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Herbstzeitlose: So giftig ist die bekannte Herbstpflanze

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Franziska Irrgeher

Herbstzeitlosen bilden kleine hübsche Blüten und tauchen im Herbst in Parks und Gärten auf. Doch die Blumen sind sehr giftig. So erkennt man sie.

München – Herbstzeitlosen blühen ab August oder September und bis in den Oktober hinein. Hat man Glück, dann findet man Dutzende der kleinen, rosa oder lila Blüten auf einer Wiese. Ein malerischer Anblick, doch beispielsweise auf Weideflächen können Herbstzeitlosen gefährlich werden, denn sie sind giftig. Auch für Menschen.

Herbstzeitlose: So giftig ist die schöne Herbstblume

Wenn man es genau nimmt, dann gibt es recht viele giftig Vertreter unter den Zwiebelblumen. Beispielsweise neben der Herbstzeitlose auch Amaryllis, Hyazinthen und viele mehr. Herbstzeitlosen sind damit keineswegs die einzigen giftigen Pflanzen, die aus einer Zwiebel wachsen, aber mit die bekanntesten. Die unscheinbare, kleine Pflanze blüht im Herbst in zarten Rosa- und Lilatönen, sieht Krokussen recht ähnlich und gibt definitiv ein schönes Bild ab. Doch der Schein trügt, denn die Herbstzeitlose ist stark giftig, der Verzehr kann tödlich enden.

Zu sehen sind zwei blühende Herbstzeitlosen auf einer Wiese (Symbolbild).
Herbstzeitlosen sind hübsch, aber giftig (Symbolbild). © Freitag/Imago

Herbstzeitlosen mögen ungenutzte Flächen, feuchte Wiesen, lassen sich durch intensive Flächennutzung aber auf Weiden ganz gut in Schach halten. Wer die Pflanzen daher bereits im Frühjahr von Weideflächen verbannt, hat gute Chancen auf eine Wiese ohne Herbstzeitlosen. Im Garten oder Park dagegen sind die Blüten oft ganz gern gesehen. Dennoch besteht Verwechslungsgefahr.

Herbstzeitlose: Verwechslungsgefahr und Gift

Herbstzeitlosen sind im Herbst schön anzusehen, gefährlich werden sie eher im Frühjahr. Nicht nur auf Weiden, auch beispielsweise dort, wo Menschen Bärlauch sammeln. Denn ohne ihre Blüte gleicht die Herbstzeitlose auf den ersten Blick Bärlauch, die Verwechslung kann aber schnell sehr gefährlich werden. Jedoch wachsen Herbstzeitlosen-Blätter immer direkt ohne Stängel aus einer Rosette mit meist drei Blättern, Bärlauch-Blätter dagegen haben einen Stiel und sind auch am Geruch zu erkennen. Auch von Maiglöckchen sollte man Bärlauch unterscheiden können. Etwas ungewöhnlich, aber ebenso möglich: Die Zwiebeln der Herbstzeitlose können auch mit Küchenzwiebeln verwechselt werden, wenn beide Pflanzen nah beieinander wachsen.

Doch warum ist die Herbstzeitlose überhaupt giftig? Die Pflanze enthält mehr als 20 verschiedene Alkaloide, allen voran Colchicin. Menschen können schon an zwei bis fünf Gramm der Samen (das entspricht etwa 20 Milligramm des Wirkstoffs oder 50 Gramm Blättern) sterben, Rinder beispielsweise ab 1,2 Kilogramm frischen Blättern und Kapseln. Schwierig wird es daher, wenn Heu gemacht wird, das sollte keinesfalls Herbstzeitlosen oder andere Giftpflanzen enthalten.

Sogar über die Milch scheiden die Rinder nach der Aufnahme der Herbstzeitlose das Gift noch aus und es kann Menschen selbst dann schaden. Eine andere bekannte Giftpflanze, die in Tiernähe vorkommt, ist beispielsweise das Jakobskreuzkraut. Nun sind Tiere aber auch nicht blöd, erfahrene erwachsene Tiere fressen normalerweise keine Herbstzeitlosen, Gefahr besteht also eher für Jungtiere und unwissende Menschen oder Kinder. Sehen Sie sich Herbstzeitlosen daher mal genauer an, bestenfalls mit erfahrenen Kräutersammlern und lassen Sie sich die Merkmale zeigen.

Herbstzeitlose: Symptome bei Vergiftung

Folgende Symptome können bei einer Vergiftung mit Herbstzeitlosen laut Professor Florian Eyer, Chefarzt der Abteilung für Klinische Toxikologie am Universitätsklinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, schon früh auftreten:

Weitere Quellen nennen beispielsweise auch Schluckbeschwerden und ein brennendes oder kratzendes Gefühl im Mund- und Rachenbereich.

Im späteren Verlauf komme es laut Professor Eyer dann zu Störungen von Nieren- und Leberfunktion, der Blutgerinnung und des Knochenmarks und auch zu Herz-Kreislauf-Störungen bis hin zu einem Multiorganversagen. Schlimmstenfalls endet das Ganze mit dem Tod, wenn nicht rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird.

Der Giftnotruf hilft deutschlandweit weiter, im Zweifelsfall sollten Sie aber direkt in die Notaufnahme fahren. Trinken Sie keinesfalls Milch, die könnte die Giftwirkung verstärken, auch Erbrechen selbstständig ohne Anleitung auszulösen ist keine gute Idee. Gefährlich wird es schnell für Kinder oder Tiere, denen je nach Körpergewicht schon kleine Mengen schaden können. Die Wirkung des Giftes tritt bei Herbstzeitlosen mit einigen Stunden Verzögerung ein, was die Diagnose und Behandlung nicht immer leicht macht.

Herbstzeitlose: Dennoch eine schöne Gartenpflanze

Herbstzeitlosen sind definitiv sehr giftig, bei der Gartenarbeit sollten Sie also immer Handschuhe tragen und die Pflanzen nur in abgegrenzte Bereiche setzen. So kommt es erst gar nicht zu Verwechslungen. Sind Kinder im Garten oder Sie entdecken beim Spaziergang mit dem Nachwuchs Herbstzeitlosen, können die Kleinen direkt lernen: Anschauen ist erlaubt, anfassen oder gar abbeißen dagegen verboten. Tiere sollten Sie von Herbstzeitlosen fern halten. Gerade auf Weiden sind daher regelmäßige Kontrollen auf Giftpflanzen sinnvoll.

Doch so ein Garten hat oft weitaus mehr als nur die giftige Herbstzeitlose zu bieten. Wer sichergehen möchte, plant den Garten direkt mit kinderfreundlichen oder tierfreundlichen Pflanzen. Ansonsten kommen teils von selbst, teils angepflanzt auch oft Fingerhut, Engelstrompete und viele mehr als dekorative, aber giftige Pflanzen vor. Der richtige Umgang mit ihnen verhindert aber Vergiftungen. Herbstzeitlosen bieten aber auch Insekten noch Nahrung, bevor der Winter irgendwann eintrifft. Die Vor- und Nachteile für den eigenen Garten gilt es daher abzuwägen.

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