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Giersch: Lästiges Beikraut oder gute Küchenzutat?

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Von: Franziska Irrgeher

Giersch, auch Geißfuß genannt, ist nicht bei jedem beliebt. Dabei wäre er eigentlich eine gute Küchenzutat. Doch er breitet sich auch oft ungehindert im Garten aus.

Berlin – Giersch verbreitet sich oft erst mal unbemerkt im Garten. Er sieht ganz hübsch aus mit seinen weißen Blüten und den hellgrünen Blättern. Doch einmal da, kann er schnell den Garten in Beschlag nehmen. Bei einigen gilt Giersch daher als Unkraut, andere essen ihn lieber. Wir erklären zu beidem, was es für Optionen gibt.

Giersch: Lästiges Beikraut oder leckere Küchenzutat?

Giersch (Aegopodium podagraria) heißt auch Geißfuß und hat viele weitere Namen. Er gehört zu den Doldenblütlern, kann laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) bis zu 90 Zentimetern hoch werden und blüht zwischen Mai und September weiß. Er ist eine krautige Pflanze und kann stark wuchern, vor allem seine Rhizome sind dabei ein Problem. Giersch verbreitet sich gerne über unterirdische Ausläufer und kann so schnell große Flächen besiedeln.

Zu sehen ist blühender Giersch draußen auf einer Wiese (Symbolbild).
Giersch gilt bei manchen als Unkraut, andere nutzen ihn in der Küche (Symbolbild). © F. Hecker / blickwinkel / Imago

Er kommt fast in ganz Europa vor sowie in einigen anderen Gegenden, wo er teils auch eingeschleppt wurde. Er mag es stickstoffreich und mag lockeren, auch etwas nassen Boden im Garten oder auch Wald. Ein großes Problem kann sein, dass Giersch sich nur schwer bis gar nicht effektiv bekämpfen lässt. Natürlich gibt es Methoden, doch die stoßen oft an ihre Grenzen. Einige verteufeln ihn daher als Unkraut. Viele freuen sich aber auch über den Giersch, denn er ist essbar.

Giersch: Ausbreitung und Bekämpfung

Wer Giersch nun nicht im Garten möchte, der hat ein Problem, denn bei diesem Beikraut stoßen viele Methoden an ihre Grenzen. Einmal da, wird man ihn also mit großer Wahrscheinlichkeit nie wieder ganz los. Daher wäre eine Kombination mit Option zwei, der Verwendung in der Küche, sinnvoll.

So können Sie Giersch etwas eindämmen:

Egal wie sehr man sich also bemüht: Giersch wird man nur schwer komplett los. Besser wäre es also, ihn einfach in der Küche zu nutzen, denn früher wurde er auch gezielt dafür angebaut.

Giersch: So gesund ist das leckere Kraut

So manches Beikraut ist ja bekanntlich essbar und sehr gesund. Auch Giersch ist nicht nur lecker, sondern enthält laut NABU viele gesunde Inhaltsstoffe wie:

Giersch ist aber nicht nur eine tolle Küchenpflanze, sondern auch eine gute Heilpflanze. Er soll laut NABU bei Verdauungsbeschwerden helfen, gegen Gicht und Rheuma sowie Gelenkschmerzen, bei Blasenentzündungen und auch bei Insektenstichen und leichten Verbrennungen.

Für die Blase ist Giersch gut, da er durch das enthaltene Kalium leicht entwässernd wirkt. Meist wird es dazu als Tee getrunken. Außerdem wirkt er entzündungshemmend und etwas schmerzlindernd, ideal also für Gelenkentzündungen. Dafür kann er äußerlich oder auch innerlich angewendet werden. Gut geeignet kann beispielsweise ein Bad mit Gierschlättern bei Rheuma und Gicht sein (sofern Sie schmerzfrei in die Wanne kommen). Gegen Insektenstiche wirken die zerriebenen Blätter ähnlich wie Spitzwegerich recht gut. Auch Salben können Sie selbst machen oder kaufen und auf schmerzende Gelenke auftragen. Übrigens kann Giersch auch als Salatzutat beim Abnehmen helfen.

Nicht zuletzt findet Giersch dann auch in der Küche Anwendung, bei weitem nicht nur als Tee. Machen Sie daraus doch leckeres Pesto, eine Giersch-Schafskäse-Quiche, Sie können ihn in Spinatgerichte integrieren, ihn zu Rührei essen, in einer Suppe nutzen und noch vieles mehr. Außer den Wurzeln ist von Giersch eigentlich alles essbar, vorwiegend werden die Blätter genutzt.

Vorsicht beim Sammeln: Orientieren Sie sich nicht an den Blüten, denn viele Doldenblütler sehen sich sehr ähnlich. Ernten Sie Giersch nur, wenn Sie ihn sicher identifizieren können. Vor allem der Gefleckte Schierling ist ein gefährlicher Doppelgänger. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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