuzinerkresse: Was sie über diese Pflanze wissen sollten

Anders als vielleicht vermutet, ist die Kapuzinerkresse nicht heimisch. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika. Erst im 18. Jahrhundert kam sie nach Europa und wurde hier fortan kultiviert. Mittlerweile gibt es über 90 Arten der Kapuzinerkresse. Alle wachsen in die Höhe, manche Sorten sogar bis zu drei Meter. Andere wachsen eher buschig und nicht ganz so hoch. Die Kapuzinerkresse klettert gerne. In der Natur windet sie sich an Baumstämmen oder Ästen in die Höhe. Im Garten reichen Zäune oder Rankstäbe.

Während sie im warmen, tropischen Klima das ganze Jahr und sogar mehrjährig blüht, ist sie bei uns nur einjährig. Die wärmeliebende Pflanze verträgt den Frost im Winter nicht. Auffallend sind die Blätter der Kapuzinerkresse. Sie sind mehr als doppelt so groß wie die Blüten und fast rund. Regnet es, perlt das Wasser wie bei Lotusblumen sanft von der Oberfläche ab.

Kapuzinerkresse: Daher kommt ihr Name

Die Blüten der Kapuzinerkresse strahlen in kräftigem orange, gelb oder rot. Manchmal sind sogar alle Farben gleichzeitig als Tupfen auf einer Blüte zu sehen. Diese besteht aus fünf Kelchblättern. An der Unterseite wird die Blüte von fünf Kronblättern umschlungen, die an einen spitzen Sporn anschließen. Blütenhäubchen und Sporn sehen zusammen aus wie eine Zipfelmütze. Genau solche Mützen werden noch heute von den Kapuzinermönchen getragen. Daher stammt auch der erste Teil des Namens der Pflanze – Kapuzinerkresse. Kresse deshalb, weil die Blüte leicht scharf und pfeffrig schmeckt wie Kresse*. Blüten und Blätter sind essbar und verfeinern Dips, Quarks oder auch Butter mit ihrem angenehm würzigen Geschmack.

Kapuzinerkresse: Standort und Pflege

Kapuzinerkresse gilt als sehr anspruchslos. Sie wächst im Garten, auf der Terrasse, im Hochbeet oder am Balkon. Am liebsten steht sie sehr sonnig mit etwas Schatten. Der Boden sollte immer leicht feucht sein und viele Nährstoffe enthalten. Ist der Boden zu sandig oder zu trocken, fühlt sich die Kapuzinerkresse nicht so wohl. Hier hilft etwas Kompost. Pflanzt man sie ins Hochbeet, steht sie am liebsten am Rand. Dort kann sie aus dem Hochbeet heraus bis zum Boden herunter oder an Rankhilfen nach oben wachsen. Wer die Pflanze selbst aussäen möchte, drückt die Samen bis zu zwei Zentimeter in die Erde. Schon nach ein oder zwei Wochen sprießen erste Keimblätter. Die Pflanze benötigt bei nährstoffreicher Erde keinen Dünger. Leider haben auch Blattläuse die Kapuzinerkresse für sich entdeckt. Dagegen helfen Brennnesseljauche oder auch Marienkäferlarven. 

Kapuzinerkresse: Einsatz in der Küche

Zwischen Mai und Oktober entfaltet die Kapuzinerkresse ihre gesamte bunte Blütenpracht. Die Pflanze ist sehr ergiebig. Man kann neben Blüten und Blättern auch die Knospen und Samen essen. 

Neben dem guten Geschmack wird der Kapuzinerkresse auch eine heilende Wirkung nachgesagt. Sie soll unterstützend grippale Infekte heilen, bei Harnwegsentzündungen helfen oder auch Bronchitis und Muskelschmerzen lindern. 2013 wurde die Kapuzinerkresse zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. In getrockneter Form tötet sie Bakterien ab und gilt als ähnlich effektiv wie Antibiotika. Bei Erkältung hilft Tee aus zerriebenen Blättern der Kapuzinerkresse.

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