Uralte Kunstform

Bonsai züchten für Anfänger: So einfach gelingt es auch Ihnen – und wie lange es wirklich dauert

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
    schließen

Als Bonsais gelten Bäume und Sträucher in Miniaturform und haben viele Fans weltweit. Doch ihre Pflege macht auch viel Mühe. Dafür können sie bis zu 300 Jahre alt werden.

Duisburg – „Baum in der Schale“: Doch viele Hobbygärtner kennen ihn nur unter den Namen „Bonsai“. Immer wieder mal kommt er in Mode, aber dennoch hat er auch viele Fans auf der ganzen Welt, die ihm ein Leben lang treu bleiben. Kein Wunder, wird der Bonsai schließlich richtig gehegt und gepflegt, kann er bis zu 300 Jahre alt werden.

Bonsai züchten für Anfänger: So einfach gelingt es auch Ihnen – und wie lange es wirklich dauert

Schließlich soll der Bonsai eine detailgetreue Abbildung in Miniatur-Form der jeweiligen Baumart in freier Natur darstellen. Bei Laubbäumen können das also mehrere Jahrhunderte sein bei der Lebensdauer. Zudem ist das Züchten von Bonsais schon eine Jahrtausende alte Tradition und Kunstform für sich.

Ursprünglich stammt die Kunst aus China und wurde schließlich von den Japanern übernommen und weiterentwickelt zu dem, was man heute als Bonsai kennt. Der Mini-Baum wird also von Menschenhand gezüchtet und dabei meist in eine Schale gepflanzt. (Garten zu klein? Diese Bäume und Sträucher passen bestimmt hinein – und sehen dabei gut aus)

Dabei muss der Wuchs so gelenkt und das Astwerk vom Züchter so geformt werden, dass sich die Pflanze dementsprechend verwandelt. „Verholzende Gehölze, ganz gleich ob Laub- oder Nadelbaum, werden durch Schnitt und Drahten in die jeweilige Form gebracht“, erklärt Martin Müller, Bonsai-Fachhändler aus Saarwellingen und Mitglied im Bonsai-Club Deutschland gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. (Winterharte Sträucher und Gehölze: Immergrün, blühend und unempfindlich – diese sind robust für den Balkon)

Bonsai züchten für Anfänger: So gehen Sie Schritt für Schritt vor – und das passende Werkzeug

Hobbygärtner haben hierzu zwei Möglichkeiten: Entweder „man sät ein Gehölz aus, und die Jungpflanze wird anschließend regelmäßig zurückgeschnitten“, meint Bonsai-Lehrer Werner M. Busch aus Düsseldorf, was ihm zufolge allerdings zehn Jahre in Anspruch nimmt. (Fünf Tipps, wie Sie mit wenig Geld schnell einen großen Garten gestalten)

Oder man erwirbt alternativ Rohlinge aus einer Baumschule. „Sie werden klein gehalten und bilden schon mal einen dicken Stamm“, so Busch. Am besten eignen sich für die Bonsai-Kunst Nadel- und Laubgehölze wie:

  • Kiefern
  • Wacholder
  • Fichten
  • Lärchen
  • Eiben
  • Ulmen
  • Buchen

Wer das Bonsai-Züchten selbst mal ausprobieren will, braucht nicht viel, außer ein paar Werkzeuge für das neue Hobby. Darunter:

  • eine Bonsaischere (kurz, spitz für dünne Äste)
  • eine Konkavzange (für dickere Äste)
  • eine Drahtzange
  • eine Schaufelkralle

Darüber hinaus benötigen Sie eloxierten Alu-Draht in verschiedenen Stärken. Neben dem Schnitt ist das Drahten essenziell, um den Bonsai in die gewünschte Form zu bekommen. „Die jungen Äste werden mit dem Aludraht schonend umwickelt und positioniert“, erklärt Gartenexperte Busch.

Mit der Bonsaischere schneiden Sie schließlich junge Triebe zurück, um die Verzweigung anzuregen. Für dickere Äste kommt dann die Konkavzange zum Einsatz. Mit der Folge, dass der Rückschnitt schneller verheilt und die Schnittstelle nicht sichtbar ist. „Das ist entscheidend für den Wert eines Bonsai-Baumes: Die Eingriffe in den Wuchs sollten unsichtbar bleiben“, betont der Bonsai-Lehrer.

Bonsai züchten für Anfänger: Gehölze braucht gute Wasser- und Nährstoffversorgung

Darüber hinaus ist für die Pflege eines Bonsais auch wichtig, dass er genug Wasser und Nährstoffe erhält. Heimische Baumarten können Sie auch in Miniatur-Form ruhig im Freien halten und mit organischem Dünger düngen. (Garten düngen im Frühjahr: Hornspäne als organischer Dünger für Gartenpflanzen)

„Die Nährstoffe werden gleichmäßig freigesetzt und entsprechend verbraucht“, weiß Busch. (Japanischer Liguster und Liguster Atrovirens: Das macht ihn so pflegeleicht)

Doch aufgepasst: Auch der Standort spielt eine wichtige Rolle. Buchen und Hainbuchen mögen es zum Beispiel lieber schattiger, während Kiefern, Lärchen und Apfelbäume ruhig auch in der Sonne stehen können. Dennoch ist es unerlässlich, dass sie diese besonders in den Sommermonaten oft gießen, am besten zweimal am Tag. (Mit Material von dpa)

Rubriklistenbild: © imago images / Westend61

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare