Umgraben mal anders

Holländern: So funktioniert die Methode zur Bodenlockerung

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Verdichteten Boden mögen einige Pflanzen gar nicht. Umgraben ohne Maschinen kann mühsam sein, doch beim Holländern ist der tiefengelockerte Boden die Arbeit definitiv wert.

Köln – Nicht alle Gartenpflanzen sind Flachwurzler, einige wollen auch in die Tiefe und bekommen bei verdichteten Böden schnell Probleme. Gärtner können dann entweder die Pflanzen austauschen oder – das wäre die bessere Methode – den Boden umgraben. Holländern hilft dabei, ist aber anstrengend.

Holländern: So funktioniert die Methode zur Bodenlockerung

Sogenanntes „Holländern“ ist eine Methode zur Tiefenlockerung ohne Maschinen. Zwei Spaten tief wird dabei der Boden gelockert und so perfekt auf tiefwurzelnde Pflanzen vorbereitet. Aber wann ist das überhaupt sinnvoll? Vor allem bei Lehmböden oder Tonböden. (Geräteschuppen: Fünf Tipps wie Sie dort das Chaos kontrollieren)

Laut t-online weisen Zeigerpflanzen auf die bestehenden Bodenverhältnisse hin, wobei mehrere der Pflanzen vorhanden sein müssen, nicht nur ein Exemplar. Folgende Zeigerpflanzen weisen laut t-online auf Staunässe und verdichtete Böden hin:

  • Gänsefingerkraut
  • Breitwegerich
  • Quecke
  • Kriechender Hahnenfuß
  • Mädesüß
  • Acker-Schachtelhalm
  • Huflattich
  • Ackerminze
  • Ackerkratzdistel

Holländern: So gehen Sie vor

Ist klar, dass es sich um verdichteten Boden handelt, kann umgegraben werden. Dazu brauchen Sie außer einem Spaten kein weiteres Werkzeug. Grundsätzlich besteht Uneinigkeit darüber, ob Beete im Herbst umgegraben werden sollten oder ob das Mikroorganismen und damit die gesamte Struktur durcheinander bringt. (Weißer Schimmel im Garten: Deshalb tritt er im Herbst vermehrt auf und das können Sie tun)

Holländern empfiehlt sich vor allem als Maßnahme vor der Neubepflanzung bei Baugrundstücken. Sinnvoll ist Holländern eher nicht bei mittelschweren bis leichten Böden. Soll dagegen ein Rasenstück zum Beet umfunktioniert werden, eignet sich Holländern als Methode gut.

Haben sich Gartenfans für das Umgraben entschieden, sollte mit System vorgegangen werden:

  • Ein Stück Boden (spatentief mal ein bis zwei Spaten breit) ausheben und beiseite legen.
  • Den Boden darunter wenden (ebenfalls spatentief).
  • Nun ist die nächste Reihe dran: Ausheben, Boden wenden und auf den umgegrabenen Boden der ersten Reihe legen.
  • Ist Gras mit drin: Grasnarbe zerkleinern, erst dann auf den gelockerten Boden legen.
  • Nun graben Sie die zweite Lücke (Unterboden) spatentief um.
  • Nächste Reihe abstechen, wenden und auf die umgegrabene Stelle geben.
  • Unterboden wenden.
  • Fahren Sie fort, bis das ganze Beet umgegraben ist.
  • Auf das letzte Loch kommt der Aushub vom Anfang

Mist kann als Dünger mit auf die umgegrabene Schicht gegeben werden. Fürs Holländern ist es sinnvoll, das Beet in zwei Reihen zu teilen, so kann im Halbkreis gearbeitet werden. (Eiswürfel-Dünger: So bereiten Sie den besonderen Helfer aus Kompost-Tee zu)

Holländern: Der Herbst ist die perfekte Jahreszeit

Damit keine Nährstoffe verloren gehen nach dem Umgraben, kann das Holländern im Herbst erfolgen, anschließend wird eine tiefwurzelnde Zwischenfrucht angebaut und im Frühjahr dann untergegraben.

Rubriklistenbild: © imago images / Westend61

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