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Grüngut-Silage: Fermentieren Sie sich Ihren Dünger selbst

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Von: Mattias Nemeth

Garten- und Küchenabfälle lassen sich in sechs Wochen sehr gut zu Dünger fermentieren. Dies nennt man Silage und dieser Vorgang bringt viele Vorteile mit sich.

München – Statt langwierig etwas zu kompostieren, lassen sich Gartenabfälle auch super innerhalb von sechs Wochen zu Dünger fermentieren und das ganz ohne Bokashi-Eimer und effektive Mikroorganismen. Wenn die Silage schließlich nach der Fermentation fertig ist, dann stinkt sie nicht, sondern riecht wie süßsauer eingelegtes Gemüse.

Grüngut-Silage: So fermentieren Sie sich Ihren eigenen Dünger

Beim Silieren werden Pflanzen unter Luftabschluss vergoren. Dadurch vermehren sich Milchsäurebakterien, die Pflanzenteile werden sauer und aus den Kohlenhydraten entsteht Milchsäure. Also sehr ähnlich wie der Prozess der Fermentierung von Gemüse*. Eine Silage bringt folgende Vorteile:

Die Silage sollte ungefähr sechs Wochen im Garten lagern. Ungeöffnet kann sie aber auch monatelang gelagert werden, nur nach dem Öffnen sollte die Silage schnell verbraucht werden.

Ein blauer Sack voll mit Unkraut und Rasenschnitt. (Symbolbild)
Zum Ausprobieren reicht ein Müllsack völlig aus. (Symbolbild) © Kantaruk Agnieszka/Imago

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Grüngut-Silage: So funktioniert es richtig

Um eine Silage herzustellen, brauchen Sie ein luftdichtes Gefäß. Für Anfängerinnen und Anfänger reicht auch ein größerer Müllsack. Hinein dürfen aber keine Äste oder Dornen, um den Sack nicht zu beschädigen. Besser geeignet ist ein Maischefass oder ein dicht verschließbarer Eimer. Diesen füllt man so voll wie möglich mit Unkräutern, Rasenschnitt, Baumschnitt und impft das Ganze im besten Fall auch noch mit Milchsäurebakterien, das beschleunigt den Vorgang. Dazu kann Buttermilch, Sauerkrautsud, Sauerkrautsaft oder Sauerteigreste in Wasser eingerührt und drüber gegossen werden. Dieses Extra ist aber für die Silage kein Muss. Dann verdichtet man das Material, um möglichst wenig Luft darin zu haben. Falls Sie sich für die Variante mit dem Sack entschieden haben, lohnt es sich, diesen zu beschweren. Man muss beachten, dass bei der Milchsäuregärung vor allem in der ersten Woche Flüssigkeit austreten kann, deshalb das Ganze nicht zu voll machen, wie kraut&rüben berichtet.

Nach sechs Wochen ist die Silage fertig und kann im Garten ausgebracht werden. Vor allem Fruchtgemüse freut sich über den Dünger. Ähnlich wie beim Flächenkompost kann auch mit der Silage gemulcht werden. Allerdings sollte zwischen der Ausbringung der Silage oder der Pflanzung von Keimlingen im besten Fall vier Wochen vergangen sein, da sonst die Milchsäurebakterien etwas zu fleißig sein könnten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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