Zu sehen ist ein Ast, der an einer Stelle zurückgeschnitten wurde. Die Wunde ist noch deutlich sichtbar.
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Gehölze brauchen einen fachgerechten Rückschnitt (Symbolbild).

Rückschnitt im Februar

Gehölzschnitt: Für einen fachgerechten Rückschnitt bleibt Ihnen nicht mehr viel Zeit

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Denn ab dem 1. März gilt das allgemein Fäll- und Beseitigungsverbot. Daher sollten Gartenfreunde noch kommendes Wochenende für den richtigen Rückschnitt nutzen.

Hamburg Gartenarbeiten fallen im Winter eher gering aus, doch einiges gibt es auch im Februar noch zu tun. Denn so manches Gehölz verlangt nach einem Rückschnitt. Gartenfreunde sollten sich aber vor dem Griff zur Säge gut informieren, was ihre Sträucher und Gehölze wirklich vertragen und ob ein Rückschnitt überhaupt sinnvoll ist.

Gehölzschnitt: Diese Fehler müssen Sie vermeiden

Der Rückschnitt von Sträuchern und Gehölzen ist meistens eine gut gemeinte Sache von Gärtnerinnen und Gärtner. Doch damit die gut gemeinte Sache auch einen durchschlagenden und positiven Erfolg für die Pflanze hat, müssen Pflanzenfans einige Dinge beachten.

Als Erstes zum Beispiel den eingeschränkten Schnittzeitraum. Das Bundesnaturschutzgesetz sieht laut der Landwirtschaftskammer zwischen dem 1. März und dem 30. September ein Fäll- und Beseitigungsverbot vor. Vielen Vögeln dienen Bäume, Hecken und andere Gehölze als Nistplätze. Da viele Kommunen jedoch eigene Baumschutzsatzungen haben, sind die konkret geschützten Baum- und Heckenarten für den jeweiligen Ort in der Kommunalverwaltung hinterlegt. Leichte Formschnitte sind aber ganzjährig erlaubt.

Gehölzschnitt: Nicht jeder Baum verträgt einen Formschnitt

Bevor Gärtnerinnen und Gärtner sich den ersten Strauch oder Baum vornehmen, müssen sie wissen, welchen Zweck sie damit verfolgen, wie beispielsweise:

Je nach Rückschnittzweck müssen Gartenfreunde dann anders vorgehen. Beim Formschnitt muss nämlich vorher klar sein, ob die Pflanze überhaupt einen solchen Rückschnitt verträgt. Einer der beliebtesten Fehler ist es, einfach zurückzuschneiden und die Pflanze auf lange Sicht zu zerstören. Denn längst nicht jeder Zierstrauch lässt sich in eine bestimmte Form pressen. Schneiden Gartenfreunde dann auch noch an einer wahllos ausgesuchten Stelle die Äste zurück, droht in den Jahren darauf eine starke Verdichtung der Äste. Das hat zur Folge, dass der innere Kern der Pflanze abstirbt und so neue Gartenbepflanzung her muss.

Bei einer Verjüngung müssen Pflanzenfans beim Rückschnitt darauf achten, die alten Triebe bei der Baumpflege immer soweit unten wie möglich abzuschneiden. Ein Abtrennen auf halber Strecke setzt der Pflanze nur unnötig Wunden zu und erschwert das Austreiben neuer Triebe. Dasselbe gilt für die Platzgewinnung. Versperren Äste eines Baumes den Weg im Garten, ist es sinnvoll, diese direkt am Hauptstamm abzutrennen. Sägen Gartenfreunde nur die Hälfte der störenden Äste ab, setzt das dem Baum deutlich mehr zu.

Gehölzschnitt: Auf den Schnitt kommt es an

Die Art und Weise des Schnitts ist für das Heilen des Baums ebenfalls entscheidend. Laut Norddeutschem Rundfunk (NDR) geschehen häufig folgende Fehler:

  • Kleiderhaken-Schnittfehler: Dabei haben Gartenfreunde den Ast nicht direkt am Hauptstamm abgetrennt, sondern ein kleines Stück des Astes stehen gelassen. So entsteht ein Vorsprung, an dem sich ohne Probleme auch Kleider aufhängen ließen. Dadurch kommt es nach ein paar Jahren zu einer großen Wunde am Baum, denn Pilze und Bakterien haben leichter Zugang. Von innen fault der Baum dann nicht sichtbar für Gärtnerinnen und Gärtner.
  • Abgebrochene Äste: Manchmal brechen Äste von alleine ab und hinterlassen dann eine unschöne Wunde im Baum. Gartenfreunde dürfen diesen abgebrochenen Ast nicht stehen lassen, sondern sollten ihn absägen. Ansonsten passiert dasselbe wie beim Kleiderhaken-Schnittfehler und Schädlinge haben es leichter.
  • Falscher Zeitpunkt: Neben dem falschen Schnitt setzt Bäumen auch der falsche Schnittzeitpunkt zu. Besonders bei Blütengewächsen ist Vorsicht geraten. Denn viele treiben nicht mehr aus, wenn Gartenfreunde im Frühjahr ihre neuen Triebe abschneiden. Bei der Forsythie beispielsweise sollten Gärtnerinnen und Gärtner alle zwei Jahre direkt nach der Blüte im Sommer zurückschneiden, denn sonst war es das mit der Blütenpracht für die Gartensaison*. Schmetterlingsflieder darf hingegen nicht zu früh im Jahr seine Äste verlieren. Bei einem zu frühen Rückschnitt sammelt sich Wasser im hohlen Trieb, welches dann gefriert und den Ast von innen sprengt.

Es zeigt sich also, dass ein Rückschnitt nicht ungeplant ablaufen sollte. Gehölze verzeihen einen falschen Rückschnitt selten und leiden dann Jahre lang an teils auch nicht sichtbaren Wunden. Je nachdem, welches Gehölz Gartenfreunde zurückschneiden wollen, ist es wichtig, sich vorher über die Bedürfnisse der Pflanze zu informieren. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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