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Eberesche: Wie Sie die Hecke richtig schneiden und was Sie über die Setzlinge wissen müssen

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Von: Jasmin Pospiech

Die Eberesche oder auch Vogelbeere ist als kleiner Baum oder Strauch ein beliebtes Gehölz als Wildstrauchhecke. Mit welcher Pflege sie am besten gedeiht, erfahren Sie hier.

München – Im Volksmund schlicht Vogelbeere genannt, gerne auch als Eberesche betitelt und den Botanikern als Sorbus aucuparia geläufig, handelt es sich bei diesem Baum um ein heimisches Gewächs aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Eberesche oder auch Vogelbeere: Darum ist der kleine Strauch ökologisch so wertvoll

Die Vogelbeere wächst als kleiner Baum oder Strauch bis zu 15 Meter hoch. Das Gehölz ist anspruchslos und sehr frosthart. Starke Hitze, langanhaltende Trockenheit, aber auch Staunässe verträgt sie allerdings nicht. Vorzeitiger Blattfall ist die Folge. Die Blätter der Eberesche sind gefiedert, werden bis zu 15 Zentimeter lang und haben Ähnlichkeit mit denen der Esche. Von Mai bis Juni erfreut sie ihre Betrachter mit weißen, rispenförmigen Blütenständen.

Mit großen Büscheln voll von orangefarbenen bis leuchtend roten Früchten ziert die Eberesche von August bis Oktober Gärten und Waldränder. Im Herbst trumpft das Laub mit seiner Farbintensität auf und wird wie die Beeren gerne zu Dekorationszwecken verwendet.

Die Früchte der Vogelbeere stehen auf dem Speiseplan von 63 verschiedenen Vogelarten. Sie ist damit unter den einheimischen Bäumen und Sträuchern die Nummer Eins als Nahrungslieferant.

Da sie ökologisch so wertvoll ist, eignet sich die Vogelbeere neben der klassischen Einzelstellung auch perfekt als Wildstrauchhecke im Verbund mit anderen Gehölzen und Büschen, die Amseln, Drossel, Rotkehlchen & Co. Unterschlupf und Schutz bietet. Die Eberesche einzig unter Genossen zu einem richtig dichten und buschig wachsenden Gehölz zu erziehen, ist hingegen recht schwierig.

Eberesche: Das ist die beste Pflanzzeit für eine Wildstrauchhecke

Nirgendwo sonst im Garten herrscht ein so munteres Treiben wie im wilden Strauchwerk. Denn darin finden viele Tiere ein Zuhause und reichlich Nahrung. Die beste Pflanzzeit für eine neue Wildstrauchhecke ist der Herbst. Durch die restliche Sommerwärme im Boden können die Bäume und Sträucher gut anwachsen und neue Wurzeln bilden. So kommen sie gut durch den Winter und sind bestens gewappnet für die neue Gartensaison.

Sie können Ihre Wildstrauchhecke auch im Frühjahr setzen. Wässern Sie Ihre jugendliche Hecke über die Sommermonate regelmäßig, damit sie insbesondere bei langanhaltender Hitze nicht vertrocknet.

Auch in kleinen und mittleren Gärten können Sie Ihren Traum von einer Wildstrauchhecke realisieren. Pflanzen Sie nahe der Grundstücksgrenze neben der Vogelbeere weitere höhere Gehölze wie Holunder und Hasel oder Weißdorn und Schlehe. Davor setzen Sie halbhohe Büsche wie Wildrosen, Purpurweide, Liguster und Felsenbirne. Für die dritte Ebene können Sie Beerenobststräucher wie die Alpenjohannisbeere und wilde Stachelbeeren nutzen – dazwischen wirkt der Färberginster als frischer Eyecatcher.

Bodendecker und Stauden bilden den Abschluss Ihrer Hecke. Pflanzen Sie die Sträucher und Gehölze versetzt jeweils mit einem Abstand von 1,5 bis 2,5 Meter. Sie erhalten nicht nur eine dichte Sichtschutzhecke, sondern ein wahres Paradies für Ihre gefiederten, hüpfenden und kriechenden Gartenbewohner.

Eberesche: So pflegen und schneiden Sie sie richtig

Gärtner, die eine dichte und gesunde Hecke möchten, schneiden diese zweimal pro Jahr. Der erste Schnitt erfolgt im Idealfall Ende Februar, ein zweites Mal kommt die Heckenschere dann Ende Juni zum Einsatz. Der frühe Schnitt im Spätwinter hat den Vorteil, dass die Triebe noch nicht voll im Saft stehen und deshalb die Wunden nicht ausbluten. Außerdem haben die Vögel ihre Brutplätze im Hecken-Inneren noch nicht bezogen.

Planen Sie radikale Rückschnitte oder das Roden Ihrer Hecke, müssen Sie bis zum Herbst warten. Um brütende Vögel zu schützen, ist dies zwischen 01. März und 30. September verboten. Lediglich kleinere Pflegemaßnahmen sind erlaubt. Vogelkundler bestätigen allerdings, dass auch kleine Störungen schon fatale Folgen haben können: Die Eltern trauen sich, wenn sie gestört werden, oft nicht mehr zurück zum Nachwuchs im Nest und die Vogelbabys verhungern. Also warten Sie auch für kleinere Eingriffe besser bis Ende Juli, bis alle Piepmätze flügge geworden sind.

Vogelbeeren sind nicht giftig und auch in Marmelade & Co. kein Genuss

Vogelbeeren sind roh kein Genuss. Sie schmecken extrem sauer (Vitamin C) und herb (Gerbstoffe/Biophenole), sodass man nicht wirklich viele Früchte essen mag. Ein Trick, ihre Bitterstoffe zu reduzieren ist, sie mindestens 24 Stunden einzufrieren. Alternativ legt man sie 24 Stunden in ein Essigwasser-Bad.

Dann mischt man sie am besten mit süßem Obst, beispielsweise, um Marmelade und Gelee zu kochen. Da die Vogelbeere reich an Pektinen ist, kann man dabei ganz oder zum Teil auf Gelierhilfen verzichten. Besonders mild schmeckt übrigens die Mährische Eberesche (Sorbus aucuparia ssp. moravica), ihr Aroma erinnert an das von Preiselbeeren.

Und auch die Vögel wissen: Nach dem ersten Frost schmecken die Beeren süßer.

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