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Späte Herbstverfärbung und später Laubfall: So kommt es zu dem Phänomen

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Von: Joana Lück

Herbstliebhaber kommen in diesem Jahr lange und spät auf ihre Kosten. Denn erst allmählich beginnen die Blätter vielerorts zu fallen. Das steckt hinter dem Phänomen.

Berlin – Von Gelb über Orange bis hin zum kräftigem Rot: Jedes Jahr begeistert der Herbst mit seiner atemberaubenden Farbenpracht und fallenden Blättern. Auch wenn die Kernzeit der schönen Verfärbung nur maximal einige Wochen anhält, für Fotografen, Spaziergänger oder Naturfreunde ist diese Zeit meist der Höhepunkt des Jahres. Aber warum verfärben sich die Blätter in manchen Jahren erst so spät?

Späte Herbstverfärbung und später Laubfall: So kommt es zu dem Phänomen

Dieses Jahr sieht es danach aus, als würden die Bäume noch bis in den November ihre Blätter tragen. An einigen Stellen in Deutschland sind Laubbäume sogar noch teilweise grün. Das ist einerseits schön für uns, denn wir haben länger Spaß am Herbst und seinen einladenden (Spiel-)Möglichkeiten. Aber auch die Tiere können das fallende Laub als Lebensraum nutzen.

Gelbes Herbstlaub am Baum. (Symbolbild)
Nicht selten hängt noch bis in den November leuchtendes Laub an den Bäumen. (Symbolbild) © Dwi Anoraganingrum/Imago

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Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterliegt die Natur nicht den kalendarischen oder astronomischen Jahreszeiten, sondern ist abhängig von den unterschiedlichen Zeitpunkten der Entwicklungen in der Natur. Dieser sogenannte phänologische Kalender ist eine feinere Einteilung als es lediglich Frühling, Sommer, Herbst und Winter kategorisieren können. Später Laubfall kommt vor, wenn im Jahr folgende Bedingungen in der Natur vorherrschen:

Dass die Blätter noch vergleichsweise lang am Baum hängenbleiben ist ein gutes Zeichen, das Klimakritiker aufatmen lassen sollte. Setzt der phänologische Herbst spät ein, so bedeutet dies, dass es über das Jahr genügend Niederschlag gab. Denn trägt ein Baum im Winter noch durstige Blätter, so hat er es selbst schwer, in einer Jahreszeit mit Frost und weniger Niederschlag in Form von Regen noch am Leben zu bleiben. Ein Baum erfriert oder vertrocknet, wenn er das Laub nicht abwerfen würde.

Späte Herbstverfärbung und später Laubfall: Warum verlieren Nadelbäume keine Nadeln?

Die Antwort liegt im Aufbau der Nadeln: Sie haben eine kleinere Oberfläche, weshalb an ihnen weniger Wasser verdunsten kann. Das Nadelblatt verfügt über Spaltöffnungen, über die der Baum Wasser regulieren kann. Die Verdunstung wird also gebremst. Ausnahme ist die Lärche, die im Herbst ihre Nadeln abwirft. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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