1. 24garten
  2. Mein Garten
  3. Gärtnern

Ginkgo-Baum: Deswegen lohnt es sich, die Blätter zu pflücken

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anna Katharina Küsters

Ginkgo-Bäume sehen nicht nur wunderschön aus, sie liefern auch eine Menge Blätter. Diese Blätter lassen sich hervorragend trocknen und zu Tee verarbeiten.

Schwerin – Ein Ginkgo-Baum im Garten kann ohne passende Pflege schnell zu viel Platz einnehmen. Schneiden ihn Gartenfreunde aber regelmäßig zurück, wächst er als schöner Baum oder Strauch. Die Blätter des Baumes lassen sich im Sommer gut pflücken und trocknen. Später dienen die getrockneten Blätter dann als Teeblätter.

Ginkgo-Baum: So verwerten Sie die Blätter aus dem Garten

Der Ginkgo-Baum hat schon eine weite Reise hinter sich. Ursprünglich aus China stammend, hat er sich mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet. Dabei ist er laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) ein ganz besonderer Vertreter unter den Pflanzen: Er ist der einzige noch erhaltene Baum einer mittlerweile sonst ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen. Der Baum gehört zu Familie der Ginkgo-Gewächse und ist zweihäusig.

Zu sehen ist eine Glastasse, die mit bräunlichem Tee gefüllt ist. Daneben liegen grüne Ginkgo-Blätter und im Hintergrund ein aufgeschlagenes Buch (Symbolbild).
Ginkgo-Blätter lassen sich gut trocknen (Symbolbild). © Simons/Imago

Das bedeutet, dass es entweder rein männliche oder rein weibliche Ginkgo-Pflanzen gibt. Zur Vermehrung des Baumes bedarf es also eines Vertreters beider Gruppen in erreichbarer Nähe. Einen Vorteil hat der Ginkgo-Baum dabei laut NABU, denn die Pollen des männlichen Baumes können teilweise kilometerweit fliegen, um einen weiblichen Baum zu erreichen.

Eigentlich gehören die Ginkgo-Bäume zu den Nacktsamern. Dennoch umgibt die Samen nach erfolgreicher Bestäubung mit der Zeit eine fleischige Hülle, weswegen die Samen zu den Scheinfrüchten gehören. Sammeln Gartenfans die kleinen, runden Samenbälle nicht ein, kann es sehr bald stark stinken. Denn sobald sich die Samen beginnen zu zersetzen, verströmen sie einen intensiven, teils unangenehmen Geruch. Deswegen finden Gärtnerinnen und Gärtner an Straßenrändern oftmals männliche Bäume, die keine Samenbälle verlieren.

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Ginkgo-Baum: So wählen Sie die richtigen Blätter aus

Ob nun ein männlicher oder weiblicher Baum im Garten wächst, ist für die Herstellung von Teeblättern völlig unerheblich. Am besten suchen sich Gartenfreunde im Sommer mittelalte Ginkgo-Blätter von ihrem Baum aus und zupfen sie ab. Dann gehen sie wie folgt vor:

Die trockenen, zerkleinerten Blätter lassen sich dann prima als Teeblätter verwenden. Gartenfreunde gießen heißes Wasser darüber und lassen die Blätter mindestens zehn Minuten ziehen. Fertig ist der Ginkgo-Tee!

Diesem Tee schreiben viele Menschen besondere Bedeutung zu, denn die in den Gingko-Blättern enthaltenen Nährstoffe sollen die Gedächtnisleistung steigern, die Durchblutung fördern, bei Schlafstörungen und Depressionen helfen und entzündungshemmend wirken.

Aber Achtung: Die Blätter enthalten auch die sogenannte Ginkgolsäure. Diese schützt den Baum vor Insekten und macht ihn besonders robust. Für Menschen ist diese Ginkgolsäure jedoch schädlich und steht im Verdacht, Allergien hervorzurufen*. In Medikamenten, die Ginkoextrakte enthalten, muss deswegen die Ginkgolsäure immer auf ein Minimum reduziert sein. Für den Tee gibt es jedoch Entwarnung: Die Ginkgolsäure ist nur sehr schwer wasserlöslich und somit der Verzehr nicht gefährlich. Schwangere sollten dennoch keine Ginkgo-Produkte zu sich nehmen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant