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Igel im Garten: So wird Ihr Garten zum Paradies für die nachtaktiven Tiere

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Von: Franziska Irrgeher

Igel sind niedliche und hilfreiche Gartenbewohner. Doch um die Tiere dauerhaft anzusiedeln, muss die Gartengestaltung stimmen und darf keine Gefahren beinhalten.

Hamburg – Ein Garten ohne Wildtiere wäre ziemlich langweilig. Viele Gartenfans freuen sich daher nicht nur über Insekten und Vögel, sondern vor allem über Säugetiere wie Igel oder Eichhörnchen. Igel haben große Reviere, wird der eigene Garten als Schlafplatz auserkoren, darf man sich freuen. Damit das gelingt, sollte die Gartengestaltung stimmen und möglichst igelfreundlich sein.

Igel im Garten: So schaffen Sie ein Paradies für die Stacheltiere

Igel sind praktische Helfer im Garten, die Nützlinge fressen unter anderem Schnecken, auch wenn die schleimigen Tiere eher als Notration dienen. Bevorzugt werden Insekten. Zudem sehen Igel sehr niedlich aus und wecken bei vielen Tierfreunden gewisse Beschützerinstinkte. Denn die Stacheltiere leben gefährlich, ihre Verteidigung durch Zusammenrollen und ausharren ist nicht für die Straße gemacht und ebenso wenig für Mähroboter oder andere schneidende Gartengeräte. Viele Naturfreunde möchten Igeln daher ein schönes Zuhause im eigenen Garten schaffen. Das geht einfach, wenn man um die Lebensweise der Tiere und Gefahren weiß.

Igel im Garten: Igel im Jahresverlauf

Igel sind nachtaktiv, laut der Deutschen Wildtier Stiftung kommt in Deutschland hauptsächlich der Braunbrustigel vor, ansonsten gibt es auch noch den Nördlichen Weißbrustigel. Braunbrustigel sind laut Wildtier Stiftung Einzelgänger und Insektenfresser, inzwischen kommen sie auch in Gärten und Siedlungsbereichen vor, wobei sie neben Schnecken und Regenwürmern eine ganze Reihe anderer Krabbeltiere zum Fressen gernhaben. Vor allem Würmer und Schnecken enthalten oft auch Parasiten, findet der Igel genug Insekten, bleibt die Schneckenbekämpfung eher den Gartenfans überlassen.

Igel sind damit die idealen Nützlinge und zudem putzig anzusehen. Die Stacheltiere können bis zu sieben Jahre alt werden, sofern sie vorher nicht von Dachs, Fuchs, Marder oder Uhu gefressen oder von Autos überfahren werden. Daneben zählen auch Mähroboter zu den „Feinden“ der Igel. Laut LBV sind ebenso Freischneider und andere schneidende Gartengeräte gefährlich, mit denen in hohem Gras gearbeitet wird.

Igel haben schon ab der Geburt Stacheln, laut Wildtier Stiftung sind die aber anfangs noch weich. Neben dem typischen Aussehen hört man Igel meist, bevor man sie sieht. Sie schmatzen beim Fressen, Fauchen bei Bedrohung oder Schnaufen lautstark während der Paarungszeit. Dann kann man auch das berühmte Igelkarussell beobachten. Dabei umkreisen sich Männchen und Weibchen ausdauernd, ehe sie sich paaren. Paarungszeit ist laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) von Juni bis August.

Laut der Website Pro Igel haben Igel bei uns einen Wurf im Jahr, der Nachwuchs komme meist zwischen August und September zu Welt. In warmen Regionen kann es auch früher sein. Meist sind es rund vier bis fünf Jungtiere, die erstmal sechs Wochen gesäugt werden. Ab etwa 14 Tagen können die Igel-Babys langsam sehen und hören und bekommen Milchzähne, auch gehen sie dann bald auf Nahrungssuche, werden aber weiter gesäugt. Nach sechs Wochen sind sie dann so selbstständig, dass sie alleine losziehen können.

Wenn die Nahrung knapp wird, halten Igel Winterschlaf, die Männchen sind die ersten, dann die Weibchen und teils recht spät auch die Jungtiere. Damit ein Igel den Winterschlaf übersteht, sollte er mindestens 500 Gramm wiegen. Der Winterschlaf selbst dauert dann rund fünf oder sechs Monate. Während dieser Zeit verlieren die Tiere pro Igel rund 30 Prozent ihres Körpergewichts und erwachen, wenn die Temperatur konstant über zehn Grad Celsius liegt.

Igel im Garten: So können Sie helfen

Das alles klingt kräftezehrend und ist es auch. Ideal wäre also ein naturnah gestalteter Garten ohne Gefahren aber mit viel Nahrung und Versteckmöglichkeiten für Igel. Die Tiere haben große Reviere und gehen sich als Einzelgänger aus dem Weg, dennoch können auch in einem Garten mehrere Igel sein, die sich tolerieren. Haben die Tiere einmal herausgefunden, wo es Futter gibt, werden sie meist sehr zuverlässig wieder kommen.

Wichtig für Igel im Garten ist Folgendes:

Bieten Sie aber niemals Milch an, das kann zu schlimmen Verdauungsproblemen führen und den Igel schlimmstenfalls umbringen. Zufüttern ist zu manchen Jahreszeiten bei einigen Tieren sinnvoll, sollte aber nicht ganzjährig geschehen. Igelhilfen informieren dazu sowohl online als auch persönlich und geben Tipps zum Umgang mit geschwächten Jungigeln.

Da man Igeln im eigenen Gartens eher selten persönlich begegnet, sondern eher hört oder am Kot sieht, dass sie da sind, bieten sich auch Wildkameras mit Nachtmodus an.

Sollte der Igel das angebotene Quartier nicht mögen, seien Sie nicht traurig. Wahrscheinlich hat er schon in einem anderen Garten einen Unterschlupf gefunden. Normalerweise werden Tierfreunde und Igel eine friedliche Koexistenz führen, ohne sich oft zu begegnen. Wenn der Igel aber tagsüber unterwegs ist oder sich anderweitig seltsam verhält oder krank aussieht, sollten Sie eine Naturschutzorganisation oder eine Igelhilfe kontaktieren. Die Kontaktdaten gibt es oft auch beim örtlichen Tierschutz und beinahe in jeder Gegend finden sich gute Pflegestellen. So steht einem langen und artgerechten Igelleben im Garten nichts im Weg.

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