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Fäll- und Beseitigungsverbot: Letzte Chance für einen Hecken-Rückschnitt

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Von: Anna Katharina Küsters

Am Montag ist die Zeit für Hecken- und Baumrückschnitte abgelaufen, denn dann tritt das Fäll- und Beseitigungsverbot in Kraft. Wer dagegen verstößt, muss bis zu 100.000 Euro Strafe zahlen.

Berlin – Der Herbst und Winter eignet sich besonders gut für einen Rückschnitt von Baum und Hecke. Das hat verschiedene Gründe, unter anderem ist ein großer Rückschnitt ab dem 1. März sogar gesetzlich verboten. Der Tierschutz spielt bei dieser Vorgabe eine große Rolle. Gärtnerinnen und Gärtner sollten sich also beeilen und die letzten beiden Wochen des Februars für ihre Rückschnitte nutzen.

Fäll- und Beseitigungsverbot: Deshalb dürfen Sie ab dem 1. März keine Bäume mehr zurückschneiden

So manch ein Gärtner oder eine Gärtnerin mag es als Einschränkung empfinden, dass ab dem 1. März die Heckenschere oder Astschere und die Säge im Gartenschuppen bleiben muss. Doch die Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes verfolgen einen Sinn. Denn das Fäll- und Beseitigungsverbot vom 1. März bis zum 30. September jeden Jahres verfolgt laut dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz NRW folgende Ziele:

Der Frühling ist am 1. März nicht mehr weit und viele Vögel beginnen bereits jetzt mit der Suche nach geeigneten Nistplätzen und einem Partner oder einer Partnerin. Gartenfreunde, die ihren tierischen Bewohnern ein paar Hilfsmittel zur Verfügung stellen wie etwa einen Nistkasten wissen, dass schon in den späten Wintermonaten im Garten die Fortpflanzung neben der Nahrungssuche an Futterstellen im Mittelpunkt der Tiere steht. Damit Pflanzenfans beim Rückschnitt nicht aus Versehen den gerade gefundenen Nistplatz in einer Vogelschutzhecke zerstören, kommt das Fäll- und Beseitigungsverbot zum Einsatz.

Fäll- und Beseitigungsverbot: Das dürfen Sie und das ist verboten

Laut dem Umweltministerium NRW bezieht sich das Fäll- und Beseitigungsverbot auf:

Das bedeutet für Gärtnerinnen und Gärtner, dass sie als ersten Schritt klären müssen, ob die Rückschnittspflanze in eine der Kategorien fällt. Wer einen Teich im Garten hat und dort sogenannte Röhrichte, also Pflanzen am Wasserrand oder im Uferbereich, wachsen, darf auch diese im Sommer nicht zurückschneiden. Zu Röhrichten gehören beispielsweise Rohrkolben, Schilf und Teichbinse. Auch einen sogenannten Grenzbaum, also ein Baum, der auf der Grenze von zwei Grundstücken steht, dürfen Pflanzenfreunde nur mit Genehmigung des Nachbarn fällen*.

Beim Fällen oder Beseitigen müssen Gartenfreunde zudem ein paar Besonderheiten beachten. So gilt das Fäll- und Beseitigungsverbot beispielsweise nicht für Waldflächen, für gärtnerisch betriebe Flächen wie beispielsweise Grünanlagen, Friedhöfe, Kleingärten und Rasensportanlagen und für Bäume, die auf einer Plantage wachsen mit dem Ziel, möglichst schnell Rohstoff wie Holz zu produzieren. Stellen Gartenfreunde also fest, dass Mitarbeiter der Stadt Hecken am öffentlichen Gehweg nach dem 1. März noch zurückschneiden, ist das durchaus erlaubt.

Fäll- und Beseitigungsverbot: Das kommt an Kosten auf Sie zu, wenn Sie trotzdem zurückschneiden

Die anfallenden Bußgelder bei Missachtung des Fäll- und Beseitigungsverbots variieren je nach Bundesland. Im Bußgeldkatalog sind alle Preise gelistet. Wohnen Gartenfreunde beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, so kostet ein Rückschnitt von über 100 Metern zwischen 750 bis 12.500 Euro. In Bayern kämen auf die Personen 1.000 bis 15.000 Euro Strafe zu, darüber berichtet auch Merkur.de*. Am härtesten trifft es jedoch Menschen, die in Mecklenburg-Vorpommern wohnen, sie zahlen je nach Umständen bis zu 100.000 Euro Bußgeld. Gärtnerinnen und Gärtnern ist also geraten, die Heckenschere besser im Gartenschuppen ruhen zu lassen bis Oktober.

Fäll- und Beseitigungsverbot: Kontakte bei Fragen

Vor jedem Rückschnitt oder jeder Fällaktion sollten Gartenfreunde sich bei der für sie zuständigen Behörde informieren, welche konkreten Vorschriften in ihrer Kommune zum Beispiel in einer Baumschutzverordnung festgelegt sind. Dort finden sich auch speziell geschützte Bäume und andere Pflanzen, die eventuell das ganze Jahr unter Rückschnittverbot stehen.

Ebenfalls wichtig ist, dass zwar zwischen März und September keine großen Rückschnitte und Fällaktionen stattfinden dürfen, kleinere Formschnitte oder Pflegeschnitte etwa bei einem Baumschaden sind aber durchaus erlaubt. Der zweite Rückschnitt der Hecke im Juni ist also in den meisten Fällen kein Problem, solange Gärtnerinnen und Gärtner vorsichtig vorgehen. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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