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Gründüngung: Deswegen darf der Boden niemals brach liegen

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Von: Anna Katharina Küsters

Die Gründüngung bringt wieder Schwung in den Gartenboden. Sie versorgt ihn mit Nährstoffen und schützt vor kalten Wintereinbrüchen.

Münster – Gartenarbeit muss nicht immer anstrengend und zeitaufwendig sein. Denn wer clever plant und weiß, welche Pflanzen ihn bei der Gartenpflege unterstützen können, der erleichtert sich das Leben mit Garten erheblich. So zum Beispiel mit der sogenannten Gründüngung. Dabei übernehmen Pflanzen die Lockerung des Bodens und laden ihn mit wichtigen Nährstoffen auf.

Gründüngung: So verbessern Sie mit den richtigen Pflanzen den Boden

Gärtnerinnen und Gärtner, die passioniert ihr eigenes Gemüse anpflanzen oder sich mit Liebe um blühende Blumen für Insekten und das eigene Auge kümmern, haben in der Regel das ganze Jahr eine To-do-Liste im Garten abzuarbeiten. Das ist nicht unbedingt schlimm, denn die Gartenpflege kann durchaus auch entspannend sein. Doch Gartenfreunde müssen sich nicht mehr Arbeit machen als nötig. Denn auch wenn selbst eine brachliegende Fläche im Garten ähnlich wie der Rasen regelmäßig Dünger braucht*, nutzen Gartenfreunde dafür am besten die wenig aufwendige sogenannte Gründüngung.

Bei der Gründüngung ist laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) eine Möglichkeit der Bodenverbesserung. Ist eine Fläche abgeerntet oder verblüht, hilft es weder Gartenfans noch dem Boden, wenn sie über einen längeren Zeitraum unbepflanzt bleibt. Denn dann kann unter anderem Folgendes passieren:

Überlassen Gartenfans die Erde sich selbst im Herbst und Winter und bepflanzen sie erst im Frühjahr wieder, fällt der Ernteertrag deutlich geringer aus und die Blütenpracht bleibt vielleicht sogar aus. Mit einer Gründüngung steuern sie dem jedoch gegen und bringen den Boden wieder zur alten Stärke zurück.

Gründüngung: Diese Pflanzen eignen sich besonders gut

Dabei sollte jedoch nicht einfach irgendeine Pflanze das leere Beetstück begrünen, sondern ausgewählte Exemplare. Klar sein muss: Die Pflanzen, die zur Gründüngung ins Beet kommen dienen nicht zum Verzehr. Das heißt, dass Gartenfreunde sie nicht ernten, sondern am Ende des Düngungsprozesses in den Boden einarbeiten. Außerdem müssen Gartenfans vor der Gründüngung die Beschaffenheit ihres Gartenbodens kennen. Denn nur dann können sie die passenden Pflanzen auswählen, sodass sie auf die Bedürfnisse der Erde abgestimmt sind.

Laut der Landwirtschaftskammer NRW eignet sich als Gründüngung über die Wintermonate besonders gut Winterroggen. Den säen Gärtnerinnen und Gärtner bis Ende Oktober aus. So bildet sich eine schützende Pflanzendecke für die frostige Zeit. Winterroggen benötigt zum Wachsen Stickstoff, den er so im Boden bindet, dass starke Regenfälle ihn im Herbst und Winter nicht aus der Erde auswaschen. Die Einarbeitung gestaltet sich laut der Landwirtschaftskammer später aber etwas schwieriger, da der Winterroggen starkes Wurzelwerk bildet. Diese kräftigen Wurzeln sind jedoch kein Grund, sich zu ärgern, denn sie lockern den Boden spürbar auf und bereiten ihn auf die nächste Gemüseaussaat bestens vor.

Ansonsten eignen sich folgende Pflanzen für eine Gründüngung gut:

Neben den Ansprüchen des Bodens ist jedoch auch die Reihenfolge der Pflanzen wichtig. Denn nicht jede oben genannte Pflanze eignet sich in jedem Fall zur Gründüngung, es kommt immer auf die Mischkultur und Fruchtfolge innerhalb einer Permakultur an.

Zu sehen ist eine Nahaufnahme der violett blühenden Phacelia, auf der eine Biene sitzt (Symbolbild).
Die Phacelia ist eine beliebte Pflanze zur Gründüngung (Symbolbild). © Norbert Fellechner/Imago

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Gründüngung: Diese Pflanzreihenfolge müssen Sie beachten

Wer eine gut geplante Mischkultur betreibt und auf die Fruchtfolge achtet, muss dies auch bei der Gründüngung tun. Grundsätzlich gilt: Es dürfen keine Pflanzen derselben Pflanzenfamilie hintereinander am selben Ort wachsen. So eignen sich beispielsweise Senf, Raps und Kresse als Gründüngung im Garten, jedoch nicht im Gemüsebeet. Sie sind mit Radieschen und Rettich verwandt und würden als Gründüngung im Gemüsebeet nur die Kohlhernie fördern. Auch dürfen Ringelblumen nicht vor oder nach Salaten als Gründüngung zum Einsatz kommen.

Gründüngung: So gehen Sie Schritt für Schritt vor

Bis Ende Oktober haben Gartenfreunde noch Zeit, die entsprechenden Pflanzensamen auszusäen. Als Vorbereitung auf die Aussaat entfernen Gärtnerinnen und Gärtner schon gewachsenes Unkraut und lockern den Boden mit einem Gruber, dann arbeiten sie die Samen ein. Kurz bevor die Pflanzen Samen entwickeln, müssen Gartenfans sie abmähen. Das geschieht nach etwa fünf bis acht Wochen. Den Schnitt lassen sie dabei einfach auf der Fläche liegen und verrotten. Als letzten Schritt arbeiten Gärtnerinnen und Gärtner die Gründüngung etwa drei bis vier Wochen vor der neuen Bepflanzung ein und versorgen die Erde so mit wichtigen Nährstoffen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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