Unterschlupf für Igel, Insekten und Co.

Gartenpflege im Herbst: So hilft ein unordentlicher Garten Tieren

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Der Herbst ist die Zeit der Gartenpflege. Doch Ordnung tut nicht allen gut: Insekten, Igel und Vögel freuen sich über einen Garten mit unaufgeräumten Ecken im Herbst.

Berlin – Für viele Gartenfans ist der Herbst die Jahreszeit, in der der Garten nach der Ernte aufgeräumt und winterfest gemacht wird. Aber nicht alle Lebewesen im Garten profitieren von perfekt gepflegten Flächen. Ganz im Gegenteil: Viele Nützlinge, darunter Insekten und Igel, brauchen einen etwas unaufgeräumten Garten im Herbst.

Gartenpflege im Herbst: Ein unordentlicher Garten hilft Tieren

Das Laub verfärbt sich und fällt ab, die Temperaturen sinken und Nachtfröste sind im Herbst nicht selten. Oft wird im Rahmen der Gartenpflege im Herbst nun Fallobst aufgesammelt, Laub entfernt und Bäume zurückgeschnitten, verblühte Blumen werden abgeschnitten.

Vielen Insekten dienen aber gerade diese abgestorbenen Pflanzen als Unterschlupf und Nahrung. Insekten wiederum stellen die Nahrungsgrundlage anderer nützlicher Tiere dar. Bei Igeln stehen sie zum Beispiel hoch im Kurs. Gartenfreunde, die sich nicht nur an den Pflanzen, sondern auch an Tieren erfreuen wollen, dürfen daher im Herbst faul sein. Darüber berichtet auch merkur.de*.

Gartenpflege im Herbst: Weniger ist mehr

Laubhaufen beherbergen zum Beispiel zahlreiche Insekten, die dann Igeln oder Erdkröten als Nahrung dienen. Auch stellen die Blätter – richtig aufgeschichtet mit etwas Totholz – gute Versteckmöglichkeiten und Überwinterungsquartiere dar. Wer Wert auf einen ordentlichen Garten legt, kann nach der Gartenpflege Laubhaufen auch in uneinsehbaren Ecken errichten. Nach dem Winter wandeln die Lebewesen das Laub dann in Humus um, so der Naturschutzbund (NABU). Humus liefert wertvolle Nährstoffe.

Ebenso können Gartenfans Tieren mit Totholzhaufen oder Benjeshecken helfen, Letztere sind auch eine schöne Möglichkeit der Gartengestaltung.

Die Beetpflege wird mittlerweile kritisch hinterfragt, Gartenfans tendieren inzwischen dazu, den Boden nicht komplett umzugraben. Insektenlarven profitieren davon und können sich im unberührten Boden besser entwickeln. So können Nützlinge gefördert werden. Auch Stängel verblühter Stauden bieten Nützlingen Unterschlupf. Zudem dienen die Samenstände Vögeln wie dem Distelfink (Stieglitz) als Nahrung. Auch Fallobst wird gerne von Insekten und einigen Säugetieren gefressen, alternativ kann es auch kompostiert werden.

Gartenpflege im Herbst: Diese Arbeiten müssen sein

Laubhaufen sind nützlich, Laub auf dem Rasen sollte aber bei der Gartenpflege im Herbst entfernt werden, denn der Rasen könnte schlimmstenfalls darunter faulen. Walnussblätter besser nicht kompostieren, sie verrotten nur schwer und auch Kastanienblätter muss der Gartenfreund vom Rasen entfernen. Wenn beim Rückschnitt im Herbst noch kranke Pflanzenteile entfernt werden, sollten auch diese nur in Ausnahmefällen auf den Kompost, der Fachmann kann da weiterhelfen. Denn nicht alle Krankheitserreger werden im Winter abgetötet.

Laubbläser sind zwar schnell und effektiv bei der Beseitigung des Herbstlaubs, jedoch können aufgewirbelte Pilze und die Abgase der Gesundheit schaden. Zudem können Laubbläser und Laubsauger Kleintiere töten. Bei der Wahl der Gartengeräte sollten Naturliebhaber daher manuelle Werkzeuge wie Rechen oder Besen bevorzugen, so der NABU. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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