1. 24garten
  2. Mein Garten
  3. Gärtnern

Blutlaus: So retten Sie Ihren Apfelbaum vor dem Schädling

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen sind ein Ast und viele grüne Blätter, am Ast sind deutlich weiße, wollähnliche Verklebungen zu erkennen (Symbolbild).
Die Blutlaus bildet wollähnliche Anhäufungen (Symbolbild). © blickwinkel/Imago

Die Blutlaus ist ein Schädling, der es sich besonders gerne auf Apfelbäumen gemütlich macht. Er schwächt den Baum, sodass dieser krankheitsanfälliger wird.

Münster – Schädlinge genießen den Sommer in der Regel genau so wie Gärtnerinnen und Gärtner. Die warmen Temperaturen haben zur Folge, dass sie sich gut ausbreiten können und viele der liebevoll großgezogenen Pflanzen im Garten befallen. So auch die Blutlaus, die sich mit Vorliebe über Apfelbäume hermacht. Dabei schwächt sie die Bäume deutlich, sodass diese sich nicht mehr gut gegen Pflanzenkrankheiten wehren können. Doch die Blutlaus lässt sich mit natürlichen Mitteln effektiv bekämpfen.

Blutlaus: So retten Sie Ihren Apfelbaum vor dem Schädling

Die Blutlaus wirkt schon allein wegen ihres Namens beeindruckend. Dabei saugt die Laus nicht wirklich Blut, sondern konzentriert sich auf den Saft der Bäume, indem sie an verholzten Stellen und weichen Trieben eines Baumes saugt. Zerdrücken Gartenfreunde die wenigen Millimeter großen, braunen Läuse mit den Fingernägeln, tritt aus ihnen eine blutrote Flüssigkeit hervor. Sie gab den Tieren ihren Namen. Der Schädling gehört zur Unterfamilie der Blattläuse und tragen eine gut sichtbare Wachsschicht um ihren Körper herum. Mit Vorliebe befallen sie Apfelbäume.

Der Lebenszyklus einer Blutlaus ist in zwei Phasen aufgeteilt. In der ersten Phase überwintern sie noch als Larven an der Rinde von Bäumen oder im Wurzelbereich. Niedrigere Temperaturen machen den Tieren in der Regel nichts aus. Bis zu minus 25 Grad Celsius können sie überleben. Das überrascht nicht, da ihr Ursprungsort Nordamerika ist, wo ebenfalls im Winter die Temperaturen weit unter die Null-Grad-Grenze fallen.

Ist es im Frühjahr warm genug, krabbeln die Larven aus ihren Verstecken und setzten sich auf die Rinde und Triebe des Baumes, bis sie die zweite Phase erreicht haben und adulte Tiere sind. Ab Mai lassen sich dann bereits an Watte erinnernde Kolonien erkennen: Laut der Landwirtschaftskammer NRW vermehren sich die Tiere unter kleinen, weißen Wachsplättchen zu teils schnell heranwachsenden Gruppen. Besonders an Stellen, an denen es feucht und warm ist, gelingt diese Vermehrung rasant.

Blutlaus: So erkennen Sie einen Befall

Zu sehen sind ein Ast und viele grüne Blätter, am Ast sind deutlich weiße, wollähnliche Verklebungen zu erkennen (Symbolbild).
Die Blutlaus bildet wollähnliche Anhäufungen (Symbolbild). © blickwinkel/Imago

Breitet sich die Blutlaus aus, ist das meist schnell zu erkennen. Zuerst bildet sich die an Wolle erinnernde Schicht an Ästen. Darunter saugen die Larven am Baum, wodurch er Verletzungen erleidet. Aus diesen Verletzungen bilden sich dann wulstartige Geschwüre, die auch den Namen Blutlauskrebs tragen. Liegt ein sehr starker Befall vor, platzt dieses krebsartige Gebilde mit der Zeit auf und reißt eine erneute Wunde in die Rinde des Baumes.

Zwar bleiben Blätter unbeschadet von der Blutlaus, jedoch schwächt der Schädling den Baum enorm. Es ist deswegen nicht unüblich, dass die befallenen Apfelbäume im Laufe des Jahres zusätzlich an Rindenbrand oder Obstbaumkrebs leiden.

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Besonders häufig sind folgende Apfelbaum-Arten von der Blutlaus betroffen:

Bevor sich Gartenfreunde diese Sorten in den Garten pflanzen, sollten sie lieber auf robustere Exemplare zurückgreifen. Besonders alte Sorten sind gegen Schädlinge jeglicher Art meistens besser gewappnet.

Blutlaus: Der Kampf gegen den Schädling

Der Kampf gegen die Blutlaus gestaltet sich schwierig. Die besten Chancen haben Gärtnerinnen und Gärtner noch, wenn sie einen Befall frühzeitig entdecken. Dann kann laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) ein Sud aus Rapsöl oder Rainfarn helfen. Das Gemisch spritzen Gartenfreunde auf betroffene Stellen mehrfach auf.

Präventiv hilft es den Bäumen auch, wenn Gartenfans die Krone etwas auslichten. Dieser Rückschnitt des Apfelbaums lohnt sich auch schon, wenn die Pflanze noch jung ist*. Dann trocknet die Rinde schneller und der Lebensraum ist nicht mehr optimal für Blutläuse. Auch die Vermehrung von Marienkäfern oder Blutlauszehrwespen hält die Schädlinge in Schach. Die Nützlinge machen sich mit Vorliebe über die Blutlaus her. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant