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Buntes Laub: So kommen die farbenreichen Blätter im Herbst zustande

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist ein Wald aus Froschperspektive. Die Blätter sind rot, gelb und grün gefärbt (Symbolbild).
Schwindet das Chlorophyll in den Blättern, färben sie sich bunt (Symbolbild). © P. Frischknecht/Imago

Buntes Laub ist ein besonders schöner Nebeneffekt im Herbst. Ursache dafür ist ein chemischer Prozess, der sich in den Blättern abspielt.

Münster – Jedes Jahr aufs Neue ist es ein wahres Naturschauspiel: Das Laub an den Bäumen verfärbt sich teils schon ab dem Spätsommer in kleinen Schritten zu einem gelben, roten, orangen oder auch braunen Farbspektakel. Besonders in Nordamerika ist dieser Wandel unter dem Namen Indian Summer bekannt geworden. Doch auch hierzulande ist mit den richtigen Bäumen im Garten genau zu beobachten, wann der Herbst den Sommer ablöst. Grund für die Transformation der Blätter ist ein chemischer Prozess, den niedrigere Temperaturen und schwindendes Sonnenlicht auslösen.

Buntes Laub: So kommt das Farbspektakel im Herbst zustande

Bevor es mit großen Schritten Richtung Winter geht, gibt es im Garten eine ganz besondere Zwischenzeit: die des bunten Laubes. Der Herbst bringt nämlich nicht nur Regen und graue Tage, sondern auch faszinierende Veränderungen des Laubes, bevor es langsam auf den Boden segelt. Bei einigen Bäumen tritt eine besonders starke Färbung des Laubes auf, wie zum Beispiel bei:

Wer diese Bäume im Garten stehen hat, wird spätestens ab September mit tollen Farben belohnt. Beim Indian Summer zieht sich diese Periode besonders lange, bis die Blätter herunterfallen. So kommt sicherlich kein Herbst-Blues auf. Das Farbspiel der Blätter hat neben dem optischen Effekt aber natürlich auch einen von der Natur gewollten Hintergrund.

Zu sehen ist ein Wald aus Froschperspektive. Die Blätter sind rot, gelb und grün gefärbt (Symbolbild).
Schwindet das Chlorophyll in den Blättern, färben sie sich bunt (Symbolbild). © P. Frischknecht/Imago

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Buntes Laub: Die Chemie hinter dem Farbenspiel

Natürlich kommt im Herbst nicht ein kleines Männchen mit Farbtopf und Pinsel in der Hand und beginnt, die Blätter anzustreichen. Auch wenn die Geschichte eine schöne Methode ist, Kindern die Jahreszeiten näherzubringen. In der Natur steckt hinter der Verwandlung ein chemischer Prozess, ausgelöst durch die sich ändernden Wetterbedingungen. Laut der Landwirtschaftskammer NRW überlagert im Sommer der Farbstoff Chlorophyll die anderen Farbstoffe wie Carotine, Xanthophylle und Anthocyane. Mit fortschreitendem Spätsommer und Herbst baut die Pflanze Chlorophyll allmählich ab und sammelt den Farbstoff in den Ästen und im Stamm. Jetzt ist die Stunde der knalligen Farben gekommen. Das Rot, Gelb, Braun und Orange wird sichtbar.

Ein weiterer Aspekt verstärkt die Farben noch. In den Blättern bilden sich Anthocyane. Die färben den Zellsaft der Blätter dunkelrot, was das Farbspektakel noch verstärkt. Die sinkenden Temperaturen und die kürzeren Tage sorgen dann dafür, dass sich die in den Gehölzen enthaltene Stärke in Zucker umwandelt. Das hilft den Bäumen dabei, sich besser gegen Frost zu schützen. Es führt aber unter anderem auch dazu, dass die Blätter irgendwann abfallen. Ist das passiert, helfen beispielsweise Bodendecker beim Zersetzen des Laubs*. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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