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Bokashi: Das kann der Eimer und so funktioniert er

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Von: Franziska Irrgeher

Eine Person hält Erde vermischt mit dem Inhalt eines Bokashi-Eimers in der Hand (Symbolbild).
Der Inhalt und der Saft aus dem Bokashi-Eimer werden zum Düngen verwendet und enthalten viele Nährstoffe (Symbolbild). © pixabay/JennyJohansson

Gartenfans ohne Platz für einen Kompost sowie Stadtgärtner können ihre Küchenabfälle wiederverwerten. Für das „Recycling“ von Obst- und Gemüseresten eignen sich sogenannte Bokashi-Eimer.

Hamburg – Ob Pflanzen im eigenen Garten oder auf dem Balkon: Sie alle brauchen gelegentlich Dünger, um besser zu wachsen und schöne Früchte und Blüten zu hervorzubringen. Wo der Platz für den Kompost fehlt oder Küchenabfälle weiterverwertet werden sollen, kann ein sogenannter Bokashi-Eimer helfen.

Bokashi: Teruo Higa und Effektive Mikroorganismen

Teruo Higa (78) ist ein japanischer Professor für Gartenbau und hat im Jahr 1995 mit „Neues Leben aus fermentierten Küchenabfällen: Hochwertiger Bokashi-Kompost durch Effektive Mikroorganismen (EM)“ (Originaltitel: EMで生ゴミを活かす– 家庭菜園から農業利用まで) ein Buch über fermentierte Küchenabfälle herausgebracht. EM steht dabei für Effektive Mikroorganismen, die die Kompostierung verbessern sollen.

In Deutschland ist diese Methode inzwischen vor allem unter dem Begriff „Bokashi“ bekannt und gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Diese Methode beinhaltet eine Fermentierung von Küchenabfällen unter Zugabe einer Mischung aus Hefen, Photosynthesebakterien und Milchsäurebakterien, also EM. Um diesen Prozess möglichst hygienisch zu gestalten, gibt es spezielle Bokashi-Eimer zu kaufen. Diese finden Platz in der Küche und bieten zudem einen Auslass für den fertigen Dünger.

Bokashi: So funktioniert der Bokashi-Eimer für die Küche

Ein Bokashi-Eimer ist ein Eimer aus Kunststoff mit Siebeinsatz, durch diesen kann die beim Fermentierungsprozess entstehende Flüssigkeit – der Sickersaft – abfließen. Ein Vorteil, so der Norddeutsche Rundfunk (NDR): Der Geruch ist nicht unangenehm. Anstatt nach verfaulendem Biomüll riecht die Küche dann höchstens nach Sauerkraut.

In den Eimer kommen neben den Küchenabfällen wie Gemüse und Obst auch die effektiven Mikroorganismen und Bokashi-Pulver oder eventuell Gesteinsmehl. Dieses hilft dabei, den Dünger für den Boden besser verfügbar zu machen. Die EM können Experimentierfreudige fertig gemischt kaufen und sie entweder mit dem Abfall mischen oder darauf sprühen.

Nicht in den Eimer sollten Fleisch, Knochen oder Materialien wie Papier. Kaffeesatz dagegen ist erlaubt. Die Masse sollte fest angedrückt werden, sodass möglichst keine Luft enthalten ist. Mit einem Deckel luftdicht abgeschlossen, entsteht dann innerhalb der nächsten zwei Wochen der flüssige Dünger, der sich über den Hahn entnehmen lässt. Auch der Inhalt des Bokashi-Eimers lässt sich danach noch verwerten.

Bokashi: Dafür eignet sich der flüssige Dünger und so wenden Sie ihn an

Der Bokashi-Eimer bietet nach dem zweiwöchigen Fermentierungsprozess nicht nur die entstandene Flüssigkeit, sondern auch die Pflanzenreste aus dem Eimer. Beides eignet sich zum Düngen, lediglich die Art und Weise unterscheidet sich:

Nach dem Düngen ist vor der Reinigung: Reinigen Sie den Eimer mit heißem Wasser und wenn nötig etwas Zitronensäure oder Essigessenz. Trocknen lassen und schon lässt sich der Bokashi-Eimer wiederverwenden. Empfehlenswert ist ohnehin ein zweiter Eimer, der während des Fermentierungsprozesses des ersten gefüllt werden kann.

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