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Hecke schneiden: In welchem Zeitraum Sie zur Heckenschere greifen sollten und wie der Schnitt gelingt

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Von: Anna Katharina Küsters

Auf dem Bild schneidet ein Gärtner mit einer Heckenschere seine grüne Hecke (Symbolbild).
Leichte Pflegeschnitte an der Hecke sind ganzjährig erlaubt (Symbolbild). © PantherMedia/Liane Matrisch

Jede Hecke braucht regelmäßig einen Rückschnitt oder eine Verjüngung. Damit dieser erfolgreich ist, muss die Hecke die richtige Form bekommen und das zum richtigen Zeitpunkt.

Rudolstadt – Auch wenn jede Heckenpflanze anders ist und unterschiedliche Dinge beim Schnitt verlangt, gibt es doch einige Eckpunkte, an denen sich Gärtnerinnen und Gärtner beim Hecke schneiden orientieren können. Bei der Gartengestaltung müssen neben den Ansprüchen der Hecke auch die gestalterischen Vorstellungen der Gartenbesitzer eine Rolle spielen. Denn auch das Formen und Begradigen der Hecke im Garten will gut überlegt sein.

Hecke schneiden: Der beste Schnitt für die Buchenhecke

Eine der beliebtesten Heckenarten ist die Buche. Sie bietet nicht nur ganzjährig einen perfekten Sichtschutz im Garten, sondern lässt sich als Heckenpflanze zudem auch noch sehr gut schneiden und formen. Eine Buchenhecke sollte laut dem Gartencenter Dehner in der Regel oben breiter sein als unten. So klaut die obere Hälfte der Buchenhecke der unteren keine Sonne. Der sogenannte Verjüngungs- oder Rückschnitt bietet sich besonders zu Beginn des Jahres an, etwa im Februar.

Der Schnitt der Buchenhecke sollte sich über zwei Jahre erstrecken. Bevor der Griff zur Schere wandert, sollte sich jeder über das richtige Heckenwerkzeug informieren. Wenn das geschehen ist, ist zuerst die obere Fläche und eine Seite der Buchenhecke an der Reihe: Im Februar sollten hier nur noch kurze Äste mit wenigen Blättern stehen bleiben. Im nächsten Frühjahr folgt dann die andere Heckenseite. Wer seiner Buchenhecke eine besondere Form verpassen möchte, ist im Sommer gefragt: Jetzt muss nur noch etwa ein Drittel der Hecke stehen bleiben.

Hecke schneiden: Der beste Schnitt für die Eibe

Die Eibe gehört zu den Nadelgehölzen und kann dennoch verjüngt werden wie Laubbäume. Das bedeutet, dass auch bei Eiben ein starker Rückschnitt möglich ist. Allgemein lässt sich sagen, dass die Heckenpflanze maximal einen Schnitt pro Jahr braucht, wenn eine gewisse Form gewünscht ist. Im Aufbau sollte eine Eibenhecke im Garten drei Mal im Jahr geschnitten werden, am besten im Frühjahr und ab September wieder. So verzweigen sich die Äste mehr und es wächst eine buschige Hecke heran.

Die Verjüngung der Hecke erstreckt sich über drei Jahre. Genau wie bei der Buche sollte kurz vor Austrieb die Heckenschere zum Einsatz kommen und im ersten Jahr eine Seite, im zweiten Jahr die andere beschnitten werden. Im dritten Jahr folgt dann die Oberseite. Am besten schneiden Hecken-Fans die Eibenhecke weiter als die gewünschte Größe zurück. So entsteht stufenweise eine Verjüngung, die eine stärkere Verzweigung der Äste begünstigt.

Auch die Eibe hat es lieber, wenn der untere Teil der Heckenpflanze breiter ist als der obere. Jedoch lassen sich sowohl Eibe als auch Buche mit einem Formschnitt im Rahmen der Gartengestaltung zu tollen Kunstwerken formen und verschönern so manchen Ziergarten. Ein besonders großer Bestand an natürlich wachsenden Eiben findet sich zum Beispiel im Naturschutzgebiet Dissau und Steinberg.

Hecke schneiden: Dann ist der Heckenschnitt erlaubt

Beim Schnitt der Hecke sind der Naturschutz und die gesetzlichen Vorgaben zu beachten. Das Bundesnaturschutzgesetz sieht laut der Landwirtschaftskammer zwischen dem 1. März und dem 30. September ein Fäll- und Beseitigungsverbot vor. Bäume, Hecken und andere Gehölze dienen oft als Nistplätze in der Brutzeit und Rückzugsorte für Tiere, denen das Gesetz so Schutz bietet. Da viele Kommunen jedoch eigene Baumschutzsatzungen haben, sind die konkret geschützten Baum- und Heckenarten für den jeweiligen Ort in der Kommunalverwaltung hinterlegt. Leichte Formschnitte sind aber ganzjährig erlaubt.

Meist gilt der 24. Juni, also der Johannistag, als allgemein bekannter Heckenschnitt-Termin – besser ist es jedoch, die Hecke zwei Mal im Jahr zu schneiden. Zum einen bietet sich ein Schnitt Ende Februar an. Die Äste treiben noch nicht aus und die Hecke lässt sich bei der Gartengestaltung auf die gewünschte Form zurückschneiden. Im Sommer folgt der zweite Schnitt, der aber weniger stark sein sollte. So wachsen Hecken dichter und gleichmäßiger.

Hecke schneiden: Eine Hecke begradigen und im Winter schneiden

Um eine Heckenpflanze zu begradigen, nehmen sich Gärtnerinnen und Gärtner am besten eine Schnur zu Hilfe. Die spannen sie zwischen zwei Pflöcke, die sie jeweils an einer Seite der Hecke aufstellen. So hat jeder ein Richtmaß, wie tief er für die gewünschte Kürzung noch schneiden muss. Bei sehr großen Hecken ist das nicht immer einfach – dort kann es sinnvoll sein, die Hecke von Experten schneiden zu lassen.

Wenn starker Frost herrscht, sollte die Heckenschere lieber im Gartenhaus bleiben und die Gartengestaltung ruhen. Ein milder Tag mit stabilem Wetter bietet sich im Garten für einen Schnitt der Hecke im Herbst bestens an. Blühende Sträucher sollten in den kalten Tagen komplett in Ruhe gelassen werden, damit sie im folgenden Frühjahr und Sommer auch blühen.

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